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Jobwechsel-Umfrage: Jeder Vierte ist auf dem Absprung

Bereit zum Absprung: Viele Arbeitnehmer planen einen Jobwechsel noch in diesem Jahr

©Johnny Valley / Getty Images

Überraschende Wechselstimmung unter deutschen Arbeitnehmern: Fast ein Viertel will sich bald aus dem aktuellen Job verabschieden. Eine Studie zeigt die wachsende Kluft zwischen Unternehmen und Mitarbeitern.

22 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland planen, ihre aktuelle Stelle in den nächsten zwölf Monaten aufzugeben, obwohl sie eigentlich mit ihrer allgemeinen Jobsituation zufrieden sind. Trotzdem beklagen rund 14 Prozent mangelnde langfristige Karrierechancen in ihrem Unternehmen. Auch die besseren Optionen auf dem Arbeitsmarkt bewegen etliche Menschen (8 Prozent) dazu, einen Jobwechsel konkret vorzubereiten. Zu diesem knappen Viertel aller Beschäftigten kommen noch weitere 5 Prozent, die in in ihrem derzeitigen Job sehr unzufrieden sind und deshalb innerhalb der nächsten sechs Monate kündigen möchten.

Das sind die für viele Unternehmen durchaus besorgniserregenden Ergebnisse der aktuellen „Global Talent Trends Study“ des weltweit agierenden Beratungsunternehmens Mercer. Für den deutschen Teil der international renommierten Studie wurden unter anderem 530 Datensätze von Managern, HR-Leitern und Mitarbeitern hierzulande untersucht.

Neben der überraschend hohen Bereitschaft zum Jobwechsel belegt die Studie außerdem die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Situation im Unternehmen ziwschen Mitabreitern und Personalverantwortlichen. So wird das fehlende Vertrauen der Mitarbeiter in die Karriereplanung von vielen HR-Beauftragten offenbar gar nicht erkannt: 71 Prozent der befragten Personalmanager sind nämlich mit ihren firmeneigenen Talent-Management-Prozessen sehr zufrieden.

Viele Jobwechsel wegen mangelnder Flexibilität der Unternehmen

Auch bei anderen Themen klaffen die Vorstellungen von Mitarbeitern und Managern bzw. HR-Leitern auseinander: So gibt zwar ,ehr als die Hälfte der befragten Arbeitnehmer an, dass sowohl ihr direkter Manager als auch ihre Kollegen flexibles Arbeiten unterstützen (56 bzw. 60 Prozent). Allerdings berichtet jeder vierte Mitarbeiter, dass er in der Vergangenheit um flexible Arbeitsbedingungen gebeten habe, diese ihm aber nicht gewährt wurden. Fast genauso schlimm ist das mangelnde Vertrauen, dass anscheinend bei großen Teilen der Belegschaft herrscht: Denn jeder zweite Mitarbeiter (52 Prozent) hat Bedenken, dass sich eventuelle Arbeit in Teilzeit oder im Home Office negativ auf die eigenen Karrieremöglichkeiten auswirken.

Dabei wünschen sich viele Arbeitnehmer durchaus mehr Innovationen und Freiräume bei der Gestaltung ihrer zukünftigen Jobs: Fast zwei Drittel (63 Prozent) der Vollzeitbeschäftigten sind an neuartigen Anstellungsverhältnissen auf Kontingent- oder Vertragsbasis interessiert, so die Studie. Doch dafür zeigen sich weder Business- noch HR- Manager bislang offen: Sie sind der Meinung, dass die boomende „Gig Economy“ (d.h. kleine Aufträge, die an unabhängige Freiberufler vergeben werden) in den nächsten zwei Jahren keinen großen Einfluss auf ihre Geschäfte haben wird.

Gesundheit für Arbeitnehmer wichtiger als Wohlstand

Was aber sind denn nun die positiven Faktoren, die Arbeitnehmer zu einem Jobwechsel bewegen können? 69 Prozent der Angestellten sagen, dass ihnen ihre Gesundheit wichtiger ist als ihr Wohlstand. Lässt man das Gehalt außer Acht, das immer noch die Nummer Eins der Wechselfaktoren ist, ist für die weltweit befragten Arbeitnehmer bei der Wahl des Arbeitgebers Urlaub bzw. Freizeit der größte Pluspunkt – in Form von Sabbaticals, zusätzlichen Urlaubstagen oder weniger Arbeitsstunden für ein geringeres Gehalt. Benefits wie Fitnessstudios oder Erholungsräume am Arbeitsplatz sind den Mitarbeitern hingegen weniger wichtig.

Neben Flexibilisierung ist auch Individualisierung notwendig, um ein für die Mitarbeiter insgesamt zufrieden stellendes Arbeitsumfeld zu schaffen. Doch auch hier sagt nur ein Drittel (34 Prozent) der Mitarbeiter,  dass ihr Unternehmen ihre individuellen Interessen und Fähigkeiten kennt. 51 Prozent wünschen sich jedoch genau dies.


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