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Job dank Bewerbungssong: Die geniale Idee der Page Kemna

Page Kemna in ihrem Bewerbungsvideo

© Page Kemna / Youtube

Originell sein, auffallen, sich aus der Masse der Jobkonkurrenz abheben – das möchte wohl jeder Bewerber. Aber kaum einer hat diesen Wunsch so konsequent umgesetzt wie die junge Amerikanerin Page Kemna.

„Vorstellungsgespräche und Lebensläufe sind langweilig“, sagt Page Kemna freundlich in die Kamera. Die junge Frau im Business-Look sitzt vor einem Keyboard und… fängt plötzlich an zu singen. Aber es ist kein romantisches Liebeslied. Und auch kein Dancefloor-Pop.

Page Kemna singt eine Bewerbung. Sie singt über ihre „verrückte Idee“, sich mit genau diesem Video zu bewerben. Über ihren Lebenslauf, ihre Fähigkeiten, ihre Motivation. Und auch davon, wie es ist, darauf zu warten, bis sich endlich einmal jene Unternehmen melden, die herkömmliche Bewerbungen erhalten. Anschließend lädt die 24-jährige Hobbymusikerin aus Denver mit einem Bachelor-Abschluss in Psychologie und Umweltwissenschaft den Clip auf das Karriereportal Linkedin hoch. Der Titel: „Hire me“ – „Stellt mich ein“. Das Ziel? Ein Kreativjob jeglicher Art. Aber sehen Sie erstmal einmal selbst…

 

Das war am Anfang diesen Jahres. Zu dem Clip schreibt Kemna noch: „Alles, was ich in der vergangenen Zeit getan habe, ist, meine Lebensläufe und Bewerbungsschreiben für Arbeitgeber zu optimieren, die wahrscheinlich nicht einmal länger als 30 Sekunden auf sie blicken werden.“ Das habe sie schon sehr satt. Doch das sollte sich von einen auf den anderen Tag ändern.

Denn Ihr Plan funktioniert. Sehr gut sogar. „Als ich das Video hoch lud, hatte ich 400 Kontakte auf LinkedIn“, erzählt sie wenige Wochen später in einem Interview mit einem amerikanischen Lokal-TV-Sender. „Ich hatte gehofft, dass es viele davon anschauen.“ Aber mit der extrem großen Resonanz und mehr als 900.000 Abrufen habe sie nie gerechnet. Der Kommentarbereich ihres Videos füllt sich sehr schnell mit Ermutigungen und Lob für ihren „mutigen Schritt“. Auch die ein und andere kritische Stimme ist dabei. Ein Personal-Experte schreibt: „Kandidaten sollten nicht auf ‚Tap and Dance‘-Nummern zurückgreifen müssen, um bemerkt zu werden“. Ein anderer kontert: „Ich vermute, dass viele Leute es anerkennen, wenn Sie kreativ sind und sich ausleben.“

Page Kemna ist jedenfalls froh, dass sie einen neuen Weg versucht hat. „Wirklich sehr viele haben sich gemeldet – und ich habe einige Wochen gebraucht, bis ich mich sortieren konnte“, sagt sie. Sie gab sich ein paar Monate Zeit, ging in Ruhe alle Vorschläge durch, bis das richtige Angebot kam.

Und sie wurde fündig. Denn vor ein paar Tagen nun konnte Kemna auf ihren sozialen Medienkanälen melden: „Okay, alle da draußen… Mein verrückter Lebenslauf-Song hat seine Wirkung erzielt.“  Das Unternehmen Zoom Video Communications, eine internationale Videokonferenz- und Chat-Plattform, offerierte ihr einen attraktiven Job. Das Hauptquartier von Zoom ist im Silicon Valley, doch die junge Frau aus Colorado möchte erst einmal für mindestens ein Jahr in ihrer „good ol‘ city“ bleiben und im Denver-Büro der Firma arbeiten. Aber bevor das losgeht, wird noch die laufende Arbeit an diversen „Jingles“ beendet.

„I am SO SO SO SO EXCITED!!!”, schreibt Page Kemna – und wird wohl nie wieder ein herkömmliches schriftliches Bewerbungsschreiben formulieren. Warum auch, wenn man das auch so erfolgreich singen kann?

Text: Silja Schriever


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