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Mein Auswahlverfahren bei Calco: Mit Logik in die Masterclass

Auswahlverfahren Calco Masterclass Symbolbild

©Foto: Azri Suratmin / Getty Images

Der Dienstleister Calco wirbt damit, dass er Absolventen aller Fachrichtungen in kurzer Zeit fit für einen Job in der IT-Branche macht. Joyce Baron-Koetsier setzte sich im Auswahlverfahren durch und arbeitet derzeit als Trainee bei der Bethmann Bank in Frankfurt. Hier erzählt sie von ihrem Bewerbungsweg.

„Mir war schon während des Studiums in Korean Studies klar, dass ich nicht in der Wissenschaft bleiben wollte. Eine Freundin erzählte mir dann von dem Calco-Traineeprogramm, in dem agil, also in kleinen Teams sehr eng zusammengearbeitet wird. Ich entschied mich, es einfach mal auszuprobieren. Auf der Website von Calco fand ich hilfreiche Informationen zum Trainee-Programm sowie ein Formular für meine Kontaktinformationen, dass ich zusammen mit meinem Lebenslauf und einem Motivationsschreiben einreichen musste.

Erfolgreiche Calco-Bewerberin Joyce Baron-Koetsier
Erfolgreiche Calco-Bewerberin Joyce Baron-Koetsier: „kölkökök“

Innerhalb von einer Woche bekam ich dann schon die Einladung zu einem analytischen Test, der vor Ort bei Calco in einem Computerraum stattfinden sollte (dieser Test kann auch online gemacht werden, um weite Anfahrtswege zu vermeiden). Das Schreiben enthielt einen Link mit Beispielfragen, die ich in Vorbereitung auf den Test bearbeitete. Anschließend suchte ich auf kostenlosen Vorbereitungsseiten für IQ-Tests weitere Übungen zu Bilder- und Zahlenreihen, in denen das logische Denken abgefragt wurde. Das half mir, mich gezielt darauf vorzubereiten. Das war wichtig, weil ich bei der etwa einstündigen Prüfung dann unter einem großen Zeitdruck stand. Im Anschluss an den analytischen Test bekam ich dann sofort die Nachricht, dass ich bestanden hatte und in die zweite Auswahlrunde kommen würde, zu der ich in formeller Kleidung erscheinen sollte.

Gut vorbereitet in den Auswahltag starten

Als Vorbereitung auf den zweiten Vorstellungstermin gab man mir einen Persönlichkeitsfragebogen mit, den ich zuhause ausfüllen sollte. Dabei ging es darum, einzuschätzen, wie ich mich als Person in der Arbeitswelt verhalte. Welche Arten von Arbeit mache ich gerne? Was zeichnet für mich einen guten Manager aus? Habe ich viel Vertrauen in meine Kollegen? Arbeite ich lieber im Team oder bin ich eher auf das Ziel fokussiert? Beschreibe ich mich eher als introvertiert oder als extrovertiert?

Die Bearbeitung des Fragebogens fiel mir nicht leicht, denn ich hatte bisher nur Arbeitserfahrungen im Studium und in Nebenjobs gesammelt und natürlich hängen viele Antworten davon ab, in welchem Kontext man sich gerade befindet. Es war aber klar, dass es bei der Auswertung dieses Dokuments nicht um ein Richtig oder Falsch gehen würde. Die Fragen sollten mich anregen, über bestimmte Themen nachzudenken, die dann später im Vorstellungsgespräch vertieft werden sollten.

Vor dem zweiten Auswahltermin machte ich mir natürlich auch Gedanken darüber, was ich von dem Traineeprogramm erwarte und worauf ich im neuen Job Wert lege. Und weil das ganze Konzept von Calco für mich neu war, bereitete ich auch einige Fragen vor.

Der zweite Schritt des Auswahlverfahrens dauerte dann einen halben Tag. Wir bekamen in einer Gruppe von etwa zehn Bewerbern zunächst eine kleine Einführung zum Ablauf des Traineeprogramms sowie Informationen zum Arbeitsvertrag und Gehalt. Anschließend wurde in einem etwa zwanzigminütigen Test geprüft, ob wir logisch denken können und Erfahrung mit dem Programmieren haben. Dieser Test fand nicht am Rechner statt. Wir bekamen eine schriftliche Aufgabe, die uns kurz erläutert wurde. Es ging beispielsweise darum, eine Programmierung zu bewerten, die ausrechnen sollte, wie viele Schaltjahre es zwischen 1800 und 2020 gegeben hat. Man musste auf der Basis logischer Überlegungen eine richtige Antwort auswählen, ohne dafür eine Programmiersprache beherrschen oder selbst rechnen zu müssen.

Danach galt es, in einer Gruppenaufgabe herauszufinden, wie wir mit anderen interagieren. Wir bekamen eine Liste mit Aspekten wie ‚Grund‘, ‚Prozess‘, ‚Ziel‘ und ‚Kommunikation‘, die für die Zusammenarbeit wichtig sind, und mussten diese in eine für uns als Gruppe passende Priorisierung bringen. Und zum Schluss gab es noch ein persönliches Gespräch mit einem Recruiter, in dem der Lebenslauf, der Persönlichkeitsfragebogen und die Beobachtungen aus den Übungen zuvor gemeinsam besprochen und reflektiert wurden. Am Ende dieses Auswahltages wurde mir schon mitgeteilt, dass ich das Traineeprogramm beginnen könnte. Seit dem Einreichen meiner Bewerbungsunterlagen waren da erst zwei Wochen vergangen. Ich konnte dann selbst entscheiden, zu welchem Zeitpunkt ich das Traineeprogramm beginnen wollte.

Im Nachhinein frage ich mich, warum ich vor den Auswahlterminen eigentlich so nervös war. Wahrscheinlich unterschätzte ich meine eigenen Kompetenzen und auch das Team von Calco. Statt einem Mitarbeiter mit über dreißig Jahren Erfahrung sitzen dir dort junge Recruiter gegenüber, die sich nicht nur für deinen Lebenslauf interessieren, sondern dich als Persönlichkeit wirklich kennenlernen wollen und einen entspannten Umgang mit deinen Makeln haben.  Wenn du in einer E-Mail mal einen Anhang vergisst oder dich an einem Tag nicht so wohl fühlst, weil du zum Beispiel schlecht geschlafen hast, zeigen sie durchaus Verständnis dafür. Und wenn mal etwas nicht so gut läuft, sagen sie dir schnell Bescheid, so dass du dein Verhalten noch anpassen kannst.

Wichtig ist hier auch, dass nicht nur du dich bei dem Unternehmen bewirbst, sondern dass das Unternehmen ebenso versucht, sich bei dir als potentiellem Mitarbeiter gut zu präsentieren. Denn in der IT-Branche gibt es einen Fachkräftemangel. Und um an der Schnittstelle von Business und IT zu arbeiten, sind neben technischem Know-how vor allem die persönlichen Kompetenzen entscheidend für eine erfolgreiche Karriere.“

Aufgezeichnet von Janna Degener-Storr


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