Die Personal-Expertin verrät, worauf es Dr. Oetker bei der Talentsuche ankommt. Im Interview erzählt sie, wie Netzwerken ihr zu ihrem jetzigen Job verholfen hat und vieles mehr.
Ich leite in der Personalabteilung den Bereich Talent Acquisition & Employer Branding. Zum Team gehören fünf Kolleginnen und Kollegen mit unterschiedlichen Aufgaben. Unser Ziel ist es, die Arbeitgebermarke Dr. Oetker nach innen und außen zu kommunizieren und uns im Bewerbermarkt zu positionieren. Dazu gehört die Planung und Durchführung verschiedener Personalmarketingmaßnahmen – online, offline, im persönlichen Kontakt auf Messen oder bei Inhouse-Veranstaltungen. Wir sitzen nicht nur am Schreibtisch, sondern haben viel persönlichen Kontakt mit Schülern, Studierenden und Absolventen. Außerdem unterstützen wir Praktikanten und Auszubildenden am Standort Bielefeld sowie unsere internationalen Trainees, angefangen beim Recruiting und Auswahlverfahren bis hin zur alltäglichen Betreuung.
Es geht bei unseren Aktivitäten darum, die richtigen Talente ins Unternehmen zu holen, ob das der Praktikant, der Auszubildende, der Trainee oder Direkteinsteiger ist. Wir wollen die für uns passenden Kandidaten ansprechen, begeistern und halten. Das ist eine bunte Palette an Aufgaben und die bereitet sehr viel Spaß.
Nora Thelen, Head of Talent Acquisition & Employer Branding bei Dr. Oetker
Das Familienunternehmen Dr. Oetker überzeugt seit 1891 mit einer besonders werteorientierten und nachhaltigen Unternehmenskultur: Unsere Mitarbeiter werden von uns als Individuum in den Fokus gerückt. Wir haben ein hohes Qualitätsverständnis auf allen Ebenen, sind traditionell und
Das Miteinander. Die hohe Identifikation der Mitarbeiter mit der Marke und der Unternehmensgeschichte. Der Stolz, hier zu arbeiten. Beobachten Sie mal einen Dr. Oetker Mitarbeiter im Supermarkt. Da werden Packungen im Regal in die richtige Position gerückt.
Das Team und die Aufgaben, die wir Tag für Tag angehen und lösen. Das fängt hier bei uns auf dem Flur an und reicht bis zu den Skype-Telefonaten mit unseren Landesgesellschaften. In Bielefeld wie auch in den Ländern spüren wir, dass die familiäre Unternehmenskultur gelebt wird. Wir haben wenig Fluktuation und arbeiten daher lange mit unseren Kollegen zusammen. Das bringt einen sehr wertschätzenden und respektvollen Umgang mit sich.
In Bezug auf das Thema Vorstellungsgespräch bedeutet das: Wir legen Wert darauf, dass Bewerber sich reflektiert geben, durchaus selbstkritisch sind und benennen können, wo sie sich selbst noch verbessern könnten. Es fällt positiv auf, wenn ein Bewerber bei Fragen zu Entwicklungsbereichen oder Verbesserungspotenzialen auch ehrlich antwortet und Themen kritisch hinterfragt.
Generell suchen wir in den Bereichen Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik, Lebensmitteltechnologie und Ökotrophologie. Für die Unternehmenswelt gesprochen, suchen wir vor allem für die Bereiche Controlling, IT, Marketing und Vertrieb. Eine Herausforderung ist sicherlich, Talente für den IT- und digitalen Aufgabenbereich zu finden. Hier ist die Nachfrage größer als das Angebot und wir müssen uns mit unseren spannenden Jobs neben Tech-Unternehmen behaupten. Der Reiz liegt aber gerade in der Kombination. Digitale Produkte zu entwickeln und das in einem sehr analog-menschlichen Umfeld. Da haben wir wieder die Kombination aus Innovation und Tradition. Das liegt zum Teil auch daran, dass nicht jeder bei Dr. Oetker gleich an IT oder Digitalthemen denkt, sondern erst einmal an Lebensmittel und Produkte und die damit verknüpften Berufe. Aber wir stellen fest, dass sich das schon sehr gewandelt hat. Das wird sich entsprechend weiterentwickeln.
Das ist je nach Stelle unterschiedlich. Wir verfolgen ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren. Nehmen wir das Beispiel Trainee-Programm: Da führen wir drei Bewerbungsgespräche. Bei dem letzten und final entscheidenden ist der Trainee im Gespräch mit dem verantwortlichen Geschäftsführer für den jeweiligen Schwerpunktbereich. Ein Assessment Center gibt es bei uns nicht – dies würde aus unserer Sicht den falschen Fokus bei der Auswahl legen. Wir wollen Individuen kennenlernen, keine Konkurrenten im Wettbewerb. Deshalb legen wir Wert auf das klassische Bewerbungsgespräch.
Eigentlich ist es ganz einfach: sein eigenes Leben und seine Motivation auf den Punkt bringen können. Man sollte wissen, warum man zu Dr. Oetker möchte und das auch kritisch reflektieren können. Es gibt sicherlich auch Dinge, die man konstruktiv kritisch sehen kann, wie zum Bespiel, wenn man Sorge hat, dass die Mühlen in einem Familienunternehmen zu langsam mahlen. Kritisch gesehene Aspekte darf man ruhig aussprechen; das gibt mitunter ja auch weitere gute Impulse für ein Gespräch. Wir wollen keinen Monolog, sondern einen guten Dialog.
