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Bewerbungsgespräch: Was der Handschlag über Sie verrät

Handschlag beim Vorstellungsgespräch

©Westend 61 / Getty Images

Es ist der erste Moment der Wahrheit: Der Handschlag vor einem Bewerbungsgespräch sagt viel über Sie, Ihren Charakter und Ihre Stimmung aus.

Schon diese Sekunden können wichtig werden: Sie kommen in den Raum, in dem Ihr Bewerbungsgespräch stattfindet und reichen Ihrem Gesprächspartner die Hand. Und auch, wenn er nur wenige Sekunden andauert, kann ein Handschlag entscheidend dafür sein, welchen Eindruck Sie bei Ihrem Gegenüber hinterlassen.

Bevor das Händeschütteln allerdings beginnt, stehen Bewerber vor einer wichtigen Frage: Wer gibt wem die Hand? Auch, wenn Sie höflich und zuvorkommend sein wollen, grüßen Sie zunächst verbal und warten Sie dann ab, bis Ihnen Ihre Gesprächspartner die Hand reichen.

Und auch später, im beruflichen Alltag, gibt es klare Vorgaben hinsichtlich der Begrüßung. Etwa, was die Reihenfolge betrifft. Während es laut Knigge ansonsten üblich ist, zunächst die Damen per Handschlag zu begrüßen, wird im Job erst einmal der ranghöchste Mensch im Raum bedacht. Die Hierarchie entscheidet also. Haben Sie den Chef gegrüßt, gilt die Reihenfolge, die Sie auch aus dem Privatleben kennen: Damen vor Herren, Ältere vor Jüngeren.

Der perfekte Handschlag: nicht zu schlaff, nicht zu fest

Doch nicht nur das richtige Verhalten bei der Reihenfolge des Händeschüttelns und Grüßens gibt Aufschluss über die Stimmung und den Charakter eines Menschen. Auch die Art Ihres Händedrucks sagt viel über Sie aus:

  • Der schlaffe Händedruck: Haben Sie keine Spannung in der Hand und ist Ihr Händedruck kraftlos, wird schnell deutlich, dass Sie nervös sind und sich unsicher fühlen.
  • Der zu starke Händedruck: Neigen Sie dazu, die Hand Ihres Gegenübers sehr fest zu greifen und sie beinahe schon zu quetschen? Dann scheinen Sie ein sehr selbstbewusster Mensch zu sein. Allerdings macht diese Art auch einen unhöflichen, manchmal sogar drohenden Eindruck.
  • Das schnelle, eilige Händeschütteln: Nehmen Sie sich keine Zeit für den Händedruck, signalisieren Sie, Sie wollen das Gespräch hinter sich bringen und sind froh, wieder aus dem Raum rauskommen.
  • Das flüchtige Berühren der Hände: Fassen Sie nur die Fingerspitzen Ihres Gegenübers, wirken Sie unentschlossen.

Bessere Jobchancen für Menschen mit gutem Händedruck

Um einen optimalen ersten Eindruck zu hinterlassen, was die Begrüßung betrifft, achten Sie zunächst auf Körperspannung. Ein perfekter Handschlag dauert wenige Sekunden, ist fest und stabil. Darüber hinaus berühren sich dabei die ganzen Handflächen. Wildes Händeschütteln ist hingegen tabu. Schon 2008 fanden Forscher der Universität Iowa heraus, dass Kandidaten mit einem festen und kurzen Händedruck bessere Jobchancen haben als ihre Konkurrenten, welche die Hand zu stark oder zu schwach drücken.

Doch nicht nur beim Händereichen können Sie den Eindruck, den ein potenzieller Arbeitgeber von Ihnen bekommen soll, positiv beeinflussen. Das gelingt Ihnen mit Ihrer gesamten Körpersprache. Dazu ist es jedoch notwendig, dass Sie sich mit dieser auseinandersetzen:

  • Halten Sie Blickkontakt: Ein hektisches Schweifenlassen des Blicks und die Unfähigkeit, dem Gegenüber in die Augen zu schauen, zeigen, dass Sie nervös und verunsichert sind. Achten Sie darauf, Blickkontakt zu halten. Ganz wichtig: Sehen Sie in erster Linie den Entscheider im Raum an, nicht die Person, die vermeintlich am freundlichsten ist.
  • Sitzen Sie gerade und sicher: Bewerber, die nur auf dem Rand eines Stuhls Platz nehmen, wirken schnell so, als seien sie auf der Flucht. Auch hängende Schultern und eine schlaffe Haltung vermitteln einen unsicheren oder unmotivierten Eindruck. Sitzen Sie daher gerade und nehmen Sie auf der gesamten Sitzfläche des Stuhls Platz. Stellen Sie ihre Füße nebeneinander. Das wirkt souverän. Übereinandergeschlagene Beine lassen Sie stattdessen kleiner wirken. Außerdem neigen viele Menschen bei dieser Sitzhaltung dazu, die Schultern nach vorne zu ziehen.
  • Lächeln Sie: Ein freundlicher Gesichtsausdruck wirkt motiviert und sympathisch. Und da Sympathie in einem Vorstellungsgespräch häufig entscheidend ist, vergessen Sie nicht, zu lächeln. Allerdings sollte hier das Maß stimmen. Ein anhaltendes Lächeln ist nicht angebracht, da es als Unsicherheit ausgelegt werden kann.
  • Achten Sie auf Ihre Arme und Hände: Hände, die unter dem Tisch verschwinden, signalisieren Unsicherheit, verschränkte Arme stehen für Ablehnung, Menschen, die mit den Fingern spielen, wirken nervös. Halten Sie Ihre Hände daher ruhig und legen Sie Wert auf eine offene Körperhaltung. Gesten sind in Ordnung, wenn sie nicht übertrieben eingesetzt werden.

Bevor Sie in ein Vorstellungsgespräch gehen, ist es also notwendig, dass Sie sich mit dem Händedruck, aber auch mit Ihrer Körpersprache befassen. Auf diese Weise können Sie den ersten Eindruck, den Sie hinterlassen wollen, positiv beeinflussen.

Text: Daniela Lukaßen-Held


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