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So hilft der Europass bei der Auslandsbewerbung

Der Europass soll bei der Auslandsbewerbung helfen

©Screenshot: CONE

Menschen, die beruflich im europäischen Ausland Fuß fassen wollen, haben es mitunter schwer, wenn es um die Formalien der Bewerbung geht. Bei den unterschiedlichen Anforderungen soll der „Europass“  helfen.


Die Stellenanzeige aus Frankreich klingt spannend? Der vakante Posten in Spanien wäre für Sie ein Karrieresprungbrett? Sie wollten immer schon in Schweden arbeiten? Die erste und häufig auch größte Hürde besteht nun jedoch in der richtigen Bewerbung. Ländertypische Regeln müssen beachtet, spezifische Formalien eingehalten werden. Weil es in jedem Land andere Anforderungen an die Bewerber gibt, ist es für ausländische Jobinteressenten nicht immer leicht, die Unterlagen vollständig und damit auch überzeugend und für jeden gut verständlich zu gestalten.

Mit einheitlichen Formen und besserer Vergleichbarkeit soll darum der sogenannte „Europass“ Jobinteressenten die Bewerbung ins europäische Ausland erleichtern.  Eingeführt wurde der Europass bereits im Jahr 2004 infolge einer Entscheidung des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates. Und auch, wenn der Europass nicht die Voraussetzung für die Bewerbung auf eine Stelle im europäischen Ausland bildet, ist er dennoch hilfreich und verschafft Ihnen viele Vorteile. Denn Ihre Bewerbung wird aufgrund der einheitlichen Form auch in Unternehmen verstanden, die in anderen Ländern angesiedelt sind. Er besteht aus fünf unterschiedlichen Dokumenten:

Europass Lebenslauf: Damit formale Unterschiede nicht das Aus im Bewerbungsverfahren bedeuten, setzt der Europass Lebenslauf auf einen einheitlichen Aufbau. Dieses Dokument ist das wichtigste, wenn Sie sich im Ausland bewerben wollen. Die Nutzung des Europass Lebenslaufs ist kostenfrei. Als Bewerber machen Sie die entsprechenden Angaben zu Ihrer Person und Ihrem beruflichen Werdegang online auf den Internetseiten des Europäischen Zentrums für die Förderung der Berufsbildung, CEDEFOP. Haben Sie dies getan, können Sie das Dokument als PDF-Datei oder im XML-Format herunterladen.

Wie in einem ganz klassischen Lebenslauf machen Sie neben den Angaben zu Ihrer Person auch hier solche hinsichtlich Ihrer Berufserfahrung, Ihrer Schul- und Berufsbildung, Ihrer Qualifikationen und Fähigkeiten. Zudem ist Platz für zusätzliche Informationen, die Ihnen wichtig sind und weitere Kenntnisse sichtbar machen.

Europass Sprachenpass: Mit diesem schätzen Sie Ihre Sprachkenntnisse ein. Die Angaben erfolgen mithilfe des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen, kurz GER. Dabei unterscheiden Sie zwischen verschiedenen Niveaustufen:

  • A1 steht für Anfänger. Dies geben Sie an, wenn Sie leichte Sätze verstehen und anwenden können.
  • A2 bedeutet, Sie verfügen über grundlegende Kenntnisse und können sich mit anderen Menschen austauschen, wenn es um einfache, alltägliche Dinge geht.
  • B1 heißt, Sie können sich mit anderen Personen über Ereignisse, Ihnen vertraute Themen und Ereignisse unterhalten.
  • B2 meint die selbstständige Sprachverwendung. Sie können selbst mit Muttersprachlern ohne größere Schwierigkeiten sprechen und sich zu einem breiten Themenspektrum auszutauschen.
  • C1 steht für fachkundige Sprachkenntnisse. Sie können beinahe fließend sprechen und müssen nicht kompliziert nach den passenden Vokabeln suchen.
  • Wenn Sie C2 angeben, verfügen Sie über Kenntnisse, die denen von Muttersprachlern nahekommen.

Europass Diploma Supplement: Sie haben einen Hochschulabschluss? Das entsprechende Zeugnis wird im Diploma Supplement näher erläutert, damit es für Personalverantwortliche im Ausland verständlich ist.

Europass Zeugniserläuterungen: Damit sich berufliche Abschlüsse in verschiedenen europäischen Ländern leichter vergleichen lassen, gibt es die Europass Zeugniserläuterungen.

Europass Mobilität: Mit diesem Dokument zeigen Sie auf, welche Fähigkeiten Sie etwa durch Aufenthalte im Ausland erworben haben. Während Sie alle anderen Dokumente für den Europass selbst mit Ihren Angaben erstellen können, muss das Mobilitäts-Dokument durch den Betrieb oder die Institution erstellt werden, die Sie ins Ausland entsendet hat. Dazu wenden Sie sich also zum Beispiel an Ihren Arbeitgeber oder an Ihre Hochschule.

Profi-Tipp: Wer seinen Lebenslauf online über Europass erstellt, kann das Dokument ganz einfach auch in seinem XING-Profil veröffentlichen und so noch sichtbarer für Recruiter und Headhunter werden.

Redaktion: Daniela Lukaßen-Held


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