Neun mutmachende Tipps für Bewerber "50 plus"

Bewerber 50 plus

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Ältere Bewerber, neuerdings auch "50 plus" genannt, haben bei der Jobsuche heute deutlich bessere Chancen als noch vor einigen Jahren. Wenn sie ein paar wichtige Ratschläge beachten.

Den geburtenschwachen Jahrgängen sei Dank: Der viel beschworene "demografische Wandel" hat nun auch den Arbeitsmarkt erreicht. Einen "50 plus"-Bewerber" einzustellen, ist in vielen Branchen mittlerweile wieder Normalität geworden, Vorurteile ob angeblich hoher Krankenstände und orbitanter Gehaltsforderungen verschwinden langsam aus den Köpfen der Personaler. Aber nun sind es viele Angehörige dieser älteren Generation selbst, die ihrerseits skeptisch sind, wenn es darum geht sich einen neuen Job suchen zu müssen oder zu wollen. Gegen diesen Pessimismus helfen folgende neun Punkte, die auch einem sehr selbstkritischen "Bewerber 50 plus" wieder Mut machen sollten.

1. Denken Sie daran, wo Sie überall wertgeschätzt werden könnten

Die Zeiten ändern sich: In immer mehr Unternehmen wird Alter nicht als Nachteil, sondern als Vermögenswert betrachtet. Manche Firmen, wie etwa Mercedes-Benz, holen sogar Ihre bereits in Rente befindlichen Mitarbeiter wieder ins Unternehmen, um jüngeres Personal zu schulen und zu leiten. Prüfen Sie deshalb, wo Sie in Ihrer Branche als erfahrener Praktiker oder Berater gesucht sein könnten. Aber auch Institutionen im Bereich der Bildung und Weiterbildung könnten neue Jobchancen für Sie bieten.

2. Bleiben Sie gefragt für neue Anforderungen

Ehrlich gesagt: Was Sie vor 20 oder 25 Jahren (schon) gemacht haben, interessiert bei den meisten Jobangeboten, die für Sie infrage kommen, überhaupt nicht. Wenn Sie aber vermitteln können, dass Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen ein perfekter Problemlöser für die Anforderungen von heute sind, steigen Ihre Chancen immens. Denn Unternehmen lieben Problemlöser, ganz gleich welchen Alters.

3. Genießen Sie Ihre "50 plus"-Unterschiede

Wo wir gerade bei Erfahrungen sind: Sie sollten die Tatsache, dass Sie nicht das Gleiche können und denken wie Ihre jüngeren Wettbewerber genießen. Denn das verschafft Ihnen eben gerade Vorteile. Und auch wenn Sie keine App für ein bestimmtes, "total cooles" Marktsegment programmieren können, wissen Sie nach eigenen Erlebnissen, dass es diesen Markt gar nicht richtig gibt.

4. Präsentieren Sie sich als Marke

Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken in der Jobsuche. Mit dem Alter kommen Weisheit, Perspektive, Reife, Erfahrung in Arbeit und Leben. Vermarkten Sie sich selbst um diese zentralen Qualitäten herum, ergänzen Sie sie um ein paar aktuelle Skills - fertig ist eine sehr komplette Marke.

5. Protzen Sie mit Ihren Erfolgen

Der Deutschen Zier ist seit eh und je die Bescheidenheit. Im Gegensatz zu anderen Nationen hoffen hierzulande auch Bewerber oft einfach darauf, dass Ihre Kenntnisse und Erfolge aus den wenigen Zeilen in Anschreiben und Lebenslauf und dann ein in paar Sätzen im Vorstellungsgespräch klar werden. Das ist aber leider nur selten der Fall. Arbeiten Sie deshalb bitte Ihre herausragenden Arbeitsleistungen so heraus, dass es auch jeder mitbekommt.

6. Haben Sie keine Angst vor einem Wechsel

Ältere Jobsuchende glauben oft, dass es zu spät für sie ist, etwas Neues anzufangen. Aber das ist nicht wahr. In einer aktuellen US-Studie stellte sich heraus, dass 82 Prozent der Personen, die nach dem 45. Lebensjahr eine berufliche Veränderung anstrebten, erfolgreich waren. Und viele von ihnen berichteten, dass sie sich in ihren neuen Positionen glücklicher fühlen und auch mehr verdienen.

7. Bleiben Sie up-to-date

Natürlich, die Hausaufgaben müssen weiter gemacht werden. Lesen Sie alles über Ihre Branche, aber auch über Trends in anderen Markt- und Gesellschaftsbereichen. Lassen Sie sich in einem Bewerbungsgespräch nicht dabei ertappen, nichts über den neuesten Hype in Ihrer Industrie zu wissen - aber auch nichts über die angesagte neue Social-Media-Plattform, über die alle sprechen. Denn dann sehen Sie wirklich alt aus.

8. Aktivieren Sie Ihr Netzwerk

Zahlreiche Forschungen und Studien zeigen, dass 80 bis 85 Prozent der heutigen Arbeitsplätze durch direkte oder indirekte Vernetzung vermittelt werden. Kontaktieren Sie als Jobsuchender möglichst persönlich viele der Menschen, von denen Sie annehmen, dass sie Ihnen in der ein oder anderen Form helfen könnten. Hinterlassen Sie dabei ruhig einen Lebenslauf oder eine Liste von Punkten, die darlegen, wie Ihre Erfahrung mit Jobs übereinstimmt, die für Sie geeignet sind.

9. Bleiben Sie stolz auf sich

Auch wenn die Jobsuche länger dauert und Ihnen ein paar unangenehme Erlebnisse beschert - ändern Sie nichts an Ihrer positiven Einstellung zu sich selbst und Ihrer Lebens- und Arbeitsgeschichte. Nur dann haben Sie die Chance, auch wirklich den Job zu finden, der zu Ihnen passt. Schließlich sind Sie wirklich zu alt, um laue Kompromisse zu machen. Text: Thorben Hansen
Service-Info: Sie gehören zu den 50 plus? Dann erfahren Sie im folgenden XING Coaches Beitrag wie Ihnen die berufliche Neuorientierung gelingen kann. Zu XING Coaches
10.02.2017