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Forschungskooperationen erhöhen Jobchancen für Studenten

Immer mehr Hochschulen wollen ihre Zusammenarbeit mit Unternehmen weiter ausbauen. Für Berufseinsteiger bieten sich durch diese Forschungskooperationen gute Jobchancen.

Forschungskooperationen: Rolls-Royce kooperiert mit der Uni in Cottbus. Foto: Patrick Pleul / dpa
©Foto: Patrick Pleul / dpa

Wenn Mitarbeiter von Rolls-Royce in Dahlewitz in Brandenburg die Triebwerke der Zukunft entwickeln, ziehen sie 3-D-Brillen auf. Dann kommt ein virtuelles knallbuntes Triebwerk ins Spiel (s. Foto rechts). Einzelteile können per Klick entfernt werden. Manchmal legen sich Mitarbeiter auch auf den Boden, um das virtuelle Triebwerk von unten anzusehen, wie Projektleiter Marius Swoboda berichtet. Entwickelt wurde das 3-D-System für Rolls-Royce gemeinsam mit der Uni in Cottbus.

Seit zehn Jahren arbeitet der Triebwerkshersteller mit der Cottbuser Hochschule zusammen (Rolls-Royce University Technology Centre). Weltweit hat das Rolls-Royce-Netzwerk nach Firmenangaben 31 solcher Forschungskooperationen mit Universitäten, innerhalb Deutschlands war die Uni in Cottbus die erste Hochschule.

Der 3-D-Raum im Rolls-Royce-Werk mit dem Triebwerk-Programm ist laut Swoboda erst der Beginn. Zusammen mit den Cottbuser Forschern arbeite man daran, das System zu optimieren, um zum Beispiel mit Sprachbefehlen das Ganze zu steuern.

Auf dem Campus der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) ist eine kleinere Version des virtuellen Systems installiert. Die Forschungsergebnisse aus dem Labor in Cottbus wurden für die Einrichtung des Systems auf dem Firmengelände von Rolls-Royce genutzt.

Das Projekt wurde nach Uni-Angaben mit EU-Mitteln und vom Land gefördert. Insgesamt fünf Lehrstühle beteiligen sich. Das Virtual Reality-System befindet sich in einem Labor am Lehrstuhl Medientechnik. Einer der insgesamt fünf beteiligten Professoren an dem Projekt, Christian Hentschel, sagt zu den Vorteilen einer solchen Firmenkooperation für die Studierenden: „Sie lernen viel Theorie und sehen jetzt, wo der Bedarf und die Anwendungen in der Wirtschaft liegen.“ In Studienarbeiten, Vorlesungen und Seminaren sei die Entwicklung des virtuellen Systems ebenso eingeflossen.

Wissens- und Technologietransfer nennt sich das Ganze. Hochschulen wollen Forschungsergebnisse verfügbar machen und die Wirtschaft einbinden. BTU-Vizepräsidentin Katrin Salchert zufolge unterhält die Hochschule zahlreiche Kooperationen mit Firmen und Institutionen – Rolls-Royce sei eines der größten Unternehmen. Die BTU sei bestrebt, weitere Unternehmen in der Größe ins Boot zu holen, sagt Salchert.

Forschungskooperationen vermitteln frühzeitig Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern

Auch andere brandenburgische Hochschulen wollen ihre Kontakte und die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft ausbauen, wie eine dpa-Umfrage ergab: Die Universität Potsdam etwa betreibt das Gründungs- und Transferzentrum Potsdam Transfer. Es gebe ein vielfältiges Kooperationsnetz zur lokalen und regionalen Wirtschaft, sagt Geschäftsführer Wulf Bickenbach. Das sei eine wachsende Aufgabe.

Am Transferzentrum der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde heißt es, dass die Forschungskooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft essentiell sei, um gemeinsam im Dialog und damit auf dem aktuellen Stand des Praxisbedarfs zu sein. „Nur so entstehen Innovationen.“ Beispiel für eine Zusammenarbeit: Die Hochschule entwickelte mit einer Firma ein Fahrrad mit Holzanteilen.

Was sind die Vorteile solcher Kooperationen? Die Fachhochschule Potsdam sieht das so: „Die Firmen können zeitnah an innovativen Lösungen partizipieren, die innerhalb der Hochschule entwickelt werden.“ Beim Zentrum für Gründung und Transfer der Technischen Hochschule Brandenburg wird betont: „Durch die frühzeitige Einbeziehung von Unternehmen in die Lehre erhalten die Studierenden frühzeitig Kontakt zu ihren potenziellen Arbeitgebern und können ihre Studienziele fokussiert anpassen.“


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