Die innere Kündigung: Wie Führungskräfte sie erkennen und verhindern können

Immer mehr Arbeitnehmer verspüren das Bedürfnis, ihren Job zu wechseln, sobald sie merken, dass sie unglücklich in ihrem momentanen Unternehmen sind. Besonders für Führungskräfte stellt dieser Wandel ein elementares Problem dar. Denn meist ist eine Kündigung seitens der Arbeitnehmer nicht vorhersehbar und trifft die Arbeitgeber komplett unvorbereitet.
Um als Führungskraft in Zukunft darauf vorbereitet zu sein, verraten wir Dir in diesem Artikel, wie der Prozess einer “innere Kündigung” aussieht, was geschehen muss, damit ein Arbeitnehmer kündigt und wie sich diese Art der Kündigung vermeiden lässt!

Bei einer “inneren Kündigung” handelt es sich zm win psychologisches Phänomen, bei dem ein Arbeitnehmer emotionale und mental seinen Arbeitsplatz aufgibt, obwohl er offiziell noch in dem Unternehmen angestellt ist. Dabei erfüllen die Personen zwar noch immer ihre grundlegenden arbeitsvertraglichen Pflichten, aber ohne die Leidenschaft und das Engagement, welche sie bei der Arbeit hatten.

Die Gründe für eine innere Kündigung sind vidlfältig und können unterschiedliche Ursachen haben:

Schlechtes Management oder Führungsprobleme

Arbeitnehmer wechseln den Job oftmals nicht aufgrund des Unternehmens, sondern aufgrund der Führungskraft. Im besten Fall bist Du als Chef ein unterstützende und fordernde Kraft für Deine Mitarbeiter. Diesem Idealbild entspricht jedoch nicht jeder Vorgesetzte und ein schlechtes Verhältnis zur Führungsetage führt schnell zu einem Gefühl der Unzufriedenheit auf der Arbeit.

Mangelnde Anerkennung oder Wertschätzung

Die Wertschätzung im Arbeitsumfeld ist ein Grundpfeiler für die Mitarbeitermotivation. Daher ist kaum etwas demotivierender als keine Wertschätzung für die vollbrachte Arbeit zu erhalten. Werden die Leistung un der Einsatz nicht in irgendeiner Form belohntm führt das schnell zur Frustration und letztendlich vielleicht auch zu einer inneren oder sogar offziellen Kündigung.

Fehlende oder keine Entwicklungsperspektiven

Für viele Arbeitnehmer ist es wichtig, dass sie sich in ihrem Job weiterentwickeln und somit Karriere machen können. Mitarbeiter, die in ihrer aktuellen Position keine Möglichkeit der beruflichen oder persönlichen Weiterentwicklung bekommen, verlieren oftmals die Motivation für ihre Arbeit. 

Konflikte im Team oder mit dem Vorgesetzten

Auch ein schlechtes Arbeitsklima ist oftmals ein Grund für eine innere Kündigung. Gibt es im Team oder mit Vorgesetzten immer wieder Unstimmigkeiten oder vielleicht sogar Mobbing, ist das Resultat meist eine innere Kündigung. Es passiert auch immer wieder, dass Arbeitnehmer, die neu in dem Unternehmen sind, keinen Anschluss finden und somit unzufrieden und unglücklich im Joballtag agieren.

Es fehlt der Sinn der Arbeit

Arbeitnehmer wollen einen Sinn in ihrer Arbeit sehen. Wenn sie keinen Mehrwert in ihren Aufgaben sehen oder nicht wirklich verstehen, welchen Beitrag ihre Arbeit nun zu dem “Großen Ganzen” leistet, kann das demotiveren sein und gegebenenfalls auch eine innere Kündigung zu Folge haben.

Anzeichen für eine innere Kündigung!