Die Personalverantwortlichen, die Führungskräfte des einstellenden Bereichs und beim Internationalen Trainee-Programm ein Mitglied der Geschäftsführung. Und wo immer möglich, begegnet man denjenigen, die schon einen Schritt weiter sind, wie z. B. den aktuellen Trainees oder Azubis.
Wir nutzen verschiedene Kanäle für unser Employer Branding und Recruiting und sind dort, wo Schüler und Studierende uns kennenlernen wollen. Deshalb haben wir unsere Social Media-Aktivitäten im HR-Bereich ausgebaut.
Neben der fortschreitenden digitalen Kommunikation mit unseren Zielgruppen legen wir aber nach wie vor viel Wert auf den persönlichen Kontakt. Deswegen trifft man uns nach wie auf Hochschulmessen und wir freuen uns über das persönliche Gespräch.
Nora Thelen, Head of Talent Acquisition & Employer Branding bei Dr. Oetker
Nein. Wir trauen uns zu, Bewerber im persönlichen Gespräch besser kennenzulernen als durch Online-Profile. Außerdem gibt es eine private Seite bei Bewerbern, die Ihnen zusteht.
Auf den Lebenslauf. Der Mensch ist visuell gesteuert. Wenn eine Bewerbung einem Roman gleicht, dann verliert man den Überblick. Deshalb zählt das Motto „weniger ist mehr“. Das Anschreiben sollte daher eine Seite nicht überschreiten, der Lebenslauf sollte idealerweise nicht mehr als zwei Seiten umfassen. Oftmals nutzen Bewerber das Anschreiben als eine prosaische Zusammenfassung des Lebenslaufs. Das ist aber nicht die Zielsetzung des Anschreibens.
Wer kreative Ideen hat, sollte dies umsetzen. Warum nicht? Wer auf „Nummer sicher“ gehen möchte, der sollte dann eher beim klassischen Anschreiben bleiben, bestenfalls aber ohne oberflächliche Floskeln. Ein ordentlicher Aufbau und Aussagen darüber, welche Eigenschaften, Erfahrungen und Qualifikationen den Bewerber genau für die betreffende Stelle auszeichnen und warum es genau dieses eine Unternehmen sein soll, sind wichtig. Kurz: Auf der inhaltlichen Schiene zahlen sich Persönlichkeit und Authentizität aus, auf der formellen Ebene sollte jeder selbst letztendlich entscheiden, ob er eine kreative Idee umsetzen möchte oder eher nicht. Es gibt kein richtig oder falsch.
Das können ganz unterschiedliche Gründe sein: Wenn er z. B. die grundlegende fachliche Qualifikation nicht erfüllt oder die Bewerbung schlichtweg schlampig und erkennbar unmotiviert erstellt wurde.
Ja, aber die werde ich hier nicht verraten, denn die Antwort soll ja authentisch und nicht vorbereitet sein.
Keine Stärken als Schwäche verkaufen. Lieber ehrlich sein und nicht versuchen, sich möglichst gut darzustellen. Perfektionismus ist ein solches Beispiel. Wer perfektionistisch ist, ist es eben. Es mag für eine bestimmte Stelle nicht die wichtigste Eigenschaft sein, aber eine Schwäche ist es auch nicht wirklich.
Natürlich erreichen uns immer mal wieder außergewöhnliche Bewerbungen. Da fällt mir ein schönes Beispiel ein: Ein Schüler hat sich bei uns mit einem eigens komponierten Dr. Oetker Song beworben. Darüber haben wir uns sehr gefreut und so ein kreativer Kandidat bleibt dann auch in Erinnerung. Das Schülerpraktikum hat er übrigens bekommen – die Kreativität hat sich also ausgezahlt.
Auswendig gelernte Antworten sind absolute No Go’s, genauso wie Antworten, die von Vorstellungsgespräch zu Vorstellunggespräch unterschiedlich ausfallen.
Sich nicht verstellen, spontan – aber dennoch vorbereitet – sein, durchaus auch über Misserfolge, Schwächen und ähnliches sprechen, wenn man danach gefragt wird. Sie schauen über den Tellerrand und möchten bei Dr. Oetker etwas bewegen? Dann sehen Sie sich doch einmal auf der Karriereseite des Unternehmens und der XING Unternehmenseite von Dr. Oetker um, wie Dr. Oetker sich als Arbeitgeber präsentiert.
Service-Info: Für alle, die sich jetzt beruflich weiter entwickeln und sich über die Möglichkeiten eines modernen Familienunternehmens informieren möchten: Im XING Stellenmarkt finden Sie die aktuellsten Positionen bei Dr. Oetker. Was andere Mitarbeiter und Bewerber über Dr. Oetker als Unternehmen sagen, sehen Sie direkt bei kununu: [kununu_score hash=”KlZfAQ==” profile=”de/dr-august-oetker-nahrungsmittel”] [jobs-widget keywords=”dr oetker”][/jobs-widget]