7 „Killersätze“, die eine gute Führungskraft niemals sagt

Führungskraft No-Gos © Klaus Vedfelt / Getty Images

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Führungsqualitäten gehen untrennbar mit einem gewissen Kommunikationstalent einher. Wenn Du eine gute Führungskraft sein möchtest, musst Du daher aufpassen, was Du zu den Mitarbeitern sagst. Hier findest Du die absoluten „No-Gos“.

1. „Ich habe hier das Sagen.“

Natürlich hast Du als Chef die Autorität und damit die Entscheidungsgewalt inne. Trotzdem wünschen sich Mitarbeiter ein Mitspracherecht. Auch Du bist schließlich nicht allwissend, sondern Deine Aufgabe ist es, die Expertise Deines Teams in die richtigen Bahnen zu lenken. Das geht aber nur, wenn Du zuhörst und bereit bist, andere Meinungen zu akzeptieren. Die Entscheidungsfindung sollte somit für alle nachvollziehbar ablaufen und einen Kompromiss aus unterschiedlichen Vorschlägen darstellen – anstatt einen willkürlichen Alleingang durch den Vorgesetzten. Ansonsten droht Frustration bei den Angestellten mit all ihren negativen Konsequenzen wie einem schlechten Arbeitsklima, fehlender Motivation, einer gesteigerten Fluktuation und, und, und…

2. „Das kann ich leider nicht ändern.“

Diese Phrase strahlt genau das Gegenteil aus, nämlich fehlende Autorität. Natürlich gibt es Entscheidungen, die von oben kommen, an denen Du nichts ändern kannst. Du solltest es aber zumindest versuchen, wenn es wirklich wichtig ist, schließlich ist das Deine Aufgabe als „Sprecher“ für Deine Mitarbeiter. Wenn Du hingegen von Vornherein aufgibst und suggerierst, keine Macht im Unternehmen zu haben, kannst Du von Deinem Team auch keinen Respekt erwarten.

3. „Warum haben Sie das gemacht?“

Vorwürfe sind niemals eine gute Idee. Wenn ein Fehler passiert ist oder etwas hätte besser gemacht werden können, ist konstruktives Feedback angesagt. Es gilt, die Situation gemeinsam mit dem oder den Betroffenen zu analysieren und zu klären, was schiefgelaufen ist. Schuldzuweisungen sind dabei fehl am Platz, ebenso wie eine emotionale Reaktion. Zeig stattdessen Verständnis, aber mach deutlich, wie ähnliche Probleme in Zukunft gehandhabt werden sollen. So zeigst Du Führungsstärke, ohne bei den Mitarbeitern Angst zu schüren – ansonsten beginnen diese vielleicht damit, ihre Fehler in Zukunft vor Dir zu verheimlichen und das kann verheerende Folgen haben.

4. „Das ist nicht mein Problem!“ 

Als Führungskraft bist Du der Ansprechpartner für Deine Mitarbeiter, wenn sie vor einem Problem stehen. Wenn diese also zu Dir kommen, um nach Hilfe fragen, ist das ein positives Zeichen; ein Zeichen von Vertrauen. Darauf genervt zu reagieren oder die Angestellten abzuwimmeln, ist die denkbar schlechteste Idee. Stattdessen gilt es, ein offenes Ohr zu haben und zu versuchen, das Problem des Gesprächspartners zu verstehen. Daraufhin kannst Du gemeinsam mit ihm oder ihr eine Lösung suchen. Solltest Du dabei nicht weiter kommen, weil es Dir beispielsweise an Expertise oder Erfahrung fehlt, kannst Du zumindest einen anderen geeigneten Ansprechpartner ausfindig machen.

5. „Ich kann gerade nicht, ich bin zu beschäftigt.“

Sätze wie diese suggerieren dem Mitarbeiter, dass Deine Zeit wichtiger sei als seine. Natürlich hast Du viel zu tun, er aber vielleicht auch oder er hat nur eine kurze Frage, ohne deren Antwort er nicht weiterarbeiten kann. Auch, wenn Du gestresst bist, ist eine gewisse Sensibilität wichtig. Frag zumindest, worum es geht. Solltest Du tatsächlich dafür gerade keine Zeit haben, mach für einen späteren Zeitpunkt einen Termin aus oder geh beispielsweise nach dem Meeting von selbst wieder auf den Mitarbeiter zu. Das suggeriert Interesse und verhindert, dass sich der Betroffene übergangen fühlt. Auch hier kann zudem ein anderer geeigneter Ansprechpartner eine gute Lösung sein. Hauptsache, Du fährst den Mitarbeitern nicht einfach über den Mund, wie man so schön sagt, denn dann werden sie in Zukunft immer weniger zu Dir kommen – selbst, wenn es wichtig ist.

6. „Ihren Job hätte ich gerne…“

Dieser Satz impliziert, dass der Job Deines Gegenübers weniger schwierig, weniger stressig oder weniger wichtig ist als Dein eigener. Vielleicht ergänzt Du sogar etwas wie „Dann hätte ich weniger Sorgen“ – und hinterlässt beim betroffenen Mitarbeiter einen bitteren Nachgeschmack. Er wird sich von Dir nicht wertgeschätzt fühlen, sich vielleicht sogar schämen und daraufhin mit hoher Wahrscheinlichkeit früher oder später den Job wechseln. Spiel also niemals die Leistung Deiner Mitarbeiter herunter. Auch sie stellen sich Tag für Tag gewissen Problemen und Herausforderungen; und auch sie verdienen daher Respekt. Fühlst Du Dich hingegen mit Deinen Aufgaben überfordert, sodass Du andere um ihren scheinbar leichten Job beneidest, solltest Du Dich fragen, ob Du nicht vielleicht selbst etwas ändern musst.

7. „Das haben wir schon immer so gemacht.“ 

Mag sein, dass das stimmt. Doch das bedeutet nicht, dass es keinen besseren Weg gibt. Wenn also ein Mitarbeiter mit einer Idee wie einem Verbesserungsvorschlag zu Dir kommt, solltest Du diesen anhören und ernsthaft in Erwägung ziehen. Vielleicht holst Du Rat durch einen Experten ein oder reichst die Idee weiter auf die nächste Führungsebene. Lehnst Du den Vorschlag hingegen ab, so musst Du eine nachvollziehbare Begründung liefern. Dass es eben schon immer so gemacht wurde, zählt dabei nicht. Denn das suggeriert Willkür und diese ist für keine Führungskraft eine erstrebenswerte Eigenschaft. Dieses Stichwort ist bereits gefallen, sodass sich an dieser Stelle der Kreis schließt.

19.05.2021