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Bewerben nach einer Kündigung

©Foto: Bloom Productions / Getty Images

Wer seinen Job verliert, ist oft erstmal geschockt. Doch auch ein schnelles Bewerben nach einer Kündigung hilft, wieder Tritt zu fassen. Wir zeigen, was dabei zu beachten ist.

Eine Entlassung lässt niemanden cool, kratzt immer am Selbstbewusstsein. Deshalb ist es für gekündigte Menschen gar nicht so einfach, sich zu einer Bewerbung zu motivieren. Selbstzweifel, Ängste und die Frage „Was habe ich falsch gemacht“ begleiten die Betroffenen häufig. Alles Aspekte, die einer erfolgreichen Bewerbung im Wege stehen können. Darum sollten sich Arbeitsuchende zunächst intensiv mit ihrer Kündigung auseinandersetzen.

Geben Sie sich daher Zeit und gestehen Sie sich einige Tage nach der Entlassung zu, an denen Sie das Erlebte für sich begreifbar machen. Nach dieser Phase ist es aber wichtig, dass Sie sich dazu motivieren, Bewerbungen zu schreiben. Ein Punkt, der viele Menschen in dieser Situation jedoch vor große Herausforderungen stellt. Sie sind unsicher, ob sie die Kündigung in ihrer Bewerbung thematisieren sollen oder ob es sinnvoller ist, diese zu verschleiern.

Kündigung erwähnen? Ja oder nein?

In welcher Form Sie die Entlassung in Ihrer Bewerbung ansprechen, ist immer von den Gründen abhängig. Und diese können unterschiedlicher Natur sein:
• Ihr Unternehmen hat wirtschaftliche Engpässe und muss Stellen streichen.
• Der Arbeitgeber ist mit Ihren Leistungen, Ihrer Arbeitsmoral oder Ihrer Einstellung nicht zufrieden.
• Sie haben einen neuen Vorgesetzten und die Chemie passt einfach nicht.

Doch egal, um welchen Grund es sich handelt, wichtig ist es zunächst, dass Sie nicht lügen. Denn eine Lüge im Bewerbungsanschreiben kann auch später, wenn Sie längst eingestellt sind, ein Kündigungsgrund sein.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie die Entlassung in Ihrem Anschreiben gleich zu Beginn erwähnen sollten. Häufig haben Sie nicht genug Platz, um den Sachverhalt plausibel zu erklären. So bleibt viel Raum für Spekulationen, die Sie in ein schlechtes Licht rücken könnten. Sinnvoller kann es stattdessen sein, zu schreiben, dass Sie sich derzeit beruflich neu orientieren. Auf die Frage nach dem Warum können Sie im Bewerbungsgespräch eingehen.

Haben Sie aus Fehlern gelernt? Gut, dann sagen Sie das auch!

Ein wenig anders sieht es aus, wenn Ihr Unternehmen aufgrund finanzieller Probleme Stellen streichen musste und Sie von diesen Einsparmaßnahmen betroffen sind. In diesem Fall können Sie beim Bewerben nach einer Kündigung das Thema offensiv ansprechen. Sinnvoll ist das beispielsweise im Zusammenhang mit der Passage zum Eintrittstermin. Dort empfiehlt sich ein Satz wie „Möglicher Einstiegstermin ist aufgrund von wirtschaftlich bedingten Stellenstreichungen in meinem Unternehmen ab sofort.“ Besonders geeignet ist dieses Vorgehen, wenn Sie bei einem Arbeitgeber tätig sind, dessen finanzielle Schwierigkeiten bereits aus den Medien bekannt sind.

Wie aber kommunizieren Bewerber eine Kündigung, die erfolgt ist, weil sie – aus Sicht ihres alten Arbeitgebers – ihre Leistungen nicht erfüllt haben? Auch hier heißt es zunächst: Bleiben Sie bei der Wahrheit, ohne jedoch zu viele Details zu nennen. In erster Linie geht es darum, dem potenziellen neuen Arbeitgeber zu zeigen, dass Sie aus möglichen Fehlern gelernt haben und dazu bereit sind, die neue Herausforderung anzunehmen.

Keine Rechtfertigung im Vorstellungsgespräch

Werden Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, sollten Sie sich gut vorbereiten, um angemessen auf unangenehme Nachfragen reagieren zu können.
Möchte Ihr Gegenüber mehr über den Kündigungsgrund erfahren, bleiben Sie sachlich:
• Überlegen Sie sich im Vorfeld Antworten auf mögliche Fragen, die in Richtung Kündigung zielen. Schreiben Sie sich Stichworte auf, üben Sie mit Freunden und Verwandten. Holen Sie sich von diesen Tipps, ob die genannten Gründe gut formuliert sind.
• Gehen Sie bei Nachfragen kurz und prägnant auf den Kündigungsgrund ein. Lassen Sie Details außen vor.
• Rechtfertigen Sie sich nicht.
• Legen Sie den Fokus während eines Vorstellungsgespräches auf Ihre Qualifikationen und Stärken.
• Treten Sie sicher und zukunftsorientiert auf.
• Zeigen Sie, dass Sie sich mit dem Unternehmen sowie den Aufgaben und Anforderungen auseinandergesetzt haben.

Ganz wichtig: Egal, ob Sie und Ihr ehemaliger Arbeitnehmer sich im Guten oder im Schlechten voneinander getrennt haben – eines bleibt immer gleich: Negative Äußerungen über den ehemaligen Chef oder das Unternehmen gegenüber potenziellen neuen Arbeitgebern sind tabu. Schlucken Sie Ihren Frust und Ihren Ärger also hinunter und konzentrieren Sie sich auf das, was wirklich zählt: die Suche nach dem neuen Job.

Text: Daniela Lukaßen


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