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MINT-Bewerber händeringend gesucht

Trotz aller Bemühungen: Die Lücke bei technischen Berufen wird immer größer. Vor allem im so genannten MINT-Bereich werden Arbeitskräfte benötigt.

Der Mangel an Arbeitskräften in sogenannten MINT-Berufen hat ein Rekordhoch erreicht
©Oliver Berg/dpa

Der Mangel an Mathematikern, Informatikern, Naturwissenschaftlern und Technikern (auch MINT-Gruppe genannt) hat in Deutschland ein Rekordhoch erreicht: Im April fehlten den Unternehmen 237.500 MINT-Arbeitskräfte, das sind 38,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem jüngsten MINT-Report hervor, der zweimal jährlich vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW, Köln) erstellt wird. Es sei der höchste Stand seit Beginn der Erhebung 2011, hieß es. Fast 40 Prozent der fehlenden akademischen Kräfte macht der IT-Bereich aus.

„Die Engpässe würden deutlich höher ausfallen, wenn nicht ausländische Arbeitnehmer überproportional in diesem Feld arbeiten würden“, sagte der Vorstandschef der Initiative „MINT Zukunft schaffen“, Thomas Sattelberger. Seit 2013 sei die Beschäftigung von Ausländern in akademischen Berufen um 43 Prozent gestiegen – den größten Anteil daran machen indische Arbeitskräfte aus. Damit der Fachkräftemangel insgesamt nicht weiter ansteige, müsse die Zuwanderung gestärkt werden – etwa durch eine Talent Card, die es auch Nicht-Akademikern aus dem Ausland erlaube, sich in diesem Bereich auf dem deutschen Arbeitsmarkt umzuschauen.

„Girls-Days alleine bringen keine MINT-Frauen“

Auch Flüchtlinge würden immer öfter im MINT-Bereich unterkommen, sagte Sattelberger. Derzeit seien es insgesamt rund 8.000. Bei der Integration in den Arbeitsmarkt forderte der Vorstandschef unter anderem eine bessere Sprachförderung und kritisierte: „Abschiebungen trotz Ausbildungsvertrag oder während eines Praktikums schreckt Betriebe davor ab, Asylbewerber oder Geduldete auszubilden.“

Gehe es um technisch-naturwissenschaftliche Berufe, würden immer noch zu viele Mädchen und Frauen von Vorurteilen und gesellschaftlichen Rollenklischees gebremst werden. „Girls Days alleine bringen’s nicht“, so Sattelberger.

Während der Studie zufolge die Zahl der MINT-Akademiker von 31,3 auf 35,1 Prozent stieg, ging die Quote der der 30- bis 34-Jährigen mit einer vergleichbare Ausbildung von 22,3 auf 18,8 Prozent zurück. Man brauche eine breitere Berufsorientierung an Schulen, sagte Sattelberger. Insgesamt gebe es 430.400 offene Stellen in den insgesamt 36 Berufskategorien.


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