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Eine Bewerbung zurückziehen: Wie macht man das?

Eine Bewerbung zurückziehen fällt vielen Jonsuchenden schwer

©Foto: Westend61 / Getty Images

Wer auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz ist, schickt häufig mehrere Anschreiben gleichzeitig raus. Wann und wie aber sollte man eine Bewerbung zurückziehen, wenn man seine Meinung ändert – oder gar schon einen neuen Job hat?

Einem Arbeitgeber, bei dem man sich beworben hat, eine Absage zu erteilen – das macht man nicht alle Tage. Dabei gibt es viele Gründe für ein Zurückziehen der Bewerbung.

Es ist legitim, dass sich Ihre Pläne ändern

Die häufigste Ursache, von einer Bewerbung Abstand zu nehmen, liegt bereits beim Bewerbungsprozess selbst, der in den verschiedenen Unternehmen unterschiedlich viel Zeit beansprucht. So kann es schnell passieren, dass Sie bereits eine Jobzusage haben, während sich ein anderes Unternehmen erst später mit einer Einladung zu einem Vorstellungsgespräch meldet.

Aber auch darüber hinaus gibt es viele gute Gründe, die für ein Zurückziehen Ihrer Bewerbung sprechen. Vielleicht haben sich in der Zwischenzeit Ihre privaten Pläne geändert. Sie erwarten ein Kind oder möchten noch einmal ins Ausland ziehen. Und auch berufliche Ziele können sich während des Bewerbungsprozesses noch einmal wandeln, wenn Ihnen bewusst wird, dass die Stelle vielleicht doch gar nicht Ihren Vorstellungen entspricht.

Sorgen vor den Konsequenzen sind häufig unnötig

Doch auch dann, wenn Sie gute Argumente dafür haben, fällt es Ihnen vermutlich nicht leicht, Ihrem einstigen Wunscharbeitgeber mitzuteilen, dass Sie Ihre Bewerbung gerne zurückziehen möchten. Dabei sind Befürchtungen zumeist unbegründet.

Befürchtung 1: Absagen ist unhöflich

Zwar freut sich wohl kein Unternehmen über Kandidaten, die ihre Bewerbung zurückziehen. Trotzdem gehören Absagen für Personaler zum Arbeitsalltag. Und bedenken Sie: Eine freundliche Absage zeugt von Respekt und ist deshalb keineswegs unhöflich.

Ausschlaggebend ist also viel mehr, auf welche Art Sie Ihre Absage kommunizieren und wie Sie diese begründen. Außerdem sollten Sie sie natürlich rechtzeitig, also zum Zeitpunkt, wenn Sie sich sicher sind – und keinesfalls später – kommunizieren. Denn Sie wissen ja: Die Arbeitswelt ist klein und man trifft sich häufig ein zweites Mal!

Befürchtung 2: Absagen ist unfair

Im Gegenteil! Wirklich unfair ist es, nicht abzusagen und sich stattdessen einfach nicht mehr zu melden, Ausreden zu erfinden oder das Unternehmen unnötig lange hinzuhalten. Und zwar nicht nur dem Unternehmen gegenüber, das die Stelle möglichst schnell besetzen möchte, sondern auch den anderen Kandidaten gegenüber. Denn viele Firmen haben aus der Unzuverlässigkeit vorangegangener Bewerber gelernt und sagen anderen Kandidaten erst dann ab, wenn der Vertrag auch wirklich unterschrieben ist. Das heißt aber auch, dass ein anderer Bewerber vielleicht aus der Not heraus zuvor schon eine Stelle annimmt, die ihm weniger gut gefällt – und alles, weil Sie nicht rechtzeitig abgesagt haben. Und das ist doch wirklich unfair, oder?

Befürchtung 3: Eine Bewerbung zurückziehen ruiniert Ihren Ruf

Wenn Sie einem Unternehmen mitteilen, dass Sie sich für eine andere Firma entschieden haben, dann bedeutet das nicht nur, dass auch eine andere Firma in Ihnen eine begehrte Arbeitskraft sieht. Es gibt dem Unternehmen gleichzeitig das Signal, dass eine andere Firma bereit war, Ihnen ein derart verlockendes Angebot zu machen, dass Sie schlichtweg nicht ausschlagen können.

Und das führt im besten Fall dazu, dass das Unternehmen, dem Sie heute eine Absage erteilen, zu einem späteren Zeitpunkt mit einer neuen freien Vakanz zu noch besseren Bedingungen auf Sie zukommt!

Schriftlich oder mündlich?

Wenn es um die Art der Absage geht, dann sollten Sie diese nicht einfach lapidar mit einer E-Mail oder gar per WhatsApp erledigen. Geben Sie sich mehr Mühe und setzen Sie – sofern Sie sich auf schriftlichem Wege besser fühlen – auf einen Brief.

Dieser sollte kurz und prägnant ausfallen. Bedanken Sie sich zunächst und verstricken Sie sich anschließend nicht in allzu langen Erläuterungen, die häufig von einem schlechten Gewissen zeugen. Zwei Argumente sollten genügen, um Ihre Absage zu begründen. Abschließend bringen Sie noch Ihr Bedauern zum Ausdruck, Umstände gemacht zu haben und bitten um Verständnis.

Eine noch bessere Lösung ist, dass Sie im Unternehmen anrufen. Denn das beweist Selbstbewusstsein und Professionalität und gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihre Situation offen zu erklären. So können Sie sicher sein, dass Ihre Absage im Unternehmen auch gut aufgenommen wird. Und Sie sparen außerdem natürlich Zeit und Porto.

Text: Birte Schmidt


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