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Erfolgreichere Bewerbungen dank Schreibtraining?

Bei einem Schreibtraining für Bewerber wird vor allem auf Formulierungen und Rechtschreibung geachtet

©Foto: Pixalot / Getty Images

Ein fesselndes Anschreiben und ein überzeugendes Motivationsschreiben zu formulieren, ist keine leichte Aufgabe. Zum Glück gibt es professionelle Berater, die ihre Unterstützung mitunter sogar kostenlos anbieten. Doch was bringt so ein Schreibtraining wirklich?

Den einen plagt die Angst vorm leeren Blatt. Der andere kämpft mit jeder Formulierung. Und der dritte sucht nach dem roten Faden. Nicht jedem ist das Verfassen von Texten in die Wiege gelegt und wenn es um ein so wichtiges Produkt wie die Bewerbung geht, können selbst erfahrene Schreiberlinge unter Druck geraten. Denn Anschreiben und Motivationsschreiben müssen grammatisch und orthographisch korrekt sowie stilistisch angemessen formuliert sein, dem Personalentscheider ins Auge fallen und ihn auch inhaltlich überzeugen.

Hier finden Sie Unterstützung

Bewerber, die schon lange nicht mehr mit Texten gearbeitet haben, oder sich über die aktuellen Konventionen informieren möchten, können zur ersten Orientierung auf Ratgeberliteratur und Musterschreiben zurückgreifen. Bei individuellen Fragen oder Problemen hilft oft der Austausch mit anderen: Häufig löst sich der Knoten schon, wenn Sie zunächst mit Kollegen, Freunden oder Familienmitgliedern darüber sprechen, was Sie schreiben möchten und woran es hakt. Motivierend und hilfreich kann auch der Austausch mit anderen Schreibenden sein, etwa in Bewerbergruppen, die sich durchaus auch selbstständig finden und organisieren können. Professionelle Unterstützung finden Sie bei Bewerbungstrainern, die ein spezielles  Schreibtraining anbieten. Diese Trainer organisieren nicht nur Seminare oder Workshops an, die teilweise online stattfinden, sondern auch Beratungen und Coachings sowie einen Check Ihrer Unterlagen.

Erkundigen können Sie sich auch bei:

  • der Bundesagentur für Arbeit
  • Branchen- und Berufsverbänden
  • Gewerkschaften
  • Hochschulen
  • Stipendiengebern
  • Bildungsinstituten wie Volkshochschulen

Wenn Ihnen die Zeit davonläuft und Sie etwas Geld investieren können, kommen auch kommerzielle Bewerbungscoaches oder Schreibberater in Betracht, die vielleicht auch das Lektorat von Bewerbungsunterlagen im Angebot haben. Prüfen Sie, ob Inhalte, Zielgruppe und Teilnahmevoraussetzungen zu Ihnen passen, ob Kosten anfallen und eine Förderung möglich ist.
Empfehlenswert, weil wissenschaftlich fundiert und in der Regel kostenlos, sind die Angebote der Hochschulen. Wenn es an Ihrer Hochschule keine entsprechenden Möglichkeiten für Absolventen gibt, können Sie sich informieren, ob die Hochschulen in der Umgebung weiterhelfen. Auch telefonische oder internetbasierte Angebote anderer Hochschulen können eine Hilfe sein.

Schreibtraining an der Uni – eine gute Alternative

Zuständig sind in der Regel Schreibzentren (auch Schreibwerkstatt, Schreiblabor, Schreibcoaching oder Writing Lab genannt). Sie bieten neben dem Schreibtraining auch Seminare und Workshops, aber auch Veranstaltungen wie Schreibnächte, -wochen oder -marathons, Schreibgruppen und -tandems sowie hilfreiche Informationen und individuelle Beratungen, unter anderem zu Fragen der Rechtschreibung und Grammatik. In so genannten Peer-Beratungen kommen neben hauptamtlichen Mitarbeitern Studierende zum Einsatz, die zu so genannten Lernbegleitern ausgebildet werden.

An einigen Hochschulen fokussieren sich solche Schreibberatungen auf akademische Texte, dann können sich Bewerber zum Beispiel an das Career Center (auch: Career Service) oder das Institut für Schlüsselkompetenzen wenden. Wenn beispielsweise Zukunftsängste Schreibblockaden verursachen oder Bewerber beim Erstellen ihrer Unterlagen aufgrund eines schlechten Zeitmanagements scheitern, können auch psychologische Studienberatungen oder Lernberatungen Unterstützung leisten.

So läuft eine individuelle Schreibberatung ab:

  1. Sie vereinbaren per Email einen Termin für eine Schreibberatung oder kommen die offene Sprechstunde.
  2. Wenn Sie schon etwas geschrieben haben, bittet der Schreibberater Sie, Ihnen den Text sowie die Stellenausschreibung bzw. bei einer Initiativbewerbung den Namen des Unternehmens zuzuschicken.
  3. Wenn Sie noch nichts geschrieben haben, verschafft sich der Schreibberater einen Überblick über Ihre Situation und entwickelt gemeinsam mit Ihnen einen realistischen Zeitplan für die Erstellung der Bewerbungsunterlagen.
  4. Wenn Sie schon einen Text geschrieben haben, gibt der Schreibberater Ihnen Hinweis darauf, was ihm aufgefallen ist. Er hilft Ihnen, die Ursachen für Ihre Probleme zu finden und Lösungen dafür zu entwickeln. Auch Antworten auf Ihre Fragen hat er parat.

Wieviel Hilfe darf sein?

Mit anderen über die eigene Bewerbung zu sprechen, ist immer und in allen Phasen des Schreibens ratsam. Die fertigen Texte von einer zweiten Person, vielleicht auch einem Profi, Korrektur lesen zu lassen, kann sicher auch nicht schaden. Wenn Sie Ihre Bewerbung von einem Profi schreiben lassen möchten, sollten Sie natürlich sichergehen, dass er im Vorfeld das notwendige Wissen über Sie und die zu besetzende Stelle hat. Berater an Hochschulen legen allerdings Wert darauf, dass sie mit ihrem Schreibtraining nur Hilfe zur Selbsthilfe anbieten. Sie erstellen und korrigieren also keine vollständigen Arbeiten, sondern geben anhand von exemplarischen Textstellen Hinweise, die der Bewerber dann selbst umsetzen muss. Wenn Sie sich die Arbeit komplett abnehmen lassen wollen, müssen Sie in aller Regel Geld in die Hand nehmen.

Text: Janna Degener-Storr


 


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