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Jobangebot ablehnen: So rudern Sie geschickt zurück

Ein Jobangebot abzusagen, erfordert Fingerspitzengefühl

©Foto: kolderal / Getty Images

Das Vorstellungsgespräch ist super gelaufen, der Chef begeistert, der Arbeitsvertrag ist da. Ihnen allerdings ist nicht zum Feiern zumute, denn Sie möchten dieses Jobangebot doch ablehnen. Aber wie sollen Sie diese Nachricht bloß rüberbringen?

Der Bewerbungsprozess bietet dem potentiellen Arbeitgeber und dem Bewerber die Möglichkeit, sich kennenzulernen. Natürlich kann dabei auch der Bewerber zu dem Schluss kommen, dass er in dem Unternehmen, in der Abteilung oder in dem Aufgabenbereich nicht richtig aufgehoben wäre, dass ihm dort die beruflichen Perspektiven fehlen oder dass er mit dem zukünftigen Vorgesetzten nicht zusammenarbeiten möchte.

Vielleicht ist der Bewerber mit den Abläufen im Unternehmen unzufrieden. Vielleicht stimmt die Chemie mit den Ansprechpartnern einfach nicht. Vielleicht ist er auch mit Rahmenbedingungen wie Gehalt oder Arbeitszeiten unglücklich und kann in den Vertragsverhandlungen nicht die notwendigen Erfolge erzielen. Oder vielleicht entscheidet er sich auch gegen den Job, weil sich seine persönliche Situation – zum Beispiel nach einem Umzug, aufgrund einer Schwangerschaft oder infolge einer Erkrankung – verändert hat. All das können plausible Gründe dafür sein, ein Jobangebot abzulehnen.

Stehen Sie zu Ihrer Entscheidung

Gerade nach einer längeren Zeit der Stellensuche fällt es vielen Bewerbern schwer, die Erkenntnis anzunehmen, dass der anvisierte Job nun doch nicht der passende ist. Eine zusätzliche Belastung kann es dann noch sein, wenn Familienmitglieder oder Bekannte die Zweifel nicht akzeptieren wollen und Druck ausüben – ganz nach dem Motto: „Probier’s doch einfach mal aus“ oder „Absagen kannst du auch später noch.“ Durchaus sinnvoll können diese Tipps zwar sein, wenn ein Bewerber noch unsicher ist. Dann gilt es, auf das Bauchgefühl zu hören und den Ursachen dafür auf den Grund zu gehen: Stimmt die Stellenausschreibung mit den Informationen aus dem Vorstellungsgespräch überein? Und welche Situationen während des Vorstellungsgesprächs haben Ihnen Anlass gegeben, Ihr Interesse an dem Unternehmen in Frage zu stellen?

Ist die Entscheidung gegen die Position allerdings bereits gefallen, gibt es keinen Grund, unnötig Zeit und Energie zu verschwenden. Stehen Sie zu Ihren Bedürfnissen und haben Sie Mut zu einen klaren „Nein“. In einer deutlich besseren Position sind da natürlich diejenigen Bewerber, die bereits ein anderes attraktiveres Angebot in der Tasche haben. Angesichts des Fachkräftemangels ist es in manchen Branchen inzwischen gang und gäbe, dass Bewerber sich zwischen verschiedenen Jobangeboten entscheiden können.


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Geben Sie zeitnah eine Rückmeldung

Immer wieder berichten Bewerber, dass Sie monatelang auf Rückmeldungen potentieller Arbeitgeber warten – und im schlimmsten Falle niemals eine Antwort erhalten. Und genauso kommt es durchaus vor, dass Unternehmen ihren Kandidaten den Arbeitsvertrag zuschicken – und dann nie wieder etwas von ihnen hören. Nicht nur die geltenden Umgangsregeln, sondern auch strategische Überlegungen legen allerdings nahe, die Absage anständig über die Bühne zu bringen, anstatt verbrannte Erde zu hinterlassen: Gerade wenn Sie planen, auch in Zukunft in der Branche oder in der Region tätig zu sein, müssen Sie davon ausgehen, dass Sie Ihren Ansprechpersonen im Unternehmen in Zukunft wieder begegnen werden. Zudem verschwenden Sie als Bewerber unnötig Energie, wenn Sie die Absage auf die lange Bank schieben: Je unangenehmer Ihnen die Absage auf das Jobangebot ist, desto wichtiger ist es, rasch zu handeln.

Ob Sie die Nachricht schriftlich oder telefonisch überbringen möchten, ist Ihnen selbst überlassen: Der Griff zum Telefonhörer ist sicherlich persönlicher und bietet die Möglichkeit zu Nachfragen, so dass Missverständnisse leichter vermieden werden können. Aber wer sich schwer damit tut, seine Absage mündlich zu überbringen, macht mit einer Email oder einem Brief auch keinen Fehler.

Formulieren Sie die Absage angemessen

Wie während des gesamten Bewerbungsprozess sollten Sie auch bei der Formulierung der Absage Höflichkeit an den Tag legen. Bleiben Sie ehrlich und sachlich, beschränken Sie sich auf die notwendigen Informationen und den wichtigsten Absagegrund und versuchen Sie nicht, sich zu rechtfertigen. Zeigen Sie dem Unternehmen gegenüber – wenn möglich –Wertschätzung, bedanken Sie sich für die Zeit und das Engagement, das Ihnen entgegengebracht wurde, bitten Sie um Verständnis und bieten Sie vielleicht auch an, für Nachfragen zur Verfügung zu stehen und – wenn ihr Arbeitgeber damit einverstanden ist – zum Beispiel über die sozialen Netzwerke in Kontakt zu bleiben. Vielleicht waren die Mühen ja nicht umsonst – und sie finden später wieder einmal zueinander.

Übrigens: Schwieriger gestaltet sich die Absage, wenn der Arbeitsvertrag schon unterschrieben ist. Sie haben gerade zugesagt, da kommt der Traumarbeitgeber mit einem Angebot um die Ecke? Hier gilt es, frühzeitig die rechtliche Situation zu klären: Wie sind die Kündigungsfristen und welche Schadensansprüche gelten bei Vertragsbruch? Wenn die Wunschposition in trockenen Tüchern ist, bietet es sich an, gegenüber dem anderen Arbeitgeber mit offenen Karten zu spielen und nach einer Lösung zu suchen, mit der idealerweise beide Seiten gut leben können.

Zusatzinfo: Sonderfall – Absage ohne Bewerbung

Sie müssen ein Jobangebot absagen, ohne sich überhaupt irgendwo beworben zu haben? Auch das kann durchaus vorkommen. Denn heutzutage suchen Unternehmen zum Beispiel in sozialen Netzwerken aktiv nach potentiellen Mitarbeitern. Auch hier kann es sinnvoll sein, sich in einer ruhigen Minute für das Angebot zu bedanken und abzusagen – gerne auch mit einer kurzen Begründung. Denn selbst wenn die angebotene Position Sie nicht interessiert und wenn Sie gerade überhaupt kein Interesse an einer beruflichen Veränderung haben – vielleicht möchten Sie ja später einmal auf das Gegenüber zurückkommen?

Text: Janna Degener-Storr


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