Vorstellungsgespräch: Bei diesen sechs Fragen musst Du ehrlich sein

Drei Frauen sitzen an einem Schreibtisch und sehen sich an. © Oliver Rossi / Getty Images

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Wenn Bewerber im Vorstellungsgespräch ihren Lebenslauf wiederholen oder nur allgemeine Antworten geben, ist das Gespräch reine Zeitverschwendung. Auch Ehrlichkeit spielt eine wichtige Rolle - vor allem bei diesen sechs Fragen.

Für Personaler liegt das Erfolgsgeheimnis im Recruiting vor allem darin, die richtigen Fragen zu stellen. Fragen, die speziell auf die Vorgehensweise und Eigenschaften des Bewerbers eingehen. Im nächsten Abschnitt findest Du sechs Fragen, die aus jedem Kandidaten die Wahrheit rauskitzeln.

1. Warum willst Du diesen Job? 

Die Antwort auf diese Frage ist meistens sehr informativ für den Personaler. Du verrätst in diesem Fall nicht nur, wieso Du Dich auf die Stelle bewirbst, sondern gleichzeitig, was Du für die Antwort hältst, die der Personalchef hören will.

In diesem Moment kann Dein Gegenüber besser einschätzen, wie gut Du die neue Stelle verstehst und einschätzen kannst und welche Eigenschaften besonders wichtig sind. Hier kannst Du dem Personaler beweisen, dass Du genau richtig für diesen Job bist.

2. Auf welche Positionen hast Du Dich noch beworben? 

An dieser Stelle im Gespräch wirst Du gewissermaßen zu einer ehrlichen Aussage gezwungen. Hier musst Du genau erklären, was Du Dir von Deinem nächsten Job erhoffst. Mit Deiner Antwort gibst Du Einblicke darüber, welche Dinge Dich am meisten am neuen Job reizen. Wenn Du Dich eher auf gemeinnützige Arbeit fokussierst und die anderen Bewerbungen ebenfalls das gleiche Interesse vertreten, wird deutlich, dass die gemeinnützige Arbeit für Dich entscheidend ist. Hast Du Dich im Vergleich eher bei größeren und gewinnorientierten Firmen beworben, wird dem Personaler klar, was für Dich im Vordergrund steht.

3. Wie war in Deinem vorherigen Beruf der tägliche Ablauf und was genau hast Du dort gemacht?

Der Personalchef möchte hier mehr über Deine konkrete Arbeit herausfinden. Dein Lebenslauf verrät zwar, wo Du bis jetzt gearbeitet hast und in welchen Bereichen Du tätig warst, jedoch fehlt die Art und Weise, wie Du Deine Zeit aufgeteilt hast und wofür Du verantwortlich warst. Zum Beispiel ist es für den Personaler interessant zu wissen, ob Du Deine Arbeitsstunden eher in Meetings verbracht oder eventuell ein Team betreut hast. Die Frage ist somit der einfachste Weg, Deine Arbeitsweise zu analysieren und sich ein Bild von
Deiner Arbeitsmoral zu verschaffen.

Drei Frauen sitzen an einem Schreibtisch und sehen sich an. © Oliver Rossi / Getty Images
Aufgeregt vor dem Vorstellungsgespräch? Das muss nicht sein. Wer sich als Bewerber auf Standardfragen gut vorbereitet, ist im Vorteil. 

4. Wo hast Du Dein jetziges Wissen erlernt und wie bildest Du Dich weiter? 

Bei dieser Frage will der Recruiter herausfinden, wie groß Deine Lernbereitschaft und der Drang nach stetiger Weiterbildung ist. Deine Motivation verrät, ob Du nach der Einstellung bereit dazu bist, Dich weiter verbessern zu wollen oder ob Du eher auf Deinem jetzigen Wissenstand bleiben möchtest. Hast Du Dein Wissen aus der Zeit Deines Studiums oder liest Du tatsächlich öfter ein neues Buch, um Dich fortzubilden? Kannst Du die Frage nicht beantworten, stehen die Chancen gut, dass Du eher nicht so viele neue Sachen erlernen willst, nachdem Du eingestellt wurdest. Also aufgepasst, denn Personaler möchten motivierte und qualifizierte Leute einstellen, die sich jeden Tag verbessern wollen.

5. Wer ist für Dich in den sozialen Medien bewundernswert und wen würdest Du dem Personaler als Inspiration empfehlen?

Heutzutage ist diese Frage für jeden Fachbereich interessant, da es viel über Dich und Dein Wissen über aktuelle Trends und Erkenntnisse verrät. Folgt man interessanten Persönlichkeiten aus der eigenen Branche, ist es die einfachste Methode, sich in diesem Bereich auf dem Laufenden zu halten. Wenn Du jedoch mehrere Personen aus unterschiedlichen Fachbereichen Beachtung schenkst, bist Du wahrscheinlich nicht allzu gut über die neusten Trends informiert. Hier kann der Personaler schnell herausfinden, wie neugierig und interessiert Du an bestimmten Themengebieten bist und wo Du verstärkt Deinen Fokus legst.

6. Welche Methoden und Strategien begeistern Dich in Deinem Fachgebiet am meisten oder welche sind veraltet und überwertet? 

Diese Frage gibt dem Personaler die Antwort darauf, ob Du potenziell als Mitarbeiter in Frage kommst. Du gewährst einen Einblick darüber, welche Strategien Du eventuell anwenden möchtest, wenn Du eingestellt wirst und welche Du vermeiden willst. Wenn Du preisgibst, dass Du zum Beispiel an den Arten neuer Marktforschung interessiert bist und genau das im neuen Unternehmen gesucht wird, bist Du wahrscheinlich bestens für den Job geeignet.

Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest Du am besten vor dem Gespräch recherchieren, welche Strategien und Methoden in deinem Wunschunternehmen angewendet werden.

18.10.2021