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Grußformel: Diesen Fehler machen fast alle Deutschen

Grußformel in der E-Mail

©Oliver Thomas Klein / Unsplash

Für einen Moment nicht nachgedacht und zack, schon ist es passiert: Das Komma hinter der Grußformel. Was im privaten Brief nicht so schlimm ist, kann in der E-Mail an einen HR-Verantwortlichen oder in der Bewerbung einen nachlässigen Eindruck vermitteln – und Sie im schlimmsten Fall den angestrebten Job kosten.

Die Grußformel: So wird’s nicht gemacht!

Fast jeder hat es schon einmal getan, denn die Quantität an E-Mails im eigenen Postfach beweist es: Viele haben elektronische Briefe geschickt oder erhalten, die so oder so ähnlich enden:

Falsch:
Mit freundlichen Grüßen,
Luise
Viele Grüße,
Thomas
Bis bald,
Anna

Und es sind immer noch eine Menge Menschen, die entweder (noch) nicht davon wissen oder aus Versehen diesen Komma-Fehler am Schluss ihrer sonst perfekt ausformulierten E-Mail einbauen. Denn: Hinter die Grußformel gehört kein Komma. Trotzdem begegnet es uns im Alltag verdächtig häufig. Vielleicht ist es einfach Instinkt, oder wir haben es eingedeutscht. Denn: Im Englischen ist es grammatikalisch korrekt. Versuchen Sie trotzdem lieber auf den „Ausrutscher“ am Schluss zu verzichten:

Richtig:
Mit freundlichen Grüßen
Luise
Viele Grüße
Thomas
Bis bald
Anna
Der Duden sagt Folgendes:

„Die Grußformel […] steht ohne Punkt, Komma oder Ausrufezeichen“

Vgl. Duden 2011: „Richtiges und gutes Deutsch. Der Sprachratgeber für sprachliche Zweifelsfälle“, Band 9

Wer formt wen? Die deutsche Rechtschreibung …

Beliebt ist die Neue Deutsche Rechtschreibung wahrlich nicht bei jedem. Ihre Gegner beklagen sich über die unfassbar vielen Wechsel des Regelwerks. Vom guten alten „Doppel-S“ zum „Buckel-S“ bis hin zur Schifffahrt, neuerdings mit drei „F“. Zugegeben, es ist nicht immer ganz leicht, den Überblick im Rechtschreibdschungel zu behalten. Sprache ist eben nicht statisch. Sie ist in ständiger Entwicklung, im Flow – also in Bewegung. Und gerade deswegen einigt man sich auf ein paar Normen, die es besser einzuhalten gilt, damit wir uns leichter miteinander verständigen können.

Eine gute Nachricht an die Duden-Kritiker: Wir haben mehr Macht als gedacht. Schließlich formen alle die Sprache mit. Der Duden gibt nämlich nicht nur Regeln vor und arbeitet richtungsweisend, sondern auch beschreibend. Die deutsche Rechtschreibung hat den Anspruch die Realität des Sprachgebrauchs abzubilden. Sollte sich der Komma-Fehler als Massenphänomen weiterhin durchsetzen ist es daher gut möglich, dass diese Variante in Zukunft erlaubt wird.

Bewerbung per E-Mail

Bei Online-Bewerbungen steht einem persönlichen Kennenlernen zumeist der Schriftverkehr voran. Selbst nach einem kurzen Telefonat – zwecks Erfragung des Personalverantwortlichen – bestimmt das Anschreiben per E-Mail oft den ersten Eindruck. Besonders im Bewerbungsprozess ist es deshalb umso wichtiger, sich dies bewusst zu machen.

Tipp: Es sollte eigentlich selbstverständlich sein: Investieren Sie genauso viel Mühe und Aufmerksamkeit in das kurze Anschreiben der E-Mail, wie Sie auch Ihren Bewerbungsunterlagen (Motivationsschreiben, Anschreiben, Lebenslauf, Projektliste etc.) schenken. Zeigen Sie dem Personaler, dass Sie aufmerksam und sorgfältig sind. Damit sind Sie bis zu einer offiziellen Norm-Änderung der deutschen Sprache auf der sicheren Seite.

Text: Anna-Carina Kruse


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