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Debeka-Recruiter im Interview: Darum ist Netzwerken so wichtig!

Die Finanz- und Versicherungsbranche hat oft einen angestaubten Ruf. Zu Unrecht, findet Daniel Zäck, Leiter Recruiting und Personalmarketing der Debeka Gruppe. Denn das alteingesessene Unternehmen besticht mit einer modernen Unternehmenskultur, einer mitreißenden Arbeitsatmosphäre und spannenden, vielfältigen Jobs. Im Experten-Interview verrät der Personaler, worauf es ihm bei Bewerbern für die Debeka ankommt. Sein Tipp für Bewerber: Netzwerk, Netzwerk, Netzwerk.

Hallo Herr Zäck, bitte erzählen Sie uns doch kurz, was Sie bei der Debeka Gruppe machen.

Gemeinsam mit meinem Team kümmern wir uns bei der Debeka um alle Fragen zu den Themen Personalplanung, Personalsuche, Personalauswahl, Employer Branding und Personalmarketing.

Debeka Daniel Zäck HRWie sind Sie zum Unternehmen gekommen?

Ich habe schon während meines Masterstudiums ein Praktikum im Bereich Personalentwicklung bei der Debeka gemacht. Im Anschluss habe ich immer versucht, den Kontakt zu den damaligen Kollegen und Vorgesetzten zu halten. So kam es, dass der Personalleiter 2014 auf mich zukam und mir die Stelle als Recruiter anbot.

Was überzeugt Sie jeden Tag für die Debeka zu arbeiten?

Wie so oft sind es tatsächlich die Menschen, die bei der Debeka arbeiten. Aber auch meine vielfältigen Aufgaben, die Möglichkeit Neues zu entwickeln und am Erfolg einer der größten Versicherungsgruppen und der größten deutschen privaten Krankenversicherung teilzuhaben.

Die Versicherungsbranche – ist die nicht verstaubt und trocken? Wie überzeugen Sie Bewerber für einen Job bei der Debeka?

Wir bezeichnen uns selbst als Debekaner/innen. Typisch ist für uns, dass wir uns immer noch als eine Art Familienunternehmen begreifen, mit unseren Vorständen zusammen im Aufzug stehen und das, obwohl wir inzwischen fast 16.000 Mitarbeiter sind. Unsere Kultur ist geprägt von den Werten Sicherheit, Vertrauen, Verantwortung, Tradition, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Respekt und Hilfsbereitschaft.

Für uns bedeutet das, dass unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einen krisenfesten Arbeitsplatz mit einer unbefristeten Anstellung innehaben. Viele Kollegen sind eng verwurzelt mit der Debeka und haben hier Freunde oder sogar Familie gefunden – So sind Dienstjubiläen von 25 oder gar 40 Jahren keine Seltenheit.

Neben Sicherheit sind auch soziale Aspekte entscheidend. Mit unseren Work-Life-Balance-Programmen wollen wir Karriere UND Familie in Einklang bringen. In unserer Hauptverwaltung in Koblenz haben wir daher flexible Arbeitszeiten und individuelle Arbeitszeitmodelle.

Welche Profile werden bei Ihnen gesucht?

Wir bieten in unseren über 280 Geschäftsstellen Ausbildungsplätze, duale Studiengänge, ein Traineeprogramm und den Direkteinstieg. In unserer Hauptverwaltung am Standort Koblenz in Rheinland-Pfalz können Studenten, Absolventen und Berufserfahrene aus Informatik und Mathematik einen großen Beitrag zur Digitalisierung der Versicherungsbranche leisten und sich in zahlreichen innovativen Projekten verwirklichen.

Natürlich kennen wir die Vorurteile, welche die Arbeit für Versicherungen in einem schrägen Licht darstellen. Aus diesem Grund investieren wir sehr viel Zeit und Geld, um vertriebsaffinen Menschen zu zeigen, wie erfüllend es sein kann, mit der finanziellen Absicherung von Menschen den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen.

Zu uns passen Menschen, für die Sicherheit im Leben eine große Rolle spielt, denen der Sinn in ihrer täglichen Arbeit wichtig ist und die es erfüllt, mit ihrer Arbeit anderen Menschen zu helfen.

Daniel Zäck, Leiter Recruiting und Personalmarketing bei der Debeka

Welche Stellen lassen sich besonders schwer besetzen?

In Bezug auf technische Berufe stehen wir in Konkurrenz mit jungen Start-Ups oder den Großen der Beratungs- und Software-Branche. Wir versuchen mit der Aufgabenvielfalt innerhalb unserer IT zu punkten. Hier haben wir den Anspruch unsere Produkte und das Service-Angebot für unsere Kunden ständig zu verbessern. Und dies gelingt uns seit vielen Jahren, obwohl – oder gerade weil – wir dies im Einklang mit Freizeit und Familie tun.

Wie schaut der Recruiting-Prozess aus und worauf müssen Bewerber gefasst sein?

Der Ablauf umfasst meistens das Screening der Bewerbungsunterlagen, ein Bewerbungsgespräch, einen Praxistag und gegebenenfalls ein zweites Gespräch. Für Schüler, die logischerweise noch keine Berufserfahrung sammeln konnten, wollen wir zusätzlich durch Persönlichkeits- und Wissenstests Aufschluss über deren Kompetenzen erlangen.

Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, dass sich Bewerber und Führungskräfte direkt kennenlernen. Wir als Recruiting-Team übernehmen die Vorauswahl und die Bereitstellung der Rahmenbedingungen für eine reibungslose “Candidate Journey“.

Wir wollen keine Fragen stellen, auf die man „wie auswendig gelernt“ antworten kann. Aus diesem Grund bedarf es keiner großen Vorbereitung. Bewerber sollten sich mit dem Anforderungsprofil der Stelle vertraut machen und sich sicher sein, dass sie diese Stelle wirklich ausfüllen wollen. Alles Weitere ergibt sich aus unserem Auswahlprozess.

Daniel Zäck, Leiter Recruiting und Personalmarketing bei der Debeka

Wie hat die Digitalisierung den Recruiting-Prozess in Ihrem Unternehmen verändert?

Weniger als 10 Prozent der Bewerbungen, die bei uns eingehen, sind klassische Papierbewerbungen. Aber egal, ob offline oder online: Wir achten sehr auf die Vollständigkeit der Unterlagen und fordern diese auch sehr häufig nach. Des Weiteren halten wir es nach wie vor für wertvoll, wenn man sich in einem individuellen Anschreiben mit der Position und der Debeka auseinandersetzt.

Welche Plattformen und Kanäle nutzen Sie zum Rekrutieren?

Wir sind viel im Netz unterwegs: Wir rekrutieren über unsere Karriereseite, Social Media Kanäle wie Facebook, Twitter, Snapchat, und Youtube, Business Netzwerke und Online Jobbörsen, behördliche Plattformen wie die Bundesagentur für Arbeit oder die IHK. Aber auch Schwarze Bretter und Jobbörsen von Hochschulen, regionale Printmedien, Radio- und Kinowerbung spielen für uns eine Rolle.

Googlen Sie Bewerber?

Nein

Wie können sich Bewerber durch ihr Bewerbungsschreiben von den Konkurrenten absetzen?

Indem sie sich individuell mit den eigenen Kompetenzen, den Anforderungen der Stelle und der Kultur bzw. den Werten des Unternehmens auseinandersetzen. Wer das kurz und prägnant darstellen kann, setzt sich schon von der Masse ab.

Wie wichtig sind Ihnen gute Noten eines Bewerbers? Und was zählt mehr: Hard oder Soft Skills?

Noten korrelieren laut einer Studie zwar mit der Intelligenz – wir haben jedoch festgestellt, dass Noten allein nie wirklich aussagekräftig sein können. Deswegen verlassen wir uns darauf, die geforderten Kompetenzen im Bewerbungsprozess mit den Bewerbern selbst zu analysieren.
Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass Hard Skills leichter zu entwickeln sind als die Soft Skills, also die persönlichen Faktoren. Die Gewichtung dieser Kompetenzen ist aber abhängig von der jeweiligen Stelle.

Was war die skurrilste Situation, die Sie bei einer Bewerbung erlebt haben?

Vor kurzem haben wir eine Bewerbung eines Informatikstudenten via YouTube-Video erhalten. Das Video war auf die Debeka zugeschnitten und hat das Anschreiben im Prinzip komplett visualisiert.

Was würden Sie heute anders machen, wenn Sie sich bewerben müssten?

Meine letzte Bewerbung war die sehr formelle Bewerbung bei der Bundeswehr damals. Ehrlich gesagt, habe ich meine letzten beiden Stellen durch Empfehlungen erhalten. Ein Grund mehr neben der Erstellung von guten Bewerbungsunterlagen auch auf den Ausbau und die Pflege von Netzwerken zu achten.

Heute würde ich mir Feedback von den Unternehmen einfordern, bei denen ich mich beworben habe. Wie hat euch meine Bewerbung gefallen? Worauf legt ihr wert? Was hätte euch noch gefehlt? Recherche auf Ratgeberseiten kann außerdem nie schaden!

Daniel Zäck, Leiter Recruiting und Personalmarketing bei der Debeka

Bei der Art der Bewerbung gibt es meiner Meinung nach keinen Königsweg. Vielmehr muss sie zu einem selbst und zum Unternehmen passen. Grundsätzlich ist man gut aufgestellt, wenn man sein XING-Profil regelmäßig pflegt, an seinem Netzwerk arbeitet, für seine eigene Weiterbildung sorgt und seine Bewerbungsunterlagen individuell auf die jeweilige Stelle anpasst.


Debeka Daniel ZäckZur Person: Daniel Zäck
Daniel Zäck hat während seiner Ausbildung zum Offizier bei der Bundeswehr Personalmanagement in Hamburg studiert. Nach sieben Jahren als militärische Führungskraft hat er zunächst in einer Unternehmensberatung gearbeitet, bevor er als Recruiter bei der Debeka tätig wurde. Heute kümmert er sich bei der Debeka als Leiter Recruiting und Personalmarketing mit seinem Team darum, Bewerber von der Versicherungsbranche zu begeistern.

 

Lust bekommen auf die vielseitige Versicherungswelt? Wie die Ausbildung bei der Debeka aussehen kann, zeigen wir Ihnen im Video:

 

Aktuelle Stellenausschreibungen und Informationen rund um die Debeka finden Sie außerdem auf dem XING Unternehmensprofil der Debeka.


Service-Info: Bewerben bei der Debeka klingt spannend? Dann empfehlen wir Ihnen einen Blick auf die ausgeschriebenen Stellen im XING Stellenmarkt zu werfen. Was Mitarbeiter oder Bewerber über die Debeka als Arbeitgeber sagen, erfahren Sie direkt bei kununu:


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