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Bewerben in der Schweiz: Lohnt sich der Wechsel ins Ausland?

Bewerben in der Schweiz

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Ein Artikel von Julia Troesser

Die Schweiz: Am Wochenende mal eben in die Berge, in der Mittagspause gemütlich durch Zürich schlendern. Viele Deutsche träumen von einer Karriere in der Schweiz – aber wie sind dort die Jobaussichten? Und sind die Gehälter so hoch, dass man sich ein Leben im teuren Nachbarland leisten kann? Wir geben Antworten.

Das Wichtigste in 15 Sekunden

  • Viele Jobs für Wirtschaftswissenschaftler, Informatiker und Ingenieure
    Berufserfahrung vorausgesetzt – am besten im Ausland
  • Die Hälfte der Einsteiger verdient zwischen 68.000 und 82.500 Euro
  • Bei der Bewerbung in die Schweiz lauern einige Fallen

Es klingt nach einer guten Kombination: Im Ausland arbeiten und dabei die eigene Sprache sprechen. Im deutschsprachigen Teil der Schweiz ist das möglich, dort haben Absolventen aus Deutschland deshalb grundsätzlich gute Chancen. Aber wie sieht die aktuelle Lage auf dem Jobmarkt aus? Und wie attraktiv sind die Leistungen der Arbeitgeber? Das zeigt die Studie Staufenbiel JobTrends Schweiz 2016, die in diesem Jahr erstmalig erschienen ist.
Infografik_Bewerben in der Schweiz

Wirtschaftswissenschaftler begehrt, Master beliebt

Kurz gesagt: Auch bei unseren Nachbarn haben Wirtschaftswissenschaftler, Informatiker und Ingenieure die besten Aussichten, sie werden beim Großteil der befragten Unternehmen gesucht. Und die Zahlen werden noch weiter steigen: 40 Prozent der Arbeitgeber gehen davon aus, dass der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern in den nächsten fünf Jahren steigt – es kann sich also lohnen, jetzt den Einstieg in der Schweiz zu planen.
Was sollten Absolventen dafür mitbringen? Am besten einen Masterabschluss von einer (renommierten) Uni. 93 Prozent der Schweizer Arbeitgeber bevorzugen diese Variante, dicht gefolgt von einem FH-Master. Aber auch mit Bachelor-Abschluss (von Uni oder FH) haben Bewerber bei mindestens 70 Prozent der Unternehmen gute Chancen. Der Vorteil für deutsche Kandidaten: Durch die Bologna-Reform sind die Abschlüsse international besser miteinander vergleichbar, als es noch bei Diplom oder Magister der Fall war. Finanziell lohnt sich jedenfalls der höhere Abschluss: Zwei Drittel der Arbeitgeber zahlen Master-Absolventen höhere Gehälter als Kollegen mit Bachelor.

Auslandserfahrung ein großer Pluspunkt

Der Master-Abschluss einer begehrten Fachrichtung liegt vor – was brauchen Sie noch, um als Bewerber in der Schweiz Erfolg zu haben? Wichtig ist vor allem Berufserfahrung, 88 Prozent der Unternehmen setzen sie voraus. Hier kann es als deutscher Bewerber helfen, bereits internationale Erfahrung gesammelt zu haben. Mehr als 40 Prozent der Personaler wollen bei allen Bewerbern eine Auslandsphase im Lebenslauf sehen, vor allem bei Kandidaten, die nicht aus der Schweiz kommen, ist es ein deutlicher Pluspunkt: Mit internationaler Berufserfahrung zeigen Bewerber, dass sie offen für fremde Länder und Kulturen sind, Interesse am Austausch haben und sich gut integrieren können. Denn auch wenn dieselbe Sprache gesprochen wird: Die Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz können – nicht nur bei der Aussprache – beträchtlich sein.

Das gilt vor allem fürs Geld: In der Schweiz zahlen Sie mit Franken – und meistens ziemlich viel. Für ein Bier in einer Kneipe werden schnell 5 Euro fällig, eine Pizza beim Italiener ist selten unter 15 Euro zu haben. Natürlich sind die Gehälter bei Schweizer Unternehmen entsprechend höher als bei uns – das zeigt auch die Staufenbiel-Studie. 50 Prozent der Einsteiger erhalten bei den befragten Arbeitgebern zwischen 75.000 und 90.000 Franken im Jahr, das sind zwischen 68.700 und 82.500 Euro. Bei drei Prozent der Firmen sind sogar für Einsteiger mehr als 100.000 Franken (etwa 91.600 Euro) drin – davon lässt sich wohl selbst in Zürich ein ganz nettes Leben führen.

Schweiz: Bewerbungsunterlagen müssen angepasst werden

Wer sich in der Schweiz bewirbt, sollte nicht einfach die üblichen Bewerbungsunterlagen ins Nachbarland schicken. Auch wenn der grundsätzliche Aufbau von Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen gleich bleibt – informieren sie sich vorab gut, welche Formulierungen gewünscht und welche Unterlagen erforderlich sind. Detaillierte Infos dazu finden Sie zum Beispiel bei staufenbiel.ch.

Ein wichtiger Tipp zum Schluss: Versenden Sie keine „freundlichen Grüße“! Das zeigt sofort, dass Sie keine Ahnung von der Schweiz haben. Denn dort gibt es kein „ß“ – es werden also „Grüsse“ verschickt.


Über die Autorin: Julia Troesser
Julia Troesser ist Redakteurin bei staufenbiel.de, einem vor allem bei Studenten und Absolventen beliebten Jobportal. Mit ihren Kollegen der Online-Redaktion will Julia junge Menschen auf dem Weg zum Karriereziel unterstützen – vom Uni-Alltag hinein in den Traumjob.


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