Bewerben bei Daimler: Personalexpertin Dr. Anna-Maria Karl verrät im Interview, worauf es dem Automobilkonzern bei Bewerbern und neuen Talenten ankommt.
Dr. Anna-Maria Karl kümmert sich bei Daimler um die Nachwuchsförderung. Im Interview verrät uns die HR-Expertin, auf was es ihr beim Talent Sourcing für den Automobilkonzern ankommt.
Ich habe Jura studiert – in München, Genf, Hamburg, London und Madrid. Nach meinem Studium habe ich dann als Rechtsreferendarin in Brüssel gearbeitet, bevor ich einen Master im internationalen Recht in Ann Arbor, Michigan, ablegte. Bei Daimler bin ich 1995 in die Rechtsabteilung eingestiegen, zunächst als Referentin für Westeuropa und Südamerika. Heute verantworte ich als Leiterin Global Talent Sourcing die weltweite Nachwuchsförderung. Für mich eine ganz bewusste Entscheidung, da die Neugier für andere Menschen, Sprachen und Kulturen in einem internationalen Arbeitsumfeld schon immer meine Leidenschaft waren. Das zieht sich durch meinen bisherigen Berufsweg und passt perfekt zu meiner aktuellen Aufgabe.
Ein Wort trifft es am besten: „Wandel“. Bei Daimler hat jeder Mitarbeiter genügend Freiraum sich zu entfalten. Sei es sich vom Fachexperten zur Führungskraft zu entwickeln. Von Deutschland auf Zeit in den USA zu arbeiten. Seinen Job im Office oder von Zuhause zu machen. Oder seine Vollzeitstelle in ein Job Sharing umzuwandeln. Daimler bietet unglaublich viele
Wir suchen in den unterschiedlichsten Bereichen Absolventen, Berufseinsteiger mit Praxiserfahrung und Professionals. Neben Ingenieuren, die unter anderem in den Fachgebieten alternative Antriebe, Leichtbau und Fahrerassistenzsysteme tätig sind, freuen wir uns besonders über Bewerbungen für die Bereiche IT, Digitale Medien und Mobilitätsdienstleistungen. Das kann zum Beispiel ein IT-Architekt sein, der den Aufbau einer Cloud Infrastruktur für vernetzte Autos verantwortet oder ein Softwareentwickler, der sich mit dem automatisierten Fahren beschäftigt. Darüber hinaus bieten wir Einstiegsmöglichkeiten beispielsweise in kaufmännischen Tätigkeitsbereichen an, die auf Grund unserer Internationalität gerade bei Absolventen wirtschaftlicher Studiengänge sehr beliebt sind.
Allein in Deutschland erhalten wir jedes Jahr eine sechsstellige Zahl an Bewerbungen. Dabei möchten wir unabhängig von Alter, Herkunft und Geschlecht die bestqualifizierten Fachkräfte für unser Unternehmen gewinnen und entwickeln. Das Assessment Center ist dabei ein Auswahlverfahren, das wir erfolgreich nutzen. Es gibt auch noch weitere Formate, mit denen wir uns der Zielgruppe vorstellen. Unsere Recruiting Events zum Beispiel haben immer einen speziellen Fokus. Mal sprechen wir IT-Experten an, mal gehen wir in den Austausch mit Ingenieuren oder suchen Fachkräfte aus dem Bereich „Autonomes Fahren“. Die Anforderungen sind ganz unterschiedlich, nur das Ziel ist identisch: Wir möchten uns mit den Kandidaten austauschen, sie sollen einen Einblick in die Arbeitsfelder bei Daimler erhalten und die Fachbereiche kennenlernen. Das ist sozusagen unsere Bewerbung an die Bewerber. Auch mit dem „Daimler Knowledge College“ gehen wir mit interessierten Studierenden direkt in den Austausch. Hier bieten wir vor allem an, ihre persönlichen Fähigkeiten ganz gezielt in Workshops zu stärken. „Der richtige Weg zum richtigen Job“, „Stärken stärken“ und „Schalten Sie in den Start-up-Modus“ sind entsprechende Formate, die wir aktuell bereitstellen.
