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Meine Bewerbung bei Datev: Drin mit Rolle rückwärts

Zentrale der Datev

©Foto: Datev / PR

Stellenangebot abgelehnt, trotzdem Job bekommen: Daniel Hörner musste in seinem Bewerbungsprozess beim IT-Dienstleister Datev erstmal einen Umweg nehmen, um die Position zu finden, die am besten zu ihm passt. Seine Erfahrungen schildert er hier.

„Als ich das erste Mal Kontakt zu meinem jetzigen Arbeitgeber hatte, war ich noch ein Kind. Mein Onkel hat einen ausgemusterten PC der Datev angeschleppt. Da ist das Unternehmen natürlich gleich in positiver Erinnerung geblieben. Eigentlich ist die Datev also selbst „schuld“, dass ich heute hier arbeite.

Ich habe schon lange nach einer entsprechenden Stelle Ausschau gehalten, denn bei uns in der Region Franken ist die Datev ein sehr attraktiver Arbeitgeber. Im Dezember 2017 war es dann so weit und ich dachte: Das könnte passen. Ausgeschrieben war ein sogenannter „Scrum-Master“ – dabei geht es um agile Softwareentwicklung. Da ich schon etwas in die Richtung gemacht habe und mich dorthin weiterentwickeln wollte, habe ich mich beworben.

Die erste Hürde: eine Skill-Matrix mit 30 Feldern

Los ging es mit einem Bewerbungsportal: Unter anderem musste ich recht detailliert eine Skill-Matrix ausfüllen. Insgesamt rund 30 technische Fähigkeiten wurden abgefragt und ich musste eintragen, wie ich mich jeweils auf einer Skala von 1 bis 10 selbst bewerten würde bei verschiedenen Programmiersprachen und Vorgehensweisen. Hier war es wichtig, mir viel Zeit zu nehmen, um mich richtig einzuschätzen: Einerseits will man sich im besten Licht präsentieren, andererseits bringt es nichts, etwas anzukreuzen, was man nicht kann. Gerade bei Programmiersprachen fällt das ja sofort auf und da hat man nichts davon – im Gegenteil. Einen Lebenslauf, ein Motivationsschreiben und meine Projektreferenzen konnte ich dann ebenfalls noch hochladen.

Dann hat es nicht lange gedauert und nach rund zwei Wochen durfte ich mich über eine Einladung zum Gespräch freuen. Diese konnte ich auch in dem Bewerbungsportal sehen und somit auch, wer noch eingeladen war. Dann weiß man schon einmal: Sitzen da 40 Leute oder nur zehn? Und dann habe ich natürlich auch mal auf XING recherchiert, was die Leute schon gemacht haben, welche Positionen und Schwerpunkte sie haben. Das hilft mir ganz gut gegen die Aufregung, wenn ich ein bisschen einschätzen kann, mit wem ich es da zu tun habe.

„Da passt was nicht!“

Spannend fand ich dann, dass es beim ersten Gespräch eher darum ging, ob man menschlich gut zu dem Unternehmen passt und erst beim zweiten um die fachlichen Fragen. Das kenne ich eigentlich eher anders herum – fand aber, dass es durchaus Sinn macht, da bei der Datev die Unternehmenskultur eine große Rolle spielt. Zusätzlich konnte ich mich gut entspannen, weil ich beim ersten Treffen nicht gleich mit fachlichen Fragen gelöchert wurde, sondern nur Ich sein musste. Beim ersten Gespräch lief alles prima und ich merkte gleich, dass ich hier hin passe.

Beim zweiten war es schon schwieriger: Da wurde intensiver, technischer gefragt und es waren mehr Leute dabei, auch aus der Abteilung, in der ich dann arbeiten sollte. Doch bereits im zweiten Gespräch merkte ich: Da passt was nicht! Denn es stellte sich heraus, dass wir die Funktionen eines Scrum-Masters unterschiedlich auslegten: Während ich dachte, ich könne dort immer wieder an verschiedenen Stellen technisch die Entwicklung entlasten, war die Stelle hier so angelegt, dass es hauptsächlich um Coaching-Aufgaben gehen sollte. Ich wollte aber keinesfalls aus dem technischen Ar-beiten heraus, denn da kann ich mein Herzblut reinstecken, das ist einfach meine Leidenschaft. Ich bin froh, dass ich in dem Gespräch so viele Nachfragen gestellt habe, denn nur so stellte sich das heraus. Das kann ich nur jedem als Tipp geben.

Die Datev „Feierabend-Lounge“ bringt die Wende

Ich bin also mit gemischten Gefühlen aus dem Gespräch gegangen. Und nun stellte sich die Frage: Was tun? Zu Hilfe kam mir dann letztlich der Zufall. Denn schon vor meiner Bewerbung um die Stelle hatte ich mich im Herbst für die „Feierabend-Lounge“ der Datev angemeldet. Und dieses Event war zufällig genau am Tag nach meinem zweiten Gespräch.

Dort konnte ich einmal die Situation umdrehen, denn da war auch mein potentieller zukünftiger Chef anwesend, den konnte ich ein bisschen löchern, was das Unterneh-men alles macht und in welchen Bereichen. Das war wirklich eine tolle Stimmung dort. Ich konnte mit vielen Leuten sprechen und man merkte schon, dass der Smalltalk tiefer geht und man auch mal Scherze machen konnte.

Zusammen die passende Stelle gefunden

Schweren Herzens habe ich dennoch am Tag darauf die Bewerbung offiziell zurückgezogen, schrieb in der Absage-Mail aber, dass nur die Stelle nicht passt, dass mir das Unternehmen an sich aber super gefällt. Ich habe dann richtig schnell Resonanz und eine neue Stelle angeboten bekommen und nun bin ich seit einigen Monaten Softwareentwickler im internen Softwarehaus. Dieses Softwarehaus ist wie eine kleine Leihfirma innerhalb der Datev und verleiht Leute mit bestimmten Fähigkeiten an Projekte. So kann ich immer wieder was Anderes machen und die Projektleitung ist nie meine Führungskraft. Solche Konzepte gefallen mir, weil ich da frei bin und denke, dass man mit der richtigen Mischung an Leuten, je nach Projektanforderung, mehr erreichen kann.

Ich hatte also richtig Glück, dass es doch noch geklappt hat. Aber ich glaube auch, dass man immer am weitesten kommt, wenn man sich selbst treu bleibt. Nur zu sagen: ‚Hey, ich will die Stelle, alles andere ist mir egal’ – damit wird man nicht glücklich! Wenn Bewerber und Unternehmen zueinander passen, findet man auch die passende Stelle.“

Aufgezeichnet von Maria Zeitler


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