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Azubi-Mangel: Hilfsangebote für Bewerber und Firmen

Der Azubi-Mangel ist besonders im Hotel- und Gaststättengewerbe eklatant

©Liam Bailey / Getty Images

Viele Betriebe in Deutschland finden keine Auszubildenden. Gleichzeitig bleiben viele Jugendliche ohne Lehrstelle – etwa wegen zu schlechter Noten. Gegen den Azubi-Mangel gibt es nun spezielle Hilfsangebote.

Fast jeder dritte Betrieb in Deutschland kann nach einer aktuellen Umfrage Lehrstellen aus Mangel an geeigneten Bewerbern nicht besetzen. Wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zu seiner Umfrage „Ausbildung 2017“ mit etwa 10.500 Unternehmen berichtete, lag die Fehlquote bei 31 Prozent – im Vergleich zu 12 Prozent zehn Jahre zuvor. Am schwierigsten ist die Lage im Gastgewerbe, wo sage und schreibe 58 Prozent der Betriebe Lehrstellen nicht besetzen konnten. Besonders stark zugenommen hat der Azubi-Mangel im Baugewerbe mit 42 Prozent (2015: 30 Prozent). Zum Stichtag 30. September 2016 wuchs die Zahl nicht vergebener Ausbildungsplätze im Vorjahresvergleich um 4,5 Prozent auf 43.500 – zugleich gingen aber auch 20.600 Jugendliche leer aus.

Nach dem vor einigen Wochen veröffentlichten Berufsbildungsbericht der Bundesregierung sind darum sogenannte „Passungsprobleme“ eine „zentrale Herausforderung“ – darunter fallen Bewerber, die mit ihren Abschlüssen nicht den Ansprüchen der Firmen genügen, nicht mobil genug sind bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder sonstige Probleme haben.

Schlechte Noten, unverständlicher Schulstoff, Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche oder Ärger im Betrieb: Probleme kann es auf dem Weg zur Ausbildung und währenddessen viele geben. Hier sind vier Angebote, die gegen diese Hindernisse und den daraus resultierenden Azubi-Mangel eingesetzt werden:

Einstiegsqualifizierung (EQ)

Soll Jugendlichen mit schlechten Noten dabei helfen, trotzdem einen Ausbildungsplatz zu finden. Statt der regulären Ausbildung absolvieren sie für sechs bis zwölf Monate zunächst ein betriebliches Praktikum inklusive Berufsschule. Klappt alles, können sie danach in die reguläre Lehre wechseln. Plätze für die EQ vermitteln Jobcenter oder Arbeitsagentur. 8000 Azubis nehmen zurzeit an dem Programm teil.

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB)

Jugendliche ohne Ausbildungsplatz können Unterricht nehmen und Praktika absolvieren, um ihre Chancen zu verbessern. Unter Umständen lässt sich während der BvB auch ein verpasster Hauptschulabschluss nachholen. 9200 Teilnehmer hat das Schnupper- und Bildungsprogramm gerade.

Ausbildungsbegleitende Hilfen (ABH)

Eine Art Nachhilfe für Azubis, die Schwierigkeiten mit dem Schulstoff haben. Sozialpädagogen oder Bildungsträger geben zusätzlich zur Berufsschule Unterricht in Problemfächern. Azubis können sich direkt an die Arbeitsagentur wenden oder den Weg über ihren Ausbildungsbetrieb nehmen. Aktuell nehmen laut Bundesarbeitsagentur 9200 Jugendliche an dem Programm teil.

Assistierte Ausbildung

Geht einen Schritt weiter als die ABH. Hier geht es nicht nur um Schulstoff, sondern auch um andere Probleme – im Betrieb oder im privaten Umfeld zum Beispiel. Der Schwerpunkt liegt meist auf dem ersten Ausbildungsjahr, in dieser Zeit werden die Jugendlichen von einem Sozialpädagogen besonders eng betreut. Aktuell gibt es 3300 Teilnehmer.


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