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Gehaltsvergleich: Branche ist oft wichtiger als Abschluss

Gehalt Wo gibt es die höchsten Gehälter? Ein Gehaltsvergleich fällt nicht immer zugunsten von Akademikern aus

©Paper Boat Creative / Getty Images

Je höher der Abschluss, desto üppiger das Einkommen? Nicht immer.  Unter gewissen Umständen verdienen Fachkräfte sogar mehr als Akademiker, zeigt ein aktueller Gehaltsvergleich.

Ein abgeschlossenes Studium ist nach wie vor auf dem Arbeitsmarkt viel wert. Eine Garantie, mehr zu verdienen als andere, ist es freilich nicht. Wie viel Gehalt jemand bekommt, hängt mittlerweile oft mehr von der Branche ab, als von der Ausbildung – universitäre Weihen eingeschlossen. Zwar bekommen Akademiker im Verlauf ihres Lebens durchschnittlich mehr Gehalt als andere Berufsgruppen, selbst unter Berücksichtigung der Studienzeit ohne Einkommen: Ihr sogenanntes „Lebensentgelt“ liegt nach einer aktuellen Gehaltsvergleich-Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bei knapp 2,4 Millionen Euro brutto. Berufstätige ohne Ausbildung kommen dagegen vom Jobstart bis zur Rente nur auf 1,3 Millionen Euro. Tatsächlich bringt ein höherer Bildungs- und Berufsabschluss also durchschnittlich betrachtet höhere Gehälter mit sich.

Aber allein aufgrund finanzieller Erwartungen sollte man sich nicht für ein Studium entscheiden, raten die IAB-Experten. Denn „in bestimmten Berufen können Beschäftigte mit einer Berufsausbildung oder einem Fortbildungsabschluss Lebensentgelte erzielen, die durchaus vergleichbar sind mit denen von Akademikern in anderen Branchen“. Schauen wir zunächst aber einmal auf die Lebenszeit-Gehälter von Akademikern.

Diese Hochschulabsolventen verdienen laut IAB-Gehaltsvergleich am besten:

1. Akademiker in medizinischen Gesundheitsberufen sowie in Forschungs-, Entwicklungs- und Konstruktionsberufen erhalten bis zur Rente je circa 2,7 Millionen Euro.

2. Mit durchschnittlich rund 2,5 Millionen Euro kommen bis zur Rente ebenfalls gut weg: Hochschulabsolventen in der Maschinen- und Autoindustrie, in Einkaufs-, Vertriebs- und Handelsberufen, in der Unternehmensführung und -organisation sowie im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie.

Und wie sieht es nun mit den betrieblich ausgebildeten Fachkräften aus?  Mit Fortbildungsabschlüssen wie dem Meister verdienen sie mit mehr als 1,9 Millionen Euro überraschenderweise nicht sehr viel weniger als Akademiker – und je nach Berufsfeld sogar mehr. Im Tourismus erhalten zum Beispiel selbst Akademiker ihr ganzes Leben lang nur etwa 1,3 Millionen Euro. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung. Hier verdienen Fachkräfte mit Fortbildungsabschluss sogar etwas mehr als ihre Kollegen mit Hochschulabschluss (1,4 gegenüber 1,3 Millionen).

Diese Fachkräfte verdienen am besten:

1. Eine betrieblich ausgebildete Fachkraft in der Informations- und Kommunikationstechnologie verdient bis zur Rente 2,19 Millionen Euro.

2. Ebenfalls gut stehen Arbeitnehmer da, die eine Ausbildung im Bereich Einkauf/Vertrieb/Handel gemacht haben (1,97 Millionen Euro).

Egal ob Universität, Fachhochschule oder Betrieb: Ein Berufsabschluss lohnt sich also in jedem Fall. „Die Wahrscheinlichkeit der Beschäftigten mit einem Berufsabschluss, arbeitslos zu werden, ist deutlich kleiner als für geringqualifizierte Beschäftigte“, so die Arbeitsforscher.

Auch in der IT, einem der derzeit begehrtesten Berufsfelder, gibt es zwischen den verschiedenen Ausbildungen nur geringe Unterschiede. Allerdings liegen die auf deutlich höherem Niveau: Selbst Beschäftigte mit „nur“ regulärer Ausbildung kommen hier im Lauf ihres Lebens auf knapp 2,2 Millionen Euro, bei den Akademikern liegt das Lebensentgelt etwas über 2,5 Millionen.

Besonders groß ist der Graben dagegen bei den Medizinern: Akademiker verdienen hier mehr als 2,7 Millionen Euro, Fachkräfte mit Fortbildungsabschluss nur 1,4 Millionen.


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