Karrierehelfer: So setzen Sie "Vitamin B" richtig ein

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Wie wichtig sind Beziehungen für eine erfolgreiche Bewerbung? Richtig eingesetzt, ist das berühmte "Vitamin B" nach wie vor ein großer Karrierehelfer.

Studien zeigen, dass ein Drittel aller Arbeitnehmer ihre Stelle durch Beziehungen, also das berühmte "Vitamin B", bekommen. Geschickt genutzte Kontakte, die häufig zum einen helfen, besser bezahlte Stellen innerhalb seines Betriebs zu bekommen und zum anderen gleich in einer besseren Position einzusteigen. Und auch wenn der Begriff Vitamin B noch immer einen irgendwie faden Beigeschmack hat, weil wir ihn schnell mit Vetternwirtschaft gleichsetzen: Ohne Beziehungen ist es auf dem Arbeitsmarkt schwieriger, einen Job zu bekommen. Nutzen Sie also diesen Weg und gehen Sie geschickt dabei vor. Schließlich können gute Kontakte wahre Türöffner sein. Doch Achtung: Nur wer es richtig anstellt, profitiert am Ende. Hier sind die wichtigsten Punkte dabei.

Öffentlichkeit herstellen

Sie sind arbeitslos und suchen eine neue Stelle? Greifen Sie nicht nur auf Stellenanzeigen zurück, sondern nutzen Sie darüber hinaus Ihr Netzwerk. Über das verfügen die meisten Arbeitnehmer. Es setzt sich aus Freunden, Verwandten und Bekannten zusammen, aus Kollegen, Vorgesetzten, Kunden und anderen beruflichen Kontakten. Und häufig sind diese guten Beziehungen der Schlüssel zum Erfolg. Es gilt also insbesondere bei der Jobsuche: Ziehen Sie sich nicht zurück und sprechen Sie das Thema in Ihrem Netzwerk offensiv an. Das gilt selbstverständlich nur, wenn Sie sich nicht aus einer festen Stelle heraus bewerben und Ihr Vorgesetzter von der Bewerbung nichts wissen soll. In anderen Fällen, etwa bei einer Kündigung, ist falscher Stolz fehl am Platz. Denn das sinnvolle Einsetzen von "Vitamin B" hat viele Vorteile:
  • Wenn Sie gute Kontakte haben, erfahren Sie häufig schon von einer Stelle, bevor sie überhaupt offiziell ausgeschrieben wird.
  • Ihre Kontakte können Sie bei zu besetzenden Stellen ins Gespräch bringen und ein gutes Wort für Sie einlegen. Häufig sind persönliche Empfehlungen – je nach Standing Ihres Kontaktes – Gold wert.
  • Sie können über Ihren Kontakt mehr über das Unternehmen und die vakante Stelle erfahren und so im Vorstellungsgespräch überzeugen.

Gutes Networking ist das A und O

Damit Sie sich jedoch entsprechende Kontakte aufbauen können, ist eines unumgänglich: Netzwerken. Denn wenn Sie viele gute geschäftliche Kontakte haben, können Sie dieses "Vitamin B" am besten nutzen. Es kann, muss aber nicht die Golfrunde unter Branchenkollegen sein (siehe Aufmacherfoto). Besuchen Sie regelmäßig für Sie relevante berufliche Events, tauschen Sie sich mit anderen aus und knüpfen Sie Kontakte. Dabei spielt das Thema Nachhaltigkeit eine entscheidende Rolle. Achten Sie darum darauf, dass Sie Ihr Netzwerk regelmäßig pflegen. Wer sich nie bei seinen Kontakten meldet und dann Jobempfehlungen haben möchte, ist häufig nicht erfolgreich und fällt eher negativ auf. Gleiches gilt bei Personen, die von ihren Kontakten Unterstützung einfordern und von anderen nehmen, selbst aber wenig geben.

Systematisches Vorgehen wichtig

Haben Sie bereits ein stabiles Netzwerk, können Sie es bei Ihrer Jobsuche auch nutzen. Damit Sie aber wirklich erfolgreich sind, sollten Sie systematisch vorgehen und nichts überstürzen:
  • Überlegen Sie zunächst, welche Kontakte Ihnen wirklich weiterhelfen können. Gibt es vielleicht Stellen, bei denen Sie schon einmal erfolgreich ein Praktikum absolviert haben? Können ehemalige Arbeitgeber eventuell weiterhelfen? Haben Sie Freunde, die in Ihrer Branche tätig sind?
  • Denken Sie darüber nach, wie Sie Kontakt zu den entsprechenden Personen aufnehmen möchten. Ist ein persönliches Gespräch die richtige Wahl? Soll die erste Kontaktaufnahme per E-Mail erfolgen? Achten Sie bei persönlichen Gesprächen darauf, dass Ihr Gegenüber Zeit hat und fangen Sie ihren Gesprächspartner nicht auf dem Sprung zu einem wichtigen Termin ab.
  • Legen Sie sich für Ihre Unterhaltung einige Inhaltspunkte zurecht. Überlegen Sie sich, was Ihre Stärken sind und welche Qualifikationen Sie mitbringen. Auf diese Weise können Sie Ihren Kontakt von sich überzeugen und es fällt ihm leichter, in seinem Unternehmen für Sie einzutreten.

Vitamin B bei der Bewerbung

Geht es dann um die schriftliche Bewerbung, kann es sinnvoll sein, wenn Sie sich in Ihrem Anschreiben auf Ihren Kontakt beziehen. Dazu sollten Sie jedoch einiges beachten:
  • Klären Sie in jedem Fall vorher mit der jeweiligen Person ab, ob Sie den entsprechenden Kontakt nennen dürfen. Fragen Sie genau nach, was Sie schreiben dürfen und was nicht.
  • Berufen Sie sich keinesfalls auf flüchtige Bekannte, die Sie vielleicht nur einmal im Rahmen einer Veranstaltung kennengelernt haben und die gar nichts von Ihrer Bewerbung wissen. Denn nichts ist peinlicher, als wenn sich Ihr Kontakt womöglich gar nicht an Sie erinnert.
  • Überzeugen Sie in erster Linie mit Wissen und Können. Der Bezug auf Ihren Kontakt kann bei einer Bewerbung helfen, aber er sollte nicht im Mittelpunkt stehen.
Text: Daniela Lukaßen
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29.09.2016