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„Der Rat der Weisen": Wie spreche ich im Vorstellungstermin über meine Kündigung?

Im Vorstellungsgespräch über eine Kündigung zu sprechen, fällt vielen Bewerbern nicht leicht

© Foto: Chris Ryan / Getty Images

Sie ist einer der häufigsten Gründe für eine Bewerbung – doch niemand spricht gerne über sie. Wie man mit einer Kündigung im Vorstellungsgespräch am besten umgeht, weiß unsere Expertin Sophia von Rundstedt.

In unser Kolumne „Der Rat der Weisen“beantworten hochkarätige Personal- und Karriereexperten wichtige Fragen rund um die Themen Bewerbung, Gehalt und Karriere. Dieses Mal haben wir Sophia von Rundstedt* folgende Frage gestellt:

Sophia von Rundstedt Kolumne "Rat der Weisen" Bewerbung.com

„Frau von Rundstedt, wie gehe ich im Vorstellungsgespräch mit einer Kündigung durch den letzten Arbeitgeber um?“

Sophia von Rundstedt: Am besten offen und ehrlich. Und direkt zu Beginn, denn damit machen Sie den Kopf direkt frei für den weiteren Gesprächsverlauf. Sie können zum Beispiel in den ersten Erläuterungen zu ihrem beruflichen Werdegang die Gründe für die Trennung nennen. Um dem Gespräch wieder eine positive zukunftsgerichtete Wendung zu geben und den Fokus auf Ihre Ziele und Vorstellungen für Ihren nächsten beruflichen Schritt zu legen.

Die Zeiten, in denen eine Kündigung durch den ehemaligen Arbeitgeber einen Makel für die nächste Bewerbung bedeutet hat, sind in den meisten Unternehmen zum Glück vorbei. Strategische Neuausrichtungen, Restrukturierungen und Standortwechsel gehören heute in der Arbeitswelt zum Alltag.

Viele Bewerber verspüren in einer solchen Situation dennoch den Drang, sich zu rechtfertigen oder gar ihren Unmut gegenüber dem ehemaligen Arbeitgeber auszudrücken. Beides sollten Sie vermeiden, in dem Sie über die Zusammenhänge der Trennung so kurz und neutral wie möglich informieren. So wirken Sie souverän und ermöglichen es Ihrem Gesprächspartner die Zusammenhänge nachzuvollziehen und einordnen zu können.

Es versteht sich von selbst, dass die von Ihnen genannten Gründe für den Jobwechsel der Wahrheit entsprechen sollten. Je mehr Sie von den wahren Gründen abrücken, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie sich im Laufe des Gesprächs in Widersprüche verwickeln. Ein erfahrener Interviewer wird dies sehr schnell erkennen und den Eindruck gewinnen, dass Sie etwas verheimlichen möchten.

Ehrlichkeit zahlt sich also aus und hilft Ihnen dabei, mit einer positiven Haltung ins Gespräch zu gehen. Damit legen Sie den Grundstein für eine konstruktive Gesprächsatmosphäre und das Wohlwollen Ihres Gesprächspartners. Stoßen Sie mit dieser Vorgehensweise dennoch auf Unverständnis, müssen Sie keineswegs an sich zweifeln. Sondern sich ernsthaft die Frage stellen, ob das Unternehmen der richtige Arbeitgeber für Sie wäre.“

*Die Weise: Sophia von Rundstedt leitet ihr gleichnamiges Familienunternehmen als CEO und alleinige Geschäftsführerin seit 2011. Die Beratungsfirma zählt zu den führenden Experten in der Karriereberatung und ist Marktführer im Bereich Outplacement. Seit drei Jahrzehnten berät von Rundstedt Unternehmen und Einzelpersonen bei beruflichen Veränderungsprozessen und Karriereentwicklung. Von Rundstedt hilft Menschen dabei, sicher und zügig einen neuen, passenden Job zu finden. Unternehmen schätzen die Unterstützung in der anständigen und verantwortungsvollen Gestaltung von Trennungsprozessen.


Service-Info: Sie sehen, eine Kündigung sollte Sie auf keinen Fall entmutigen. Für Ihre Suche nach einem neuen Job bei einem spannenden Unternehmen bietet der XING Stellenmarkt die beste Übersicht attraktiver Vakanzen. Sie können Ihre Recherche schon gleich hier beginnen. Viel Erfolg.


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