Grundschule, Elternzeit & Co: Was gehört in den Lebenslauf – und was nicht?

Angaben Lebenslauf © Nitchakul Sangpetch / EyeEm / Getty Images

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Der Lebenslauf ist die wichtigste Entscheidungsgrundlage dafür, ob Du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst. Was also aufführen oder verschweigen?

Die Inhalte im Lebenslauf müssen auf den Punkt überzeugen. Nein, dabei geht es nicht darum, die Recruiter anzulügen. Aber der Lebenslauf soll eine sinnvolle Zusammenfassung Deiner bisherigen Erfahrungen sowie aussagekräftiger weiterer Informationen sein – und keine ausschweifende Biographie. Die ideale Länge für einen Lebenslauf liegt bei rund ein bis drei Seiten. Du musst es also schaffen, auf diesen ein bis drei Seiten als Person zu überzeugen und dabei keine wichtigen Details auszulassen.

Was muss unbedingt in den Lebenslauf?

Es gibt nämlich gewisse Grundregeln, wie so ein Lebenslauf aufgebaut sein muss. Du genießt daher zwar eine gewisse gestalterische Freiheit, jedoch sollte das eingereichte Dokument übersichtlich aufgebaut sein und unbedingt folgende Daten enthalten:

  • Vor- und Nachname
  • Anschrift
  • Kontaktdaten
  • Bewerberfoto
  • wichtigste Stationen der Ausbildung sowie Berufserfahrung
  • Spezialkenntnisse
  • private Interessen oder Engagements
  • Datum
  • Ort
  • Unterschrift

Viele Bewerber entscheiden sich heutzutage aber auch bewusst gegen den klassischen Lebenslauf, um aus der Masse herauszustechen. Solange diese wichtigsten Informationen dennoch enthalten und übersichtlich aufgeführt sind, wird das von einigen Personalern durchaus gerne gesehen.

Der Lebenslauf: korrekt oder attraktiv? Beides!

Entweder ist ein Lebenslauf korrekt, oder er ist attraktiv, oder? Dabei geht beides – und immer mit der Wahrheit! Wie das geht, erklärt XING Insiderin Nane Nebel hier

 

 

Was ist mit…

Was nun auf den ersten Blick einfach aussieht, wirft auf den zweiten Blick meist viele Fragen auf: Was mache ich mit Lücken im Lebenslauf? Wo und wie erwähne ich die Elternzeit? Muss ich gefährliche Hobbys auflisten? Interessiert die Recruiter wirklich, wo ich auf der Grundschule war? Bei der Erstellung Deines Lebenslaufs kann also die eine oder andere Hürde warten. Es lohnt sich daher nicht nur die Frage, was in den Lebenslauf muss – sondern eben auch, was nicht.

…Lücken im Lebenslauf?

Lücken im Lebenslauf hat fast jeder. Allerdings solltest Du möglichst vermeiden, diese ohne Erklärung ins Dokument aufzunehmen. Stattdessen gilt es, diese Lücken sinnvoll zu füllen. Bleibe also zwar stets ehrlich, aber „optimiere“ diese Lücken bestmöglich. Hast Du während Deiner Arbeitslosigkeit einen Aushilfsjob gemacht? Dann führe ihn lieber auf, anstatt den Zeitraum leer zu lassen. Warst Du nach Deinem Studium auf einer Reise? Auch dann punktest Du besser mit der Auslandserfahrung, als dass Du den Zeitraum einfach blanko lässt. Denn eines ist sicher: Jedem erfahrenen Recruiter fallen Lücken sofort auf und Du wirst garantiert im Bewerbungsgespräch danach gefragt. Du brauchst dann also eine sinnvolle und möglichst positive Erklärung.

…der Elternzeit?

Ein häufiger Grund für eine solche Lücke ist die Elternzeit. Es ist daher schwierig, diese zu verschweigen – auch, wenn Du nicht dazu verpflichtet bist, diese im Lebenslauf aufzuführen. Warst Du während der Elternzeit in einem Beschäftigungsverhältnis, kannst Du sie innerhalb dieser Station aufführen, musst es aber nicht. Solltest Du hingegen aufgrund der Elternzeit ohne Beschäftigung gewesen sein, ist es meist sinnvoll, diese in den Lebenslauf aufzunehmen, um eine lange Lücke zu erklären.

…Arbeitslosigkeit?

Auch eine Phase der Arbeitslosigkeit macht sich in der Bewerbung nicht unbedingt gut. Der Personaler wird sich schließlich wundern, weshalb Du für diesen Zeitraum ohne Anstellung warst. Bestenfalls klafft hier also keine Lücke, sondern Du kannst bezeugen, dass Du diese Zeit sinnvoll genutzt hast – für eine Weiterbildung, eine freiberufliche Tätigkeit, ein ehrenamtliches Engagement mit Bezug zu Deinem Beruf, eine Sprachreise oder was auch immer ehrlich ist und positiv klingt.

…längeren Krankheiten?

