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Einfach anders: Bewerben bei einem Startup

Bewerben für ein Startup

©TommL / Getty Images

Die Startup-Arbeitswelt fasziniert viele Jobsuchende. Aber gerade weil sie sich von traditionellen Unternehmen unterscheidet, sollte auch die Bewerbung anders aussehen.

Ein klassisches Layout, ein tabellarisch aufgebauter Lebenslauf mit Businessfoto, eine schwarze oder dunkelblaue Bewerbungsmappe: Was bei herkömmlichen Unternehmen immert noch sehr gut ankommt, ist in der jungen und dynamischen Startup-Szene eher fehl am Platz. Stattdessen lautet die Devise: Seien Sie kreativ. Weil es über die meisten Startups oft noch nicht viele Informationen auf den normalen Kanälen gibt, müssen Sie sich mit dem jungen Unternehmen intensiv auseinandersetzen, bevor Sie sich an die Bewerbung machen:

  • Schauen Sie sich an, wie die Website des Startup aufgebaut ist, bei dem Sie sich bewerben möchten: Welche Farben dominieren? Präsentiert sich das Team mit Fotos? Wie sind die Beschäftigten gekleidet? Orientieren Sie sich daran und gehen Sie in eine ähnliche Richtung.
  • Verfolgen Sie die Aktivitäten des Unternehmens in Sozialen Medien. Welche Postings finden Sie dort? Gibt es bestimmte Themen, die das Startup an die Öffentlichkeit trägt? Wer sind die Follower?
  • Finden Sie heraus, was in der Presse über das Startup geschrieben wird: Lesen Sie sich Artikel durch, recherchieren Sie, ob Sie Interviews mit den Firmengründern finden, und greifen Sie die Ideen und Aussagen in Ihrer Bewerbung auf.
  • Zeigen Sie in Ihren Unterlagen also, dass Sie die Firma und ihren Markt kennen und darüber Bescheid wissen.

Ein wichtiger Punkt, mit dem Sie sich befassen müssen, ist darüber hinaus die persönliche Ansprache. Üblicherweise wird in Startups geduzt. Doch um mit Ihrer Bewerbung nicht in ein Fettnäpfchen zu treten, sollten Sie hier ganz genau überlegen. Ein „Du“ in einer Bewerbung kann ebenso falsch ankommen wie ein „Sie“, das den Bewerber als spießig gelten lässt. Achten Sie daher auf die Websitetexte der jeweiligen Firma. Wird dort geduzt, kann dies auch in der Bewerbung aufgegriffen werden. Wer sich dennoch unsicher ist, kann auch beim Unternehmen anrufen. Fragen Sie beispielsweise, an wen Sie Ihre Bewerbung richten dürfen. So erfahren Sie nicht nur den richtigen Ansprechpartner, sondern hören auch, ob ein Du oder Sie angemessen ist.

Eine Initiativbewerbung kann sich bei Startups sehr lohnen

Wie aber finden Sie heraus, ob Ihr favorisiertes Startup überhaupt neue Mitarbeiter sucht? Viele junge Unternehmen, deren Gründung noch nicht so sehr lange zurückliegt, haben noch keine Human-Ressources-Abteilung, die sich um Stellenausschreibungen und die Gewinnung neuer Mitarbeiter kümmert. Hier kann sich eine Initiativbewerbung lohnen. Sind Sie von einer Gründer-Idee begeistert und stehen Sie hinter dem Geschäftsmodell, versuchen Sie es einfach. Auch wenn Ihre Bewerbung nicht direkt Erfolg hat, kann es sein, dass man sich in einiger Zeit an Sie erinnert, wenn das Startup gewachsen ist.

Knüpfen Sie Kontakte in die Szene

Wenn Sie hingegen noch kein konkretes Startup vor Augen haben, sich eine Arbeit für ein solches Unternehmen jedoch grundsätzlich vorstellen können, sollten Sie die Szene zunächst kennenlernen. Eine gute Möglichkeit, um die entsprechenden Kontakte zu knüpfen, bieten Besuche von speziellen Veranstaltungen. In vielen großen Städten finden regelmäßig Events statt, auf denen Sie mit den Gründern ins Gespräch kommen und die Unternehmen kennenlernen. Auf diese Weise sammeln Sie wichtige Kontakte, die Ihnen weiterhelfen, wenn Sie sich dann bei einem der Startups bewerben möchten.

Sind Sie überhaupt ein Startup-Typ?

Doch beachten Sie: Nicht für jeden Arbeitnehmer ist ein Startup der richtige Arbeitgeber. Denn die Anforderungen, die an die Beschäftigten gestellt werden, unterscheiden sich häufig deutlich von denen herkömmlicher Unternehmen. So ist viel Eigeninitiative erforderlich. Bewerber, die einen 08/15-Job suchen, sind hier sicherlich fehl am Platz. Die Abläufe und Prozesse müssen sich erst noch einspielen und Menschen, die Strukturen brauchen, fühlen sich insbesondere in einem jungen Startup nicht immer wohl.

Dazu kommt: Wer in einem Startup arbeitet, muss für die Idee brennen. Denn die Arbeit in einem solchen Unternehmen erfordert Kreativität und die Bereitschaft, auch mal nach Feierabend zu bleiben, um die Firma voranzubringen. Allerdings haben Sie als Beschäftigter auch viele Vorteile: Sie können live miterleben, wie ein noch junges Unternehmen sich am Markt etabliert, wie es wächst und neue Kunden gewinnt. Dazu kommt: Die Hierarchien sind flach und Sie haben gute Möglichkeiten, schnell aufzusteigen, Verantwortung zu übernehmen und wichtige berufliche Erfahrungen zu sammeln.

Natürlich besteht immer auch die Gefahr, dass eine junge Firma nach nur kurzer Zeit feststellen muss, dass seine Ideen und Produkte doch nicht so gefragt sind und dass es Verluste einstreichen muss. Die Sicherheit der Arbeitsplätze ist also nicht immer garantiert. Dieses Risikos müssen Sie sich bewusst sein, wenn Sie für ein Startup tätig werden wollen.

Text: Daniela Lukaßen


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