Bewerbung der Zukunft: Was wird wichtig, was fällt weg?

Was wird wichtig in nder Bewerbung der Zukunft?

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Zählen Zeugnisse bei einer Bewerbung bald weniger? Persönliche Referenzen dafür mehr? Eine aktuelle Studie der Uni Bamberg hat sich der Fragen angenommen, wie eine Bewerbung der Zukunft aussehen sollte.

Jeder Personalrecruiter gewichtet Anschreiben und Lebenslauf etwas anders. Die Bewerbungsunterlagen sind die erste Arbeitsprobe, mit der man dem Personaler von seinen Fähigkeiten überzeugen können. Doch was zählt besonders unter den Bewerbungsunterlagen? Und wie wichtig werden Anschreiben und Lebenslauf in Zukunft sein? Das Themenspecial „Bewerbung der Zukunft“ ist Teil der jährlich durchgeführten Studien „Recruiting Trends 2017“ und „Bewerbungspraxis 2017“ der Universität Bamberg in Zusammenarbeit mit der Heilbronner German Graduate School of Management and Law und im Auftrag der Stellen-Onlinebörse Monster. Welchen Stellenwert nimmt derzeit ein individuelles Schreiben ein, das sich an der Stellenausschreibung orientiert?  Aus Bewerbersicht wird das Anschreiben von 85,5 Prozent der befragten Kandidaten als wichtiges Auswahlkriterium bewertet. 81,5 Prozent der Kandidaten gehen zudem davon aus, dass sie sich durch ein Anschreiben positiv von anderen Kandidaten abgrenzen können.

Lebenslauf gewinnt an Bedeutung, das Anschreiben verliert

Entgegen der Einschätzung von Bewerbern nimmt jedoch die Bedeutung des Anschreibens tatsächlich ab: Für die Zukunft sehen nur noch 59,8 Prozent der 1.000 größten Unternehmen in Deutschland das Anschreiben als ein wichtiges Auswahlkriterium. Mit 55,2 Prozent bewertet die IT-Branche das Anschreiben in Zukunft sogar als noch weniger wichtig. Betrachtet man die weiteren Auswahlkriterien, so zeigt sich, dass es der Lebenslauf ist, der in Zukunft von den Unternehmen in den Mittelpunkt gestellt wird, wenn es um die Bewertung von Kandidaten geht. Etwa acht von zehn Unternehmen sehen das Universitäts-/Abschlusszeugnis zukünftig ebenfalls als ein wichtiges Auswahlkriterium an. Das Schulzeugnis hingegen wird mit Blick auf die Zukunft nur von einem Drittel der Top-1.000-Unternehmen und von einem Fünftel der Unternehmen der IT-Branche als wichtig erachtet. Allerdings bewertet die Hälfte des Mittelstands das Schulzeugnis noch als ein wichtiges Auswahlkriterium für die Zukunft. Aus Sicht der Kandidaten zeigen sich Diskrepanzen vor allem bei den Kurzprofilen und Empfehlungsschreiben, welche die Kandidaten als deutlich wichtiger bewerten als die Unternehmen. 83,4 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass das Anschreiben ein wichtiges Auswahlkriterium bei der Bewerbung der Zukunft sein wird. 96,7 Prozent geben den Lebenslauf als ein wichtiges erwartetes Auswahlkriterium an, 40,1 Prozent das Schulzeugnis. Im Gegensatz dazu wird das Universitäts-/Abschlusszeugnis von den Kandidaten als weniger wichtig erachtet als von den Unternehmen.

Darauf kann die Bewerbung der Zukunft verzichten

Neben der Bedeutung der verschiedenen Bestandteile einer Bewerbung wurde ebenso gefragt, auf welche dieser Bestandteile sowohl die Unternehmen als auch die Kandidaten in Zukunft gern verzichten. Für 29,9 Prozent der befragten Top-1.000-Unternehmen ist das Schulzeugnis eine Komponente, die weggelassen werden kann. Auch Kurzprofile und Empfehlungsschreiben sieht knapp ein Drittel der befragten Top-1.000-Unternehmen als nicht notwendig. Auf ein Anschreiben würden aber nur 12,9 Prozent gern verzichten. Unterschiede zwischen den Unternehmen gibt es vor allem beim Empfehlungsschreiben, worauf nur jedes zehnte IT-Unternehmen verzichten möchte, allerdings knapp ein Drittel der Top-1.000-Unternehmen und des Mittelstands. Ähnliche Unterschiede zeigen sich auch beim Kurzprofil. Text: Silja Schriever
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30.03.2017