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Mein Auswahlverfahren bei Ernst & Young: Jobinterview mit Überraschungen

Ernst & Young Gebäude in Stuttgart

©Foto: aldorado10 / Getty Images

Schon im Studium wächst bei Kai Rumphorst der Wunsch, Unternehmensberater zu werden. In einem kanadischen Bergwerk fällt dann die endgültige Entscheidung. Als er sich wenig später bei der Beratungsgesellschaft Ernst & Young bewirbt, warten ein paar Überraschungen auf ihn.

„Obwohl es nicht einmal acht Monate her ist, habe ich das Gefühl, meine Bewerbung liegt bereits Ewigkeiten zurück: Ich fühle mich bei Ernst & Young schon wie ein alter Hase. Was sicherlich nicht immer so ist: Es hat sich gezeigt, dass meine Berufsentscheidung richtig war und mein Job bislang genauso ist, wie ich es mir vorgestellt und erhofft habe.

Kai Rumphorst Ernst & Young EY
©Foto: Kai Rumphorst

Während meines BWL-Bachelor-Studiums an der Universität Göttingen hatte ich einen Professor, der früher als Unternehmensberater tätig war. Er hat erzählt, wie es in der Beratung so abläuft. Was ich toll fand: Er war stets sehr ehrlich und hat neben den positiven auch von den negativen Seiten erzählt. Ich habe mich weiter mit dem Beruf des Beraters auseinander gesetzt und schließlich den Entschluss gefasst, dass auch ich in der Unternehmensberatung meine Karriere beginnen möchte. Noch während meines Studiums habe ich ein Praktikum in der Automobilbranche bei Daimler gemacht, um dort das Projektmanagement kennen zu lernen, das zum täglichen Geschäft eines Beraters gehört.

Während meines Master-Studiums „Unternehmensführung“, habe ich zudem im Ausland weitere Praxiserfahrung gesammelt: Ich war sechs Monate in Kanada und habe im „Corporate Risk Management“ für ein Bergbauunternehmen gearbeitet, das dort ein neues Werk aufgebaut hat. Dadurch habe ich meinen jetzigen Lieblingsbereich in der Unternehmensberatung kennen gelernt, in dem ich nun auch bei EY schwerpunktmäßig arbeite: das Risikomanagement – oder wie es bei EY heißt: „Risk Transformation“.

Im Risikomanagement geht es letztendlich darum, dass man analysiert, welche Risiken es aktuell gibt, was zukünftig passieren könnte und was in der Vergangenheit bereits passiert ist. Darüber hinaus ist für eine Risikoanalyse entscheidend, mit welcher Wahrscheinlichkeit Risiken eintreten könnten und welche Kosten bei Eintritt eines Risikos entstehen können. In der Folge gilt es natürlich zu überlegen: Was kann man tun, um das zu vermeiden oder zu mindern und wie wird bestmöglich mit Risiken umgegangen, die tatsächlich eintreten. Typische Risiken sind umwelt-, technische strategische, politische oder IT-Risiken.

Gleich zwei Überraschungen beim Vorstellungsgespräch

Was mir am Risikomanagement besonders gefällt, ist, dass man das Unternehmen in der Regel als großes Ganzes von oben betrachtet und nicht nur einen einzelnen Prozess. Als ich dann bei Ernst & Young die Stellenangebote durchforstet habe, habe ich gestaunt, denn da war eine Stelle ausgeschrieben, die ganz genau so beschrieben war, wie ich mir meinen späteren Job vorstellte.

Natürlich habe ich mich sofort beworben: Zunächst musste ich klassisch in einem Online-Tool meine Kontaktdaten, meinen Lebenslauf und meine Zeugnisse hochladen. Bereits nach zwei Wochen hatte ich eine Mail von der Personalabteilung im Postfach, in der stand, dass ich gut auf die Stelle passen würde und ob ich nicht für ein Vorstellungsgespräch vorbeikommen wolle. Es folgte ein kurzes Telefonat mit einer Personalerin und schon erhielt ich die offizielle Einladung zum Interview nach München!

Vor Ort folgten gleich zwei Überraschungen: Bei der Stelle konnte man Präferenzen angeben, in welcher Stadt man am liebsten arbeiten möchte. Ich wollte unbedingt nach Hamburg, also war das meine erste Wahl, gefolgt von Düsseldorf und Stuttgart, doch die Einladung zum Gespräch war nach München. Schnell klärten mich die Interviewpartner jedoch auf, dass nur unser Gespräch in München stattfindet, die Stelle aber in Hamburg sein würde. Die zweite Überraschung war dann, dass die Verantwortliche für gleich zwei unterschiedliche Stellen mir gegenüber saßen: Es gab auch noch einen Job in dem Bereich Cyber Security, der auch gut zu meinem Profil passen könnte.

Das Gespräch an sich lief von Anfang an mit den Vertretern beider Fachbereiche sehr gut. Es stellte sich heraus, dass der eine Interviewpartner in der gleichen Stadt wie ich sein Abitur gemacht hatte und die andere Interviewpartnerin auch Auslandserfahrung in Kanada gesammelt hatte. Das ist natürlich super, wenn man gleich zu Beginn solche Gemeinsamkeiten entdeckt, denn dann ist das Eis schnell gebrochen.

Die Kollegin aus der Cyber Security war sehr sympathisch und erzählte, was sie so macht und worin der Unterschied zum Risikomanagement liegt: In der Cyber Security unterstützt man Unternehmen dabei, Cyberrisiken zu identifizieren und sich davor zu schützen, bzw. auf Cybervorfälle zu reagieren und bei der Wiederherstellung zu helfen. Aber nachdem ich meine Erwartungen geschildert hatte, hat sie von sich aus gesagt, dass für mich vermutlich die andere Stelle besser passen würde. Ich denke, da war sie sehr ehrlich und hat überlegt, was besser für mich ist und nicht, was besser für sie ist.

Das Gespräch dauerte insgesamt rund eineinhalb Stunden und die Fragen waren ganz querbeet: Zu Persönlichem, zum Lebenslauf und inhaltlich zum Thema Risikomanagement. Da ich aber in meinem Praktikum in Kanada bereits viel über Risikomanagement lernen durfte, konnte ich scheinbar alles zufriedenstellend beantworten: Eine Zusage kam bereits wenige Wochen nach dem Gespräch. Das ging insgesamt sehr schnell: Nach der Bewerbung im Januar hätte ich Anfang März bereits starten können. Weil ich jedoch den Umzug nach Hamburg stemmen musste, haben wir uns ohne Probleme auf Anfang April als Arbeitsbeginn geeinigt.

Gleich ins kalte Wasser geworfen

Der gesamte Bewerbungsprozess war bei Ernst & Young sehr persönlich und hat sicherlich auch zu meiner Entscheidung beigetragen, bei EY anzufangen. Ebenso die Tatsache, dass sich auch andere Fachbereiche für mich interessierten und sich meinen Lebenslauf durchgelesen haben, finde ich toll und wichtig.

Mein erster Projekteinsatz war genauso schnell wie die Bewerbung und so fand ich mich bereits in der zweiten Woche auf meinem ersten Projekt in Stuttgart wieder. Da wurde ich schon sehr ins kalte Wasser geworfen – aber nur so lernt man etwas, finde ich. Das Reisen als Berater muss man natürlich mögen. Doch wenn ich montags früh in den Flieger steige, weiß ich, wenn ich ankomme, arbeite ich mit meinem inspirierenden und kollegialen Team zusammen.“

Aufgezeichnet von Maria Zeitler


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