Job-Hopping: Wie häufig darf ich den Job wechseln?

Lebensläufe mit vielen Stellenwechseln innerhalb kurzer Zeit sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Sie können bei den Personalern aber einen schlechten Eindruck erwecken. Wann ist häufig also zu häufig?

Noch vor wenigen Jahren und Jahrzehnten waren lineare Karrieren die Norm. Viele Menschen traten nach ihrem Abschluss einen Job an und blieben bis zum Renteneintritt bei demselben Arbeitgeber. Jobwechsel waren eher die Seltenheit. Heutzutage ist das anders: Jobwechsel sind nicht nur erlaubt, sondern häufig sogar erwünscht. Schließlich bringen sie zahlreiche Vorteile im Sinne von neuen (Berufs-) Erfahrungen, einer frischen Sicht auf die Dinge oder persönlichem Wachstum mit sich – und damit ist die Liste noch lange nicht zu Ende. In einem gewissen Ausmaß ist das sogenannte Job-Hopping also keine Seltenheit und nichts Schlechtes. Wer aber zu häufig die Stelle wechselt, vielleicht sogar die Branche oder den ganzen Beruf, muss in Bewerbungsprozessen einen Nachteil befürchten.

Mögliche Gründe für häufige Jobwechsel

Viele Arbeitnehmer wechseln heutzutage häufiger den Job, weil sie aufgrund des Fachkräftemangels schlichtweg mehr Auswahl haben. Sie werden also vielleicht von der Konkurrenz abgeworben und haben dadurch Vorteile wie bessere Karrierechancen oder ein höheres Gehalt. Aber auch im Privatleben sind die Menschen mobiler geworden, ziehen häufiger um – vielleicht der Liebe wegen – und brauchen dadurch manchmal einen neuen Job. In einigen Fällen sind solche Jobwechsel zudem unfreiwillig, schließlich sind auch Arbeitgeber weniger „linear“ geworden. Unbefristete Arbeitsverträge weichen also immer mehr befristeten Stellen, Praktika, Zeitarbeitsverträgen & Co. Nicht immer ist das Job-Hopping daher eine freiwillige Entscheidung. Es bezeichnet den häufigen Wechsel des Arbeitsplatzes innerhalb kurzer Zeit. Beim Job-Hopping bleibst Du also immer nur für wenige Monate oder etwa ein bis zwei Jahre beim gleichen Arbeitgeber.

Loyalität wird bei Arbeitgebern (noch) großgeschrieben

Solche kürzeren Stationen sind in Deinem Lebenslauf kein Problem, wenn sie vereinzelt auftreten. Vielleicht erhältst Du dadurch eine neugierige Frage im Vorstellungsgespräch, woher der schnelle Wechsel rührte – doch eine Benachteiligung im Bewerbungsprozess musst Du meist nicht befürchten. Anders ist das, wenn der Lebenslauf von solchen Stationen geprägt ist. Dann wirken sie nicht wie ein Einzelfall, sondern wie eine Gewohnheit und prompt hast Du den Stempel „Job-Hopper“ auf der Bewerbung. Das Problem an der Sache ist dann, dass die Personaler Dir negative Eigenschaften wie Illoyalität oder Sprunghaftigkeit zuschreiben. Das Risiko ist daher hoch, dass Du keine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhältst oder darin zumindest mit schlechteren Karten startest. Du hast also Erklärungsbedarf.

Wie viele Jobwechsel verträgt der Lebenslauf? 

Für das Job-Hopping eine konkrete Zahl zu benennen, ab der die Jobwechsel zum Nachteil werden, ist schwierig. Schließlich hat jeder Personaler eine individuelle Interpretation und bei Berufseinsteigern werden häufige Stellenwechsel meist eher verziehen, schließlich musst Du erst noch Deinen Platz in der Arbeitswelt finden und häufig startet die Karriere mit Praktika, befristeten Stellen oder ähnlichen kurzfristigen Arbeitsmodellen. Es hängt daher von verschiedenen Faktoren sowohl auf deiner Seite als auch auf jener der Personaler ab, ab wann die Jobwechsel ein Problem darstellen. Als grobe Faustregel gilt aber: Alle fünf bis zehn Jahre den Job zu wechseln, gilt als normal – alles darüber eher nicht. Wie bereits erwähnt, sind die Personaler bei Berufseinsteigern oft nachsichtiger. Zudem kommt es darauf an, wie Du das Job-Hopping in Deiner Bewerbung „verkaufst“.

Tipps für die Bewerbung als Job-Hopper

Häufige Jobwechsel können also zum Karrierenachteil werden, müssen sie aber nicht. Wenn Du diese nachvollziehbar begründen kannst, stellen sie für viele Personaler heutzutage kein allzu großes Problem mehr dar. Auch sie wissen schließlich, wie schnelllebig die moderne Arbeitswelt geworden ist. Diese Begründung solltest Du daher nicht erst im Vorstellungsgespräch, sondern bereits in den Bewerbungsunterlagen bringen. Dadurch steigen Deine Chancen auf eine Einladung zum persönlichen Kennenlernen. Hier daher einige Tipps, wie Du in der Bewerbung richtig mit dem Job-Hopping umgehst:

  • Mache den „roten Faden“ Deiner Karriere deutlich, indem Du die Konstanten wie die Branche, einzelne Tätigkeiten, die Führungsverantwortung oder Ähnliches herausarbeitest. Die Stelle, auf welche Du Dich bewirbst, sollte dann der nächste logische Schritt sein, sprich zu dieser Reihe an Konstanten passen.
  • Füge bei den einzelnen Stationen einen Unterpunkt „Wechselmotivation“ ein. So kannst Du im jeweiligen Fall erläutern, woher der Jobwechsel rührte – und ihn damit für die Personaler verständlich machen. Das ist vor allem bei unfreiwilligen Wechseln wie durch einen befristeten Arbeitsvertrag sinnvoll.
  • Nutze das Anschreiben der Bewerbung, um die häufigen Jobwechsel anzusprechen und ins richtige Licht zu rücken. Wichtig ist, dass Du dabei nicht in Rechtfertigungen verfällst, sondern selbstbewusst darstellst, weshalb Dein bisheriger Werdegang so abwechslungsreich war und welche Deine Karriereziele für die Zukunft sind. 

Du musst Dich außerdem darauf gefasst machen, dass Du im Vorstellungsgespräch auf das Job-Hopping angesprochen wirst. Dann gilt dieselbe Devise: Selbstbewusstsein sowie Ehrlichkeit und ein klarer Karriereplan für die Zukunft bringen Dich ans Ziel.