Diese 5 Fehler macht fast jeder Chef – zumindest hin und wieder

Fehler Chefs © Westend61 / Getty Images

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Fehler sind menschlich, auch bei Chefs. Doch das Problem an der Sache ist: Folgende Fehler passieren zwar vielen Chefs, fallen ihnen selbst aber überhaupt nicht auf.

Jeder Berufstätige mit Führungsverantwortung sollte sich daher intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Sich die häufigsten Fehler von Vorgesetzten bewusst zu machen und ebenso bewusst zu vermeiden, kann Deine Führungskompetenzen nämlich erheblich steigern. Aber auch für Arbeitnehmer ist die folgende Liste interessant – denn sie kennen gewiss die eine oder andere Situation aus der eigenen Erfahrung. Vielleicht hilft sie ihnen dabei, dafür zukünftig mehr Verständnis aufzubringen und richtig mit entsprechenden Konflikten umzugehen:

  1. Kein Lob

Begriffe wie Lob, Wertschätzung oder Anerkennung sind für jeden Menschen im Arbeitsleben sehr wichtig. Auch als Führungskraft teilst Du diesen Wunsch gewiss. Nur allzu häufig vergessen Chefs aber, die Leistungen ihrer Mitarbeiter zu sehen und angemessen zu honorieren. Als Folge lässt deren Motivation nach oder sie verlassen das Unternehmen sogar, um sich anderswo die verdiente Anerkennung zu holen.

  1. Nicht zuhören

Kommunikation ist bekanntlich das A und O in zwischenmenschlichen Beziehungen. Das gilt auch am Arbeitsplatz. Egal, wie gestresst Du bist: Zuhören ist wichtig. Denn nur, wenn Du zuhörst, kannst Du verstehen und nur, wenn Du verstehst, kannst Du entsprechend handeln. Die Liste an Vorteilen, die dadurch entstehen, ist lang: Die Mitarbeiter sind zufriedener, die Arbeitsatmosphäre ist besser, die Krankenstände sinken, das Team ist produktiver, Konflikte werden verhindert, Missverständnisse werden vermieden und, und, und…

  1. Mikromanagement

Die Kontrolle abzugeben, fällt vielen Menschen schwer. Als Führungskraft ist es aber wichtig, die Kompetenzen der Einzelnen realistisch einzuschätzen und ihnen zu vertrauen, dass sie die ihnen zugeteilte Aufgabe selbständig meistern können. Ansonsten verfällst Du in Mikromanagement, was für Dich und die Mitarbeiter extrem anstrengend ist. Natürlich solltest Du die Kontrolle niemals vollständig abgeben, aber zumindest genug, damit jeder sein volles Potenzial entfalten kann.

  1. Kein Konfliktmanagement

Konflikte entstehen in jedem Team. Das lässt sich nicht verhindern. Allerdings wäre es ein Fehler für Dich als Chef, diese Konflikte einfach zu ignorieren. Dadurch schaukeln sie sich hoch, bis sie eventuell irreparablen Schaden zwischen den Mitarbeitern verursachen. Manchmal enden sie sogar in der Kündigung von Teammitgliedern. Wichtig ist daher, dass Du Konflikte wahrnimmst, eine „Kultur“ definierst, wie mit solchen Konflikten umgegangen wird und mit gutem Beispiel vorangehst.

  1. Überheblichkeit

Zuletzt machen viele Führungskräfte den Fehler, ihren Mitarbeitern nicht auf Augenhöhe zu begegnen. Sei es aus Arroganz oder einfach unbemerkt im alltäglichen Stress: Jemandem über den Mund zu fahren, ihn herablassend oder auf andere Art und Weise überheblich zu behandeln, solltest Du in jedem Fall vermeiden. Zwar sprechen nur wenige Betroffene offen an, wenn sie Dich als überheblich empfinden, innerlich entsteht dadurch aber eine Verletzung bis hin zu einer tiefen Ablehnung, die ebenfalls negative Konsequenzen wie eine Kündigung des Mitarbeiters, ein schlechtes Arbeitsklima und Co haben kann. Überprüf daher immer wieder, ob Du Dein Gegenüber so behandelst, wie auch Du von Deinem Chef behandelt werden willst.

Fakt ist also: Viele Fehler von Führungskräften sind ärgerlich, aber keine böse Absicht. Stattdessen agieren Chefs meistens unwissentlich falsch und sorgen dadurch für offene oder unterschwellige Konflikte. An sich als Führungspersönlichkeit zu arbeiten, ist daher wichtig, um solche Fehler zu vermeiden und die eigenen Führungskompetenzen zu verbessern. Aber auch die Mitarbeiter können ihren Beitrag leisten und zukünftig offen(er) ansprechen, wenn ihnen ein Fehlverhalten aufgefallen ist. Denn meistens lässt sich eine konstruktive Lösung finden und davon profitieren schlussendlich beide Seiten.

18.11.2020