Stolperfallen nach der Kündigung: Wie Du die Zeit zwischen altem und neuem Job überstehst

Kündigung Mut Jobwechsel © JGI/Tom Grill / Getty Images

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Vom einen auf den anderen Tag in einem neuen Job durchstarten? Bei einer oft vorgeschriebenen Kündigungsfrist von drei Monaten kann das durchaus problematisch sein. Vor allem, wenn man im bisherigen Job trotz Unstimmigkeiten weiter Leistung bringen soll.

Sich hier einfach krank zu melden, um möglichen Konfliktherden aus dem Weg zu gehen, sollte nicht die Lösung sein, weiß Karriere-Beraterin Jutta Boenig. Sie rät Arbeitnehmern in dieser Situation, weiterhin die gewohnte Leistung zu bringen. Es gelte, sich so stil- und würdevoll wie möglich aus dem Unternehmen zu verabschieden. 

Wie sollen Mitarbeiter einen im Gedächtnis behalten?

Nach der Kündigung ist vor dem neuen Job. Deshalb sollte sich jeder fragen, mit welchem Eindruck gegenüber Kollegen sowie Vorgesetzten man das Unternehmen verlassen möchte, sagt Karriere-Coach Ute Bölke. Auch vergangene Unstimmigkeiten dürfen hier keine Rolle spielen. Viel mehr sei es hier an der Tagesordnung, weiterhin die bestmögliche Leistung zu bringen, sowie Werte wie Pünktlichkeit und Respekt hochzuhalten. "Man muss sich immer vor Augen führen, dass der letzte Eindruck im Gedächtnis anderer haften bleibt", so Bölke.

Jutta Boening "warnt" außerdem davor, dass man sich im Leben oft tatsächlich zweimal sehe, nie wüsste, in welcher Situation man Kollegen sowie Führungskräften im Laufe seines Arbeitslebens erneut über den Weg laufen könnte.

Was darf ich über den neuen Job verraten, was besser nicht?

Eine weitere goldene Regel lautet laut Bölke: "Den Ball in der Zeit nach der Kündigung möglichst flach halten." Selbst wenn man nach der Kündigung mit Vorgesetzten oder Mitarbeitern im Clinch liegt, sollte man tunlichst vermeiden, hochnäsig zu viel Positives über den neuen Job preiszugeben - die gute Kinderstube gebietet hier Zurückhaltung, auch, wenn es manchmal sicherlich schwer fällt.

Wenn möglich, da sind sich Bölke und Boenig einig, sollte man außerdem vorsichtig damit sein, überhaupt den Namen des neuen Arbeitgebers zu verraten. Einzig und allein den Hinweis darauf, wie viel besser die persönlichen Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten seien, muss man sich nicht zwingend verkneifen. 

Vorsicht vor zu wenig Engagement

Ein weiteres Streitthema nach der Kündigung kann die Einarbeitung eines Nachfolgers sein: Selbst die frustrierteste Kündigung sollte einen nicht davon abhalten, hier mit größter Sorgfalt und bestem Gewissen vorzugehen. Tut man dies nicht, könnten sogar arbeitsrechtliche Konsequenzen auf einen zukommen, mahnt Boenig. 

Exit-Strategie für reibungslosen Abschied

Auch die Motivation an Meetings hält sich nach einer Kündigung oft in Grenzen. Vor allem dann, wenn sie einen thematisch nicht mehr betreffen. Um hier Probleme zu vermeiden, kann eine zuvor mit dem Vorgesetzten besprochene Exit-Strategie hilfreich sein. Innerhalb dieser kann zum Beispiel abgestimmt werden, welche Besprechungen überhaupt noch relevant für einen sind und ob eine Teilnahme zwingend nötig ist. 

Urlaubstage & Co. - wichtige Fragen sollten geklärt werden

In einem solchen Gespräch könnte man sogar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und um die Erstellung eines Arbeitszeugnisses bitten. Laut Bölke böte es sich hier außerdem an, dem Vorgesetzten eine Frist zu setzen. Ein weiterer Nutzen eines Exit-Gesprächs könnte die Klärung nach dem Vorgehen mit verbleibenden Urlaubstagen sein. 

Welche Tipps nimmt man vom alten mit zum neuen Arbeitgeber?

Wer sich vor seinem Jobwechsel noch persönlich weiterentwickeln möchte, sollte den Chef nach ehrlichem Feeback zur eigenen Arbeit bitten. "Das kann unter Umständen dem Beschäftigten eine andere Perspektive aufzeigen und ihn weiterbringen", weiß Bölke um den Nutzen eines solchen Gesprächs. Und wer weiß, vielleicht nimmt der ein oder andere aus einem solchen Gespräch wertvolle Tipps mit, die am neuen Arbeitsplatz Gold wert sein können. 

(mit Material von dpa & ZEIT online erstellt)

22.03.2021