Warst Du aufgrund einer längeren Krankheit arbeitsunfähig und hast daher eine Lücke im Lebenslauf, stehst Du vor einer besonderen Herausforderung. Es gibt zwar Ausnahmefälle, sprich einige Berufe, in welchen Du über gewisse Krankheiten informieren musst. Doch prinzipiell gilt: Deine Gesundheit ist Deine Privatsache. Erkrankungen sollten daher in der Bewerbung nicht thematisiert werden, sofern sie für die Stelle keine Beeinträchtigung darstellen. Auch hier solltest Du die Lücke anderweitig füllen, wenn das ohne eine Lüge möglich ist. Ansonsten hast Du am besten direkt ärztliche Unterlagen parat, die bezeugen, dass Du jetzt sowie zukünftig wieder voll einsatzfähig bist.

…der Grundschule?

Nein, wo Du auf der Grundschule warst, interessiert heutzutage tatsächlich keinen Personaler mehr. Du kannst diese Station daher getrost weglassen. In der Regel ist es daher sinnvoll, den Lebenslauf mit dem ersten erworbenen Schulabschluss oder einem relevanten Praktikum zu beginnen. Bewerber mit einem sehr langen Lebenslauf starten sogar häufig erst mit dem höchsten erworbenen Schulabschluss. Aber auch von dieser Regel gibt es eine Ausnahme: Sollte Deine Grundschule auf irgendeine Art und Weise etwas „Besonderes“ sein und für Dich sprechen, nimm sie auf. Vielleicht hast Du Deine ersten Schuljahre ja im Ausland verbracht oder warst auf einem renommierten Internat? Schlussendlich musst Du also selbst entscheiden, ob Du diese Station als wichtig erachtest oder nicht.

…den Abschlussnoten?

Zwar stellen Noten nicht die wichtigste Entscheidungsgrundlage dar, jedoch sind sie für viele Recruiter durchaus interessant und die Zeugnisse können sie ohnehin in den Anlagen einsehen. Dennoch ist es nur üblich, die Abschlussnote vom beispielsweise Abitur oder Studium schon direkt im Lebenslauf zu nennen, wenn diese besonders gut war.

…den Namen der Eltern?

Lange Zeit war es üblich, dass – vor allem junge – Bewerber die Namen ihrer Eltern angeben. Das ist allerdings keine Pflicht und mittlerweile eher selten geworden. Deine Eltern oder auch Geschwister im Lebenslauf anzugeben, ist daher nur sinnvoll, wenn die Recruiter diese kennen und ein positives Bild von diesen Personen haben. So kannst Du das berühmte „Vitamin B“ nutzen, wenn beispielsweise Dein Vater auch im Unternehmen arbeitet oder Deine Schwester mit dem Recruiter studiert hat. Prinzipiell solltest Du aber als Person mit Deinen Erfahrungen sowie Qualifikationen überzeugen. In der Regel lautet die Antwort daher: Nein, Eltern und Geschwister werden im Lebenslauf nicht genannt!

…Auslandsaufenthalten?

Mit Auslandsaufenthalten lässt sich heutzutage in Bewerbungen immer punkten. Egal, wie lange diese her sind und ob es sich um ein Auslandsjahr in der Schulzeit, ein Praktikum im Ausland, ein Auslandssemester, eine Sprachreise oder einfach eine Weltreise gehandelt hat: Du solltest diese stets an der passenden Stelle im Lebenslauf erwähnen.

…(Schul-) Praktika?

Gerade für Berufseinsteiger ist häufig jede Form der Berufserfahrung wichtig, welche sie aufführen können. Daher werden in der Regel alle absolvierten Praktika in den Lebenslauf aufgenommen. Bestenfalls passen diese natürlich bereits zur Branche oder Tätigkeit, auf welche Du dich bewirbst. Mit zunehmender Berufserfahrung werden sie aber zunehmend irrelevant. Ist Dein Lebenslauf also irgendwann auch ohne diese Praktika aus Schul- und Studienzeiten voll genug, liste nur noch jene auf, die bei namhaften Unternehmen stattgefunden haben oder Dich auf andere Art und Weise hervorheben.

…Hobbys?

Persönliche Interessen und Engagements machen Dich als Menschen greifbar. Du bist zwar nicht verpflichtet, Deine Freizeitbeschäftigungen in den Lebenslauf aufzunehmen. Doch vor allem ausgefallene Hobbys, Auszeichnungen wie sportliche Erfolge oder Interessen, welche einen Nutzen für Deinen Job bringen, machen sich durchaus gut. Du leitest beispielsweise eine Fußballmannschaft? Dann hast Du gewiss Führungsqualitäten, so die Schlussfolgerung. Oder Du hast in der Vergangenheit viele sportliche beziehungsweise musische Erfolge verzeichnet? Dann bist Du vermutlich ein fleißiger und zielstrebiger Mensch. Überlege also selbst, ob und welche Hobbys Du aufnehmen möchtest. Gefährliche Freizeitbeschäftigungen verschweigst Du hingegen lieber, schließlich wünscht sich Dein potenzieller neuer Arbeitgeber keine tickende Zeitbombe im Unternehmen, die jederzeit unfallbedingt ausfallen oder sogar ganz ausscheiden könnte. Du siehst: Bei vielen Informationen im Lebenslauf ist Fingerspitzengefühl gefragt!

23.06.2021