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Bewerbungstipps für Studienabbrecher

Wer sein Studium geschmissen hat, würde diesen vermeintlichen Makel bei Bewerbungen oft liebend gerne verheimlichen. Dabei haben auch Studienabbrecher gute Chancen.

Rund 100.000 Studienabbrecher gibt es in Deutschland jährlich
©Foto: Paul J. West / shutterstock

Studienabbrecher empfinden die nicht abgeschlossene Hochschulausbildung oft als peinlichen Punkt im Lebenslauf – auch, wenn das pro Jahr in Deutschland etwa 100.000 junge Menschen tun. Dabei lässt sich ein selbstgewähltes Studienende natürlich auch in ein positives Licht rücken. Wie das im Lebenslauf und in Vorstellungsgesprächen gehen kann, erklärt Karriereberater Walter Feichtner aus München.

Das Wichtigste: Bewerber sollten dazu stehen und den Abbruch nicht verheimlichen. Sie sollten es aber auch nicht an prominenter Stelle „herausposaunen“. „Aber in den Bewerbungsunterlagen sollte der Studienabbruch genannt werden“, sagt Feichtner. Einen Grund dafür nennen Studienabbrecher an dieser Stelle aber besser erst mal nicht. Stattdessen könnten sie auf ihre speziellen Studieninhalte eingehen.

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Was gehört heutzutage zum Umfang einer modernen Bewerbung? Um Ihnen das Bewerbungsverfahren und das Überprüfen Ihrer Bewerbungsunterlagen auf Vollständigkeit etwas zu erleichtern, bieten wir Ihnen diese Checkliste zum kostenlosen Download an.

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Schließlich hat jemand der studiert hat, dort etwas gelernt – auch wenn er das Studium dann nicht abgeschlossen hat. „Man kann ruhig schon im Anschreiben offensiv darstellen, welche Kenntnisse man sich im Rahmen des Studiums angeeignet hat“, sagt der Karriereberater. So sollten Bewerber – wenn möglich – gezielt den Nutzen hervorheben, den diese Kenntnisse für den jeweiligen Job haben. Wer sich beispielsweise im Bereich Buchhaltung bewirbt, sollte darauf hinweisen, wenn er an der Uni etwas zu Bilanzen gelernt hat.

Vier Erste-Hilfe-Tipps für Studienabbrecher

Bleiben Sie selbstbewusst: Im Vorstellungsgespräch sollten Bewerber den Grund für den Studienabbruch schon von sich nennen und so provokative Nachfragen vermeiden. „Wer danach eine Ausbildung gemacht hat, kann beispielsweise sagen: `Ich habe gemerkt, dass ich doch eher der Praktiker bin´“, schlägt Feichtner vor. Er meint: Passt der Bewerber aufgrund seines fachlichen und persönlichen Könnens auf die Stelle, ist ein Studienabbruch kein entscheidendes Problem.

Suchen Sie sich kompetente Beratung: Studienabbrecher können in eine duale Ausbildung wechseln. Immerhin stehen nach jüngsten Umfragen zwei von drei Firmen der Idee offen gegenüber, Studienabbrecher als Azubis einzustellen. „Dafür sollten sie sich so rasch wie möglich mit einem IHK-Ausbildungsberater in Verbindung setzen“, sagt Esther Hartwich, Bildungsexpertin beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Diese Experten klären, ob sich Leistungen aus dem Studium anrechnen lassen und eine Ausbildung verkürzen können.

„Eine andere Möglichkeit für die Abbrecher ist, sich im Sekretariat der Hochschule zu erkundigen“, sagt Alexander Legowski  vom Zentralverband des deutschen Handwerks. Denn immer mehr Handwerkskammern kooperierten mit den Universitäten und Fachhochschulen. Oft stehen auch dort direkt Ansprechpartner zur Verfügung.

Nutzen Sie spezielle Initiativen: Immer öfter gibt es Initiativen, die Studienabbrecher den Einstieg in eine verkürzte, duale Berufsausbildung ermöglichen. Dazu zählen etwa „Your turn“ in Berlin oder „Switch“ in Aachen. Sie bieten zum Beispiel „abgebrochenen“ Informatik-Studenten die Gelegenheit, eine verkürzte Ausbildung beispielsweise zum Fachinformatiker zu machen. Zudem startet das Bundesbildungsministerium demnächst ein neues, bundesweites Konzept, dass Studienabbrechern Chancen im Handwerk eröffnen soll.

Machen Sie den Meister: Wer im Studium schon weit fortgeschritten ist, kann statt einer Ausbildung sogar gleich einen Abschluss erwerben, der dem Meister entspricht. „So bietet etwa die Industrie- und Handelskammer in Stuttgart den „Industrietechniker“ an, der mit dem Meister vergleichbar ist“, erklärt Hartwich. Dieser Abschluss kommt etwa für Studenten infrage, die mindestens 60 sogenannte „Credit Points“ in einem technischen Hochschulstudium gesammelt und zwei Jahre berufliche Praxis haben.


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