Expats: So wird die Rückkehr zum Erfolg

Expats Rückkehr

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Von einem Auslandsaufenthalt im Auftrag ihres Unternehmens versprechen sich viele Beschäftigte gute Karrierechancen. Um nicht enttäuscht zu werden, ist für Expats aber eine gute Planung wichtig.

Eine Zeit als Expatriate (kurz: Expat) im Ausland öffnet Türen und treibt die Karriere voran. Das ist die Vorstellung, die viele Menschen haben, wenn sie für ihren Arbeitgeber für eine Weile ins Ausland gehen. Doch die Realität sieht oft anders aus. Und statt die Karriereleiter gleich nach der Rückkehr ein Stück weiter hochzuklettern, ist häufig Ernüchterung angesagt.

Expats sollten das Comeback bereits vor dem Auslandsaufenthalt planen

Denn auch, wenn sie sich meistens sehr gut auf ihren Auslandsaufenthalt vorbereiten, bleibt bei vielen Expats häufig eines auf der Strecke: die Planung der Rückkehr. Dabei spielt diese eine wichtige Rolle, wenn die Heimkehr nicht in einer beruflichen Sackgasse enden soll. Denken Sie daher schon vor Ihrem Auslandsaufenthalt an die Zeit danach:

Präsent bleiben

Sicherlich kennen Sie das Sprichwort „Aus den Augen aus dem Sinn“. Ebenso wie im Privatleben besteht diese Gefahr auch, wenn es um den Job geht. Ein Mitarbeiter, der längere Zeit nicht im Unternehmen ist, gerät schnell in Vergessenheit, gerade dann, wenn es um die Besetzung vakanter Stellen geht. Ganz wichtig ist es darum, dass Sie während Ihrer Abwesenheit stets Kontakt zu Ihrem Vorgesetzten und Ihren Kollegen halten. So bleiben Sie präsent. Gleichzeitig werden Sie auf dem Laufenden gehalten und erfahren, was in der Firma geschieht und was nach Ihrer Rückkehr auf Sie zukommt. Erkundigen Sie sich zudem regelmäßig, ob in Ihrem Unternehmen Stellen neu zu besetzen sind, für die Sie nach Ihrer Rückkehr aufgrund der neu erworbenen Fähigkeiten infrage kommen. Nehmen Sie Kontakt zu Ihrer Personalabteilung auf und bewerben Sie sich möglicherweise noch während Ihrer Zeit im Ausland.

Klare Absprachen treffen

Auch, wenn bis zu Ihrer Rückkehr noch einige Jahre vergehen werden: Besprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten ganz genau, wie es im Anschluss weitergeht. Welche Position werden Sie im Unternehmen bekleiden, wenn Sie wieder heimkommen? Kehren Sie zurück in Ihren alten Job oder sind neue Aufgaben für Sie vorgesehen? Bevor Sie einem Auslandsaufenthalt zustimmen, sollten Sie diese Fragen unbedingt klären und die Absprachen sollten in einem Entsendungsvertrag schriftlich festgehalten werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Sie nach Ihrer Rückkehr vor vollendete Tatsachen gestellt werden, die Ihnen vielleicht nicht gefallen.

Keine Chance dem „reverse culture shock“

Viele Expats erwartet nach ihrer Rückkehr eine Art umgekehrter Kulturschock. Sie fühlen sich plötzlich fremd im eigenen Land. Und das wird spätestens dann zu einem Problem, wenn sie das Gefühl haben, auch im Job nicht mehr dazu zu gehören und nicht verstanden zu werden. Machen Sie sich daher vor Ihrer Rückkehr bewusst, dass Sie sich ebenso verändert und entwickelt haben wie Ihre Umwelt und das Unternehmen, für das Sie tätig sind.

Viele Expats wechseln nach der Rückkehr den Arbeitgeber

Doch auch, wenn Sie alles beachten, müssen Sie wissen, dass ein großer Teil aller Expats einige Zeit nach der Rückkehr den Arbeitgeber wechselt. Die Kluft zwischen dem, was der Heimkehrer erwartet und der Realität ist oft zu groß. Stellen Sie sich also darauf ein, dass Sie sich vielleicht bei anderen Unternehmen bewerben müssen. In einem solchen Fall heißt es dann: Punkten Sie mit Ihrem Auslandsaufenthalt. Sie haben in einem fremden Land wertvolle Erfahrungen gesammelt, von denen ein Arbeitgeber profitieren kann. Machen Sie diesen Aspekt bereits in Ihren Bewerbungsunterlagen deutlich. Stellen Sie Ihre erworbenen Skills in den Fokus und erklären Sie möglichst detailliert, welche Aufgaben Sie für Ihren vorherigen Arbeitnehmer im Ausland wahrgenommen haben. Haben Sie dort eine Niederlassung mit aufgebaut? Hatten Sie Führungsverantwortung? Konnten Sie Ihre Sprachkenntnisse verbessern? Die Antworten auf diese und viele andere Fragen sollten in Ihre Bewerbung mit einfließen. Doch Achtung: Schrauben Sie Ihre Erwartungen nicht zu hoch. Berichten Sie zwar selbstsicher von Ihrem Aufenthalt im Ausland, setzen Sie jedoch nicht voraus, dass Ihnen allein diese Erfahrung alle Türen öffnet. Denn was ebenso zählt, sind Ihre vorher gesammelten beruflichen Qualifikationen. Darüber hinaus muss eine Stelle zu Ihnen passen. Genauso wie bei einer Weiterbeschäftigung nach der Rückkehr in Ihrem alten Unternehmen ist es zudem sinnvoll, wenn Sie sich noch während Ihrer Zeit im Ausland erkundigen, welche Stellen aktuell zu besetzen sind. Auf diese Weise können Sie schon einmal schauen, wie der Markt aktuell aussieht und dann eine Vorauswahl treffen, um sich dann gleich nach Ihrer Rückkehr zu bewerben. Text: Daniela Lukaßen
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07.03.2017