Die Digitalisierung bietet viele neue Optionen und beeinflusst auch das das Recruiting. Wir setzen verstärkt auf die sozialen Medien und eine neue Ansprache über Instagram, Facebook, Spotify oder Onlinemessen. Unsere Zielgruppe wollen wir dort ansprechen, wo sie sich aufhält und authentische, persönliche Eindrücke vermitteln. Der direkte Austausch mit den Bewerbern wird immer wichtiger. Wir haben heute zum Beispiel Kollegen, die sich nur um „Active Sourcing“ kümmern. Die Personaler agieren dabei wie Headhunter und gehen über soziale Netzwerke gezielt auf die Suche nach passenden Kandidaten. Daneben sind es aber gerade auch die persönlichen Begegnungen wie bei unseren Recruiting Events, die den Unterschied machen.
Wir betreiben keine Social-Media-Recherche oder googeln Bewerber, das wäre bei so vielen Bewerbungen auch gar nicht möglich. Keine Facebook-Seite kann den umfassenden Eindruck vermitteln, den wir in einem persönlichen Gespräch gewinnen.
Wir suchen authentische und kreative Bewerber, die für ihre Ideen brennen und etwas verändern möchten. Genau dort setzen auch unsere Fragen an: Uns interessiert, welche Vorstellungen unsere Bewerber von der Mobilität der Zukunft haben und wo sie unser Unternehmen in den nächsten Jahren sehen. Für uns ist der Austausch der jeweiligen Erwartungen ein entscheidender Faktor. Schließlich soll es für beide Seiten passen. Grundsätzlich macht immer eine vollständige Bewerbung einen guten Eindruck. Dazu gehören ein Motivationsschreiben und ein ausführlicher Lebenslauf. Die persönliche Note sollte auch nicht fehlen. Denn wir wollen den Menschen hinter der Bewerbung kennenlernen, auch im Zeitalter von standardisierten Online-Bewerbungssystemen. Das Wichtigste ist nach wie vor: Seien Sie immer authentisch und zeigen Sie uns, wer Sie sind.
Ich bin ein Fan von kulturellem und sozialem Engagement. Danach frage ich auch gerne in einem Vorstellungsgespräch. Natürlich ist es aber kein Ausschlusskriterium, wenn jemand andere Interessen hat.
Mich überraschen kreative Menschen, die gerne ins kalte Wasser springen und das auch mit ungewöhnlichen Situationen belegen können. Das kann ein interessantes Hobby wie Segelfliegen sein oder mal ein etwas anderer Lebenslauf, der nicht von A nach B verläuft. Ich erinnere mich an einen Bewerber, der noch während der Schulzeit für ein Jahr nach China gegangen ist. Allerdings ohne ein Wort Chinesisch zu sprechen. Als er zurückkam, konnte er die Sprache fließend und war um eine Lebenserfahrung reicher. Solche Geschichten mag ich.
Eine Bewerberin hat mitten im Gespräch angefangen zu stricken. Das war schon etwas skurril. Dennoch sollte man sich davon als Recruiter nicht abschrecken lassen. Denn manchmal braucht es eben Kandidaten, die unerschrocken und anders an Dinge herangehen.
Meine Bewerbung damals an Daimler war sehr formal. Ich habe meine Schwerpunkte auf die Zeugnisse gelegt. Das würde ich jetzt ganz anders machen. Heute stechen Bewerbungen hervor, die flippig oder mutig sind. Wo der Bewerber Geschichten erzählt und nicht nur seinen Lebenslauf linear herunterbetet. Auch das Thema Networking hat durch die Digitalisierung natürlich einen ganz anderen Stellenwert bekommen. Bewerber können damit über unterschiedlichste Wege, Referenzen und Dialogarten von ihrer Persönlichkeit überzeugen. Aktuelle Stellenausschreibungen und Informationen rund um Daimler als Arbeitgeber gibt es auf dem XING Unternehmensprofil der Daimler AG. Weitere authentische Einblicke in das Unternehmen finden Sie unter www.facebook.com/daimlercareer und www.instagram.com/daimlercareer.
Service-Info: Bewerben bei Daimler klingt spannend? Dann empfehlen wir Ihnen einen Blick auf die ausgeschriebenen Stellen im XING Stellenmarkt zu werfen. Was Mitarbeiter oder Bewerber über Daimler als Arbeitgeber sagen, erfahren Sie direkt bei kununu: [kununu_score hash=”Kldf” profile=”de/daimlerag”] [jobs-widget keywords=”daimler ag”][/jobs-widget]