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Ehrenamt im Lebenslauf: Hilft helfen der Karriere?

Ein Ehrenamt wie Jugendtrainer kann sich bei dser Bewerbung positiv auswirken

© SolStock / Getty Images

Sie unterstützen Senioren in der Nachbarschaft, sind freiwillig im örtlichen Tierheim aktiv oder geben kostenlos Nachhilfestunden für Kinder? Ehrenamt-Tätigkeiten wie diese können Ihnen im Bewerbungsverfahren Vorteile verschaffen.

„Tue Gutes und rede darüber“ – vielleicht haben Sie diesen Satz schon einmal in dieser oder in ähnlicher Form gehört. Und auch in einer Bewerbung gilt es, mit Gutem nicht hinter dem Berg zu halten. Engagieren Sie sich sozial? Dann sollte Ihr Einsatz auch eine Rolle in Ihren Unterlagen spielen.

Arbeitgeber profitieren vom Ehrenamt ihrer Beschäftigten

Unternehmen schätzen es häufig, wenn sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die gute Sache einsetzen. Denn das ehrenamtliche Engagement kommt in der Regel nicht nur denen zugute, denen direkt geholfen wird.

Auch der Arbeitgeber profitiert in gewisser Weise:

  • Menschen, die sich sozial engagieren, schauen über den eigenen Tellerrand hinaus. Als Ehrenamtler stemmen Sie häufig Projekte, organisieren und planen – Fähigkeiten, die auch im Berufsleben gefragt sind. Als freiwilliger Helfer signalisieren Sie, dass Sie dazu bereit sind, auch in Ihrer Freizeit sinnvollen Aufgaben nachzugehen.
  • Darüber hinaus lässt das soziale Engagement oft auf den Charakter eines Menschen schließen. Hilfsbereitschaft und Zielstrebigkeit sind auch Arbeitgebern wichtig. Außerdem arbeiten Ehrenamtler oftmals in Teams – ein weiteres Merkmal, das Personaler aufhorchen lässt.
  • Allerdings punkten Sie mit Ihrem sozialen Engagement nur, wenn Sie es angemessen thematisieren.

Eine wichtige Rolle, wenn es um soziales Engagement in den Bewerbungsunterlagen geht, spielen Authentizität und Ehrlichkeit. Lügen und Hochstapelei sind absolute No-Gos. Ein Personaler erkennt sehr schnell, ob Sie in der Bewerbung die Wahrheit sagen oder ob Sie übertreiben. Auch eine freiwillige Tätigkeit, der Sie vor mehr als 20 Jahren als Schüler nachgegangen sind, verfehlt ihre Wirkung.

Kurzfassen und sorgsam auswählen

Machen Sie sich also zunächst Gedanken darüber, welche Art des Engagements Sie tatsächlich erwähnen. Weniger ist in diesem Zusammenhang häufig mehr. Nennen Sie gleich sehr viele Ehrenämter, entsteht bei einem möglichen neuen Arbeitgeber schnell der Eindruck, dass Ihre bisherige Stelle Sie nicht ausgefüllt hat oder Ihr eigentlicher Job für Sie nur eine Nebenrolle spielt. Konzentrieren Sie sich also auf ein Ehrenamt, das Ihnen besonders viel bedeutet und das auch für Ihren Job interessant sein kann. Die richtige Stelle, dieses aufzuführen, ist in der Regel der Lebenslauf.

Unter dem Punkt „Hobbys“ oder direkt unter der Überschrift „Ehrenamt“ geben Sie an

  • seit wann Sie sich engagieren
  • wo und für wen Sie sich engagieren
  • welche Aufgaben Sie übernehmen.

Sehen Sie tatsächlich Parallelen zu Fähigkeiten, die die von Ihnen angestrebte Stelle erfordert, können Sie darauf auch in Ihrem Anschreiben eingehen. Sie haben sich beispielsweise für eine Hilfsorganisation im Ausland engagiert und streben nun eine Stelle an, die interkulturelle Kompetenz erfordert? Gehen Sie in ein bis zwei Sätzen darauf ein. Konzentrieren Sie sich jedoch dringend darauf, sich kurz zufassen. Denn im Fokus Ihrer Bewerbung sollte immer die angestrebte Stelle stehen – ganz gleich, wie spannend Ihr soziales Engagement ist.

Auf Rückfragen vorbereitet sein

Werden Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, stellen Sie sich zudem auf Fragen Ihrer Gesprächspartner ein. Findet ein Personaler Ihre ehrenamtliche Tätigkeit spannend, wird er sicher nachhorchen. Überlegen Sie sich daher im Vorfeld, warum Sie sich sozial engagieren, was Sie für sich aus Ihrem Ehrenamt mitnehmen und was Ihnen an Ihrer Tätigkeit besonders wichtig ist.

Seien Sie auch auf kritische Rückfragen vorbereitet: Sie investieren viel Zeit in Ihr Ehrenamt? Können Sie denn dann überhaupt noch Überstunden leisten, wenn dies einmal vonnöten ist? Achten Sie auch im persönlichen Gespräch darauf, dass Sie nicht zu sehr ins Plaudern geraten. Und machen Sie sehr deutlich, dass Ihnen Ihr soziales Engagement zwar wichtig ist, Ihr Augenmerk aber der ausgeschriebenen Stelle gilt.

 Text: Daniela Lukaßen-Held


Service-Info: Mehr Tipps und wertvolle Informationen rund um das Thema Bewerbung und Berufseinstieg finden Sie in unserer großen Artikelserie zu diesem Thema.


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