Eine innere Kündigung kommt nicht plötzlich, sondern ist ein langsamer Prozess, der von außen oft schwer zu erkennen ist. Folgende Anzeichen sollten für die Führungsebene ein Warnhinweis darstellen, bei dem vielleicht nochmal genauer hingeschaut werden muss:

  • Es liegt ein deutlicher Rückgang der Arbeitsqualität und -quantiät vor und die Person erledigt nur noch das Nötigste
  • Die Person engagiert sich nciht dafür, neue Verantwortungen zu übernehmen oder sich über den Aufgabenbereich hinaus zu engagieren
  • Bei einer Person im Team häufen sich die Fehlzeiten oder Krankheitstage
  • Das Teammitglied bringt keine Ideen mehr ein und hält sich in Diskussionen zurück, obwohl genau diese Person früher aktiv an Debatten teilgenommen hat

Wie lässt sich eine innere Kündigung verhindern?

Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung und dem Umgang mit inneren Kündigungen. Es gibt einige Maßnahmen, die präventiv durch die Führungskraft getroffen werden können. Das Motto dabei: Je eher eine Führungskraft eingreift, desto höher ist die Chance, eine Kündigung zu verhindern. 

  • Achte darauf, regelmäßige Einzel- oder Teamgespräche zu führen, um Erwartungen, Bedenken und Wünsche der Arbeitnehmer kommuniziert zu kriegen. Sei dabei immer offen für Feedback und bemühe Dich darum, die Anliegen Deiner Mitarbeiter ernst zu nehmen.
  • Gib acht auf das Verhalten der Mitarbeiter. Sollte Dir ein nachlassendes Engagement oder auch eine sinkende Arbeitsqualität auffallen, versuche das Gespräch zu suchen und somit herauszufinden, was die Gründe für diesen Umstand sind und mit welchen Wünschen und Zielen der Mitarbeiter neue Motivation schöpfen kann. 
  • Versuche immer, Deinen Mitarbeitern das Gefühl zu vermitteln, dass ihre Arbeit gesehen und wertgeschätzt wird. Belohne daher gute Leistungen und spreche offen Deine Anerkennung aus. Selbst einfache Danksagungen können Arbeitnehmer motivieren und das Gefühl der Wertschätzung stärken.
  • Berücksichtige die individuellen Bedürfnisse Deiner Arbeitnehmer und biete flexible Arbeitsmodelle oder Homeoffice-Optionen an, um eine bessere Wort-Life-Balance zu ermöglichen.
  • Indem Du den Mitarbeitern eine gewisse Verantwortung überträgst oder sie in verschiedenen Projekten mit einbeziehst, vermittelst Du ihnen das Gefühl, dass Du sie siehst. Damit ermutigst Du die Arbeitnehmer dazu, immer kreativer und innovativer zu werden, wodurch sie automatisch auch mehr Lust auf ihren Job bekommen. Dabei ist eine positive Fehlerkultur das A&O.
  • Nicht jeder Mitarbeiter hat die gleichen Probleme. Gehe auf die Mitarbeiter zu und suche nach individuellen Lösungen, die zu ihren persönlichen und beruflichen Zielen passen. 

Führungskräfte sollten ihre Mitarbetier in erster Linie als Persönlichkeit kennenlernen und wertschätzen. Somit wird es leichter für Dich, zu erkennen, ob und wann deine Arbeitnehmer sich zu verändern beginnnen. 

Aber ist eine innere Kündigung nun der Anfang vom Ende?

Eine innere Kündigung ist ein Thema, dass viele Unternehmen und Arbeitnehmer betrifft. Jedoch lässt sich eine innere Kündigung abwenden, so lange sie noch nicht als offzielle Kündigung auf Deinem Schreibtisch liegt. Letztendlich ist es zum einen die Aufgabe des Arbeitnehmers, seinen Unmut und seine Beschwerden offen zu kommunizieren un somit das Gespräch zur Führungskraft zu suchen. Auf der anderen Seite ist es die Aufgabe des Arbeitgebers, einen Dialog zu ermöglichen, auf seine Mitarbeiter zuzugehen und für Veränderungen offen zu sein.