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Jobs mit unbegrenztem Urlaub: Was ist dran an den Traumangeboten?

Unbegrenzten Urlaub versprechen immer mehr Unternehmen

© Levente Bodo / Getty Images

Die Urlaub-Flatrates kommen: Was vor einigen Jahren als Trend in den USA begann, schwappt nun auch nach Deutschland rüber: Immer mehr Arbeitgeber hierzulande werben damit, dass ihre Angestellten unbegrenzt Urlaub nehmen könnten.

Die Rechtslage in Sachen Urlaub ist eindeutig: Im Falle einer Fünf-Tage-Woche stehen Arbeitnehmern in Deutschland gesetzlich mindestens 20 freie Tage zu. Die meisten Unternehmen allerdings bieten ihren Beschäftigten, je nach Alter und Betriebszugehörigkeit, zum Teil deutlich mehr, die deutschen Arbeitnehmer nehmen im internationalen Urlaubsvergleich schon jetzt eine Spitzenposition ein. Im Zuge der allgemeinen Flexibilisierung der Arbeitszeit verstärkt sich nun jedoch offensichtlich ein neuer Trend immer mehr: der zum unbegrenzten Urlaubsanspruch. Dies jedenfalls legen die Ergebnis einer Studie der Jobplattform Joblift nahe. In der wurden 14 Millionen Stellenanzeigen der letzten 24 Monate analysiert, um herauszufinden, wie viele Arbeitgeber die Urlaubstage ihrer Angestellten nicht mehr kontrollieren.

Die Ergebnisse zeigen, dass unbegrenzter Urlaub zunehmend als Modell für hiesige Firmen in Frage kommt: Bereits über deutsche 130 Arbeitgeber warben in Stellenangeboten mit diesem Bestandteil ihrer Unternehmenskultur. Allein in den vergangenen zwölf Monaten fand sich der Hinweis auf diese neue Art des Urlaubs in 335 Stellenanzeigen, innerhalb eines Jahres hat sich ihre Zahl damit mehr als verdoppelt. 43 Prozent dieser Inserate stammen von Start-ups. Der Arbeitgeber mit den meisten Inseraten dieser Art war dabei das Matratzen-Start-up Casper, gefolgt von der Berliner Kreativagentur eShot und dem Carsharing-Anbieter SnappCar.

Das Konzept des unbegrenzten Urlaubs kommt, wie gesagt, vor allem aus den USA, wo Unternehmen wie Netflix dafür bekannt sind, ihren Mitarbeitern auf Vertrauensbasis beliebig viele bezahlte Urlaubstage zu gewähren. Damit sollen sowohl die Attraktivität der Firma, als auch Loyalität und Effizienz der Angestellten gesteigert werden. Die großzügige Regelung gilt allerdings nur so lange, wie die zuvor vereinbarten Ziele erreicht werden.

Im „War for talents“, also im Konkurrenzkampf um die fähigsten Fach- und Nachwuchskräfte scheint die Strategie jedenfalls aufzugehen: Vergleicht man die Vakanzzeit von offenen Stellen mit dem durchschnittlichen Angebot von 28 Urlaubstagen und solchen mit unbegrenztem Urlaub, so zeichnet sich eine deutliche Tendenz ab: Positionen mit durchschnittlichem Urlaubsanspruch wurden erst nach rund 44 Tagen besetzt, während für Stellen ohne Urlaubslimit bereits nach der Hälfte der Zeit, also 22 Tagen, der passenden Bewerber gefunden wurde.


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