Zeit für einen Jobwechsel? An diesen Zeichen erkennst Du es

Junge Frau mit Pflanze in der Hand schüttelt Hand von einem Mann. © Hero Images / Getty Images

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Jobwechsel – ja oder nein? Vor dieser Frage wirst Du in Deinem Berufsleben vermutlich mehrmals stehen. Um diese zu beantworten, solltest Du verschiedene Faktoren berücksichtigen. Hier erfährst Du, welche das sind.

In der Theorie ist es denkbar, dass Du Dein gesamtes Berufsleben bei demselben Arbeitgeber verbringst. Früher war das sogar üblich. Interne Jobwechsel waren trotzdem gang und gäbe, beispielsweise im Rahmen einer Beförderung. In der Praxis ist es heutzutage aber meist so, dass auch externe Jobwechsel zu einer erfolgreichen Karriere gehören. Sie können ein Weggehen sein vom alten Job, weil Du unzufrieden warst. Aber sie können auch ein Hingehen sein zu neuen Türen, die sich Dir geöffnet haben. Prinzipiell bringt also jeder Jobwechsel gewisse Chancen mit sich, beispielsweise neue Perspektiven wie eine Führungsposition oder eine finanzielle Verbesserung. Diesen zumindest in Erwägung zu ziehen, empfiehlt sich daher für jeden Arbeitnehmer.

Gibt es den richtigen Zeitpunkt für einen Jobwechsel?

Immer wieder heißt es, ein Arbeitnehmer solle alle drei, fünf oder sieben Jahre den Job wechseln. Solche fixen Zeitpunkte sind aber nicht die richtge Entscheidungsgrundlage und sollten, wenn überhaupt, nur als grobe Orientierung dienen. Die Antwort lautet daher: Nein, den einen richtigen Zeitpunkt für alle Menschen gibt es nicht. Es gibt aber sicherlich einen richtigen Zeitpunkt für Dich und genau diesen gilt es zu finden. Dabei kann es sich um einen externen Jobwechsel handeln oder um eine interne Veränderung wie die Übernahme eines neuen Aufgabenbereichs. Hauptsache, Deine Karriere schreitet voran, denn für viele Menschen ist im Berufsleben nichts so frustrierend wie Stagnation. Dass Du alle paar Jahre den nächsten Karriereschritt gehen solltest, ist daher eine gute Faustregel. Wie dieser aussieht, musst Du aber individuell entscheiden.

Vorsichtig, aber nicht ängstlich – so lautet die Devise

Prinzipiell kann der nächste sinnvolle Karriereschritt für Dich also ein Jobwechsel sein, aber auch eine interne Beförderung oder eine Weiterbildung, um eine Fachlaufbahn einzuschlagen. Ebenso kannst Du neue Aufgabenfelder übernehmen oder eine Gehaltserhöhung aushandeln. Wann immer Du das Gefühl hast, dass Deine Karriere in die richtige Richtung läuft, wirst Du dadurch zufrieden(er) sein. Viele Menschen lassen sich aber aus Angst von größeren Karriereschritten wie einem Jobwechsel abhalten. Sie befürchten, dass die Veränderung eine Verschlechterung darstellen könnte. Das ist jedoch nicht der Fall, wenn Du den Jobwechsel richtig angehst. Nur durch Veränderung ist schließlich auch Verbesserung möglich. Es geht deshalb nicht darum, willkürlich den Job zu wechseln, weil irgendeine Faustregel dies besagt. Stattdessen solltest Du sorgfältig überlegen, welche Deine Karriereziele sind und wie Du diese erreichen kannst. Ist der Jobwechsel dafür die Antwort, gilt es die richtige Stelle zu finden und Geduld walten zu lassen, bis sich eine passende Chance ergibt. Ein Jobwechsel sollte also niemals überstürzt werden – aber Angst ist auch nicht der richtige Ratgeber. 

Wann ist es Zeit für einen Jobwechsel? 

Es gibt also Situationen, in denen der Jobwechsel eine Option ist. Aber es gibt auch Situationen, in denen er die einzig sinnvolle Entscheidung darstellt. Folgende Anzeichen deuten beispielsweise darauf hin, dass die Zeit reif ist für ein neues Kapitel in Deinem Berufsleben:

  • Du bist im aktuellen Job unzufrieden und es gibt keine Aussicht auf Besserung.
  • Du fühlst Dich sozial nicht integriert oder sogar gemobbt.
  • Die Arbeit bei dem Unternehmen verstößt gegen Deine persönlichen Werte oder Moralvorstellungen.
  • Du hast beim bisherigen Arbeitgeber keine beruflichen Perspektiven für Deine Karriereziele.
  • Du leidest gesundheitlich unter dem Job, beispielsweise durch ständigen Stress.
  • Deine Karriere befindet sich im Stillstand und ein Jobwechsel ist der einzige Weg aus der Stagnation.
  • Das Unternehmen hat wirtschaftliche Schwierigkeiten und Du möchtest von einem sinkenden Schiff abspringen.
  • Die Rahmenbedingungen wie die Arbeitszeiten entsprechen nicht Deinen Vorstellungen – und der Arbeitgeber ist zu keinem Kompromiss bereit.
  • Der Job macht Dir keinen Spaß und Du bist dauerhaft unmotiviert.
  • Schon bei dem Gedanken an den nächsten Arbeitstag bekommst Du ein ungutes Gefühl wie Angst oder Bauchschmerzen.
  • Du fühlst Dich nicht gefordert und gefördert.
  • Du hast ein Jobangebot erhalten, das Du nicht ablehnen kannst.
  • Das Arbeitsklima ist schlecht und auch hier ist keine Besserung in Sicht.
  • Du wünschst Dir eine komplette Neuorientierung, beispielsweise in einem anderen Beruf.
  • Du fühlst Dich unterbezahlt und Gehaltsverhandlungen führen zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis.
  • Der Führungsstil ist schlecht, sprich es fehlt beispielsweise an Wertschätzung.
  • Du langweilst Dich und hast keine internen Möglichkeiten zur Verändung.
  • Die Rahmenbedingungen passen nicht zu Deinem Privatleben. Stichwort: Work-Life-Balance.

Es sind also vor allem Deine Gesundheit oder eine berufliche Stagnation, die dringende Warnzeichen sein können, dass Du den Job wechseln solltest. Aber auch viele weitere, höchst individuelle Gründe sind denkbar. Schlussendlich musst Du Deine eigenen Beweggründe kennen und im Einzelfall abwägen, ob ein Jobwechsel die richtige Entscheidung ist. Dein Bauchgefühl ist dabei ein guter Ratgeber.

In diesen Fällen solltest Du lieber noch warten

Es gibt aber auch Situationen, in denen ein Jobwechsel nicht notwendig oder sinnvoll ist – zumindest noch nicht. Das gilt beispielsweise, wenn Du rundum zufrieden bist. Du kannst den Stillstand also auch einfach eine Zeit lang genießen. Aber auch, wenn Du noch überhaupt keine Ahnung hast, was Du Dir von Deinem neuen Job wünschen würdest oder welche Deine Karriereziele sind, kann es besser sein, noch einige Zeit zu warten. Ebenso ist eine kurzfristige Unzufriedenheit, weil gerade eine stressige Phase herrscht oder Du einen Konflikt mit dem Chef hast, kein Grund für überstürzte Reaktionen. Gewissen Herausforderungen solltest Du Dich stellen, anstatt direkt die Kündigung zu zücken. Frag Dich also, weshalb Du einen Jobwechsel in Erwägung ziehst und ob er wirklich die einzige sowie richtige Lösung für das Problem ist. Wenn ja, solltest Du ihn wagen. Wenn nicht, ist die Zeit noch nicht reif…

24.09.2021