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Ausbildung: Bewerber brauchen gute Kopfnoten

Viele Personalchefs achten bei der Auswahl von Bewerbern noch stark auf die sogenannten Kopfnoten

©deepblue4you / Getty Images

Auch auf die Kopfnoten kommt es an! Bei der Auswahl geeigneter Azubis sind Sozialverhalten und unentschuldigte Fehlzeiten ein wichtiger Faktor. Gute schulische Leistungen bleiben jedoch weiterhin entscheidend.

Beim Rennen um die besten Ausbildungsplätze geht es nicht nur um gute Schulnoten. Das geht aus einer Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hervor. Neben den reinen Leistungen achten die Betriebe auch auf unentschuldigte Fehlzeiten und das Sozialverhalten, also die sogenannten „Kopfnoten“. Das geht aus der Studie hervor. Dafür hat das Institut gemeinsam mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) 500 Betriebe jeweils sechs Profile fiktiver Bewerber mit mittlerer Reife bewerten lassen.

Dabei zeigt sich: Ohne gute Noten und tadelloses Verhalten geht es nicht. Hat ein Betrieb Probleme damit, überhaupt passende Bewerber für seine Ausbildungsplätze zu finden, ist er bei der Bewertung aber etwas gnädiger. Angehende Azubis mit nicht ganz so guten Voraussetzungen werden dann eher zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen als in Regionen und Branchen mit einem Überschuss an Bewerbern. Auch bei einem großen Mangel an Auszubildenden sind Betriebe aber nicht bereit, Leistung und Verhalten ganz zu ignorieren und etwa schulisch schwache Bewerber trotzdem einzuladen.

Kopfnoten sind in Deutschland umstritten

Allerdings sind die Kopfnoten nicht unumstritten: In manchen Bundesländer, wie etwa Nordrhein-Westfalen, sind sie abgeschafft, in anderen (Berlin) keine verpflichtende Leistung der Schule. Experten, die die Kopfnoten ablehnen, argumentieren, dass die soziale Beurteilung von Schülern in der Pubertät nicht maßgebliche Hinweise auf die wirkliche Persönlichkeit eines Bewerbers gibt. Zudem seien die meisten Lehrer nicht für eine derartige Bewertung ausgebildet. Pro-Kopfnoten-Verfechter weisen darauf hin, dass die „Verhaltenszensuren“ für lernschwache Schüler oft die einzige Chance sind, überhaupt auf dem Ausbildungsmarkt wahrgenommen zu werden.


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