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Nach dem Vorstellungsgespräch im Gedächtnis bleiben – mit einem Dankschreiben

So bedanken Sie sich richtig nach dem Vorstellungsgespräch

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Kleine Geste, große Wirkung: Mit einem Dankschreiben nach dem Bewerbungsgespräch können Sie sich endgültig für den Job empfehlen. Das ist nichts für Streber, sondern alle, die der Bewerberkonkurrenz eine Nasenlänge voraus sein möchten.

Das Wichtigste in 15 Sekunden

  • Ein Dankschreiben kann Ihre Chancen auf eine Stelle erhöhen.
  • Es sollte genau auf das Unternehmen abgestimmt sein.
  • Übertriebene Schmeicheleien funktionieren selten.
  • Jedes Dankschreiben setzt sich aus denselben Bausteinen zusammen.

Das Vorstellungsgespräch ist vorbei und jetzt sitzen Sie Zuhause. Vielleicht mit einem guten Gefühl, wahrscheinlich aber auch mit einem Rest Unsicherheit: Wenn Sie nicht bereits im Gespräch eine Zusage bekommen haben, wird sich erst in den nächsten Tagen oder Wochen entscheiden, ob Sie den Job haben. Und Sie fragen sich: Kann ich noch etwas tun, um meine Chancen auf die Stelle zu verbessern? Eine der wenigen Möglichkeiten zu beeindrucken, die Ihnen nach dem Vorstellungsgespräch noch bleiben, ist das Dankschreiben.

Wenn Sie dabei an die zahllosen faden Geburtstagskarten Ihrer Großtante denken, sind Sie allerdings auf dem Holzweg. Ein gelungenes Dankschreiben nach dem Vorstellungsgespräch sollte schon etwas mehr enthalten als ein schlichtes „Danke und viele Grüße“– aber dazu kommen wir später.

Zunächst sollten Sie sich klar machen, was Sie mit einem Dankschreiben erreichen können und wollen. Drei Möglichkeiten:

  1. Klarheit über das Jobangebot: Das Aufsetzen eines Dankschreibens nach dem Vorstellungsgespräch hilft Ihnen, noch einmal gründlich über den Job nachzudenken. Denn vor dem Schreiben müssen Sie darüber reflektieren, wie das Gespräch gelaufen ist und ob Sie sich mit den Gesprächspartnern verstanden haben. Wo wurden Ihre Erwartungen an die Stelle bestätigt und wo eher enttäuscht? Selbst, wenn Sie das Schreiben am Ende nicht abschicken, sehen Sie jetzt klarer, ob der Job tatsächlich etwas für Sie ist oder nicht. Bevor Sie sich auf etwas einlassen, das nicht zu Ihnen passt, sollten Sie lieber weitersuchen.
  2. Vorsprung vor Mitbewerbern: Selbstverständlich sollten Sie sich bereits im Vorstellungsgespräch von Ihrer besten Seite zeigen. Aber mit einem Dankschreiben können Sie den guten Eindruck bestätigen und dafür sorgen, dass Sie dem Gesprächspartner besser im Gedächtnis bleiben als Ihre Konkurrenten. Besonders dann, wenn Sie sich ein enges Rennen mit einem anderen Bewerber liefern, kann das den Ausschlag geben.
  3. Ergänzung des Vorstellungsgesprächs: Oft möchte man nach einem Bewerbungsgespräch die Zeit zurückdrehen. Weil man bei einer Frage zu lange gezögert hat oder einem erst jetzt eine brillante Antwort eingefallen ist. Im Dankschreiben können Sie auf solche Situationen im Gespräch Bezug nehmen und eine Ergänzung nachschicken. Unter Umständen liefern Sie damit das entscheidende Argument, das zu Ihrer Einstellung führt.


Das Erfolgsrezept für Ihr Dankschreiben

„Der Gute Wille zählt“ ist leider in vielen Lebenssituation nicht mehr als ein abgedroschenes Sprichwort. Das gilt auch für das Dankschreiben nach dem Vorstellungsgespräch. Damit es ein voller Erfolg wird, müssen Sie sich an ein paar Regeln halten:

  • Timing. Schicken Sie das Dankschreiben zu spät, ist die Entscheidung um die Stelle vielleicht schon gefallen oder die Erinnerung an Sie bereits verschwommen. Schicken Sie es deshalb ein bis zwei Tage nach dem Gespräch ab.
  • Einzigartigkeit. Ein einfacher Qualitätstest: Wenn Sie dasselbe Dankschreiben ohne große Änderungen auch an ein anderes Unternehmen schicken könnten, ist es nicht gut genug auf den Adressaten abgestimmt und verliert sehr stark an Wirkung.
  • Adressat. Wenn mehrere Personen am Gespräch teilgenommen haben, ist das nicht der Ranghöchste, sondern derjenige, der Sie eingeladen hat.
  • Ehrlichkeit. Bleiben Sie im Dankschreiben bei der Wahrheit. Wenn Sie die freundliche Atmosphäre beeindruckt hat, dürfen Sie das gern schreiben. Aber ziehen Sie sich nichts aus der Nase, nur um dem Personaler zu schmeicheln. Wenn er das Kompliment nicht nachvollziehen kann, wird es Ihre Chancen auch nicht erhöhen.
  • Form. Brief oder E-Mail? Ein Brief hat viele Vorteile: Er geht nicht in der E-Mail-Flut unter und bleibt in der Regel besser im Gedächtnis, weil er etwas „zum Anfassen“ ist. Bei einem Unternehmen, in dem die komplette Kommunikation digital abläuft, ist eine E-Mail allerdings angemessener.
  • Zurückhaltung. Selbstbewusstsein ist gut, aber im Dankschreiben stapeln Sie lieber tief. Vermeiden Sie Formulierungen wie „Ich bin mir sicher, dass wir sehr gut zusammenarbeiten werden und freue mich auf meinen ersten Arbeitstag.“
  • Länge. Zweiseitige Erklärungsbriefe, in denen das komplette Gespräch rekapituliert wird, ermüden den Empfänger. Halten Sie sich kurz: Das Schreiben sollte maximal eine Seite lang sein.


Bausteine für ein gutes Dankschreiben

Wie Ihre Bewerbung sollte auch jedes Dankschreiben einzigartig sein. Allerdings können Sie sich beim Schreiben an bestimmten Bausteinen orientieren und Sie als Vorlage verwenden:

  • Persönliche Anrede: Begrüßen Sie Ihren Gastgeber mit einem „Sehr geehrte/sehr geehrter“.
  • Dank: Bedanken Sie sich für das Vorstellungsgespräch.
  • Bezug zum Gespräch: Verweisen Sie auf ein oder zwei erwähnenswerte Situationen im Vorstellungsgespräch. Zum Beispiel interessante Informationen zu Ihrer neuen Stelle, die Ihr Interesse an dem Job verstärkt haben.
  • Komplimente: Heben Sie Eigenschaften des Unternehmens hervor, die Ihnen erst im Gespräch klar geworden sind. Sie können beispielsweise die angenehme Arbeitsatmosphäre loben oder die moderne Ausstattung.
  • Schlusssatz und Grußformel: Hier dürfen Sie schreiben, dass Sie sich darauf freuen, wenn Sie die Stelle bekommen. Eine Unterschrift über Ihrem Namen macht immer einen guten Eindruck. Für E-Mails können Sie die auch einscannen.

Service-Info: Wird es trotz Dankschreiben nichts mit der Stelle, sollten Sie nicht verzagen, sondern weitersuchen. Der richtige Job für Sie wartet noch irgendwo dort draußen. Am besten Sie überprüfen vor der nächsten Bewerbung Ihre Unterlagen. Ganz einfach wird die Überarbeitung von Anschreiben und Lebenslauf mit unseren kostenlosen Editoren